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Jochen Müller
11. Juli 2012, 11:59
Ich kann mich noch gut an ein Zeitungsfoto erinnern, wo einem Urbayern schräg von hinten über die Schulter auf einen Bildschirm geschaut wird, auf dem der US-Präsident zu erkennen ist. Der Bayer hält eine Maß in der Hand und unter dem Foto steht: "Prost, Kennedy!"
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Edgard L. Fuß
9. Juli 2012, 18:21
Es wurde sogar ein Lied extra für "Telstar" komponiert....
http://www.youtube.com/watch?v=u2ybCjf6ras !
Daß das Bild des Satelliten am Tag des Abschuß entstand wage ich zu bezweifeln- die Satelliten werden bereits Tage vorher montiert, betankt und mit der entsprechenden Schutzverkleidung versehen.
Jochen Müller
9. Juli 2012, 19:05
Das waren noch Zeiten. Ich habe damals mit 16 Jahren am TV-Gerät geklebt und die kontrastarmen TV-Bilder aus Übersee eingesogen. Die damals noch technisch unzulänglichen Normwandler von der US-Norm zu mindestens 3 europäischen Schwarz-Weiß-Fernsehstandards (Großbritannien, Frankreich, Resteuropa ohne Osten) trübten den Fernsehgenuss erheblich. Natürlich war das Ereignis am nächsten Tag auf den Titelseiten. Ich kann mich noch gut an ein Zeitungsfoto erinnern, wo einem Urbayern schräg von hinten über die Schulter auf einen Bildschirm geschaut wird, auf dem der US-Präsident zu erkennen ist. Der Bayer hält eine Maß in der Hand und unter dem Foto steht: "Prost, Kennedy!"
Dies war einer der ersten historischen Fernsehmomente der Güteklasse Mondlandung, der im Gegensatz zur Krönung von Elizabeth II. fast vergessen ist. Damals hatte wohl jeder Zuschauer den Eindruck, dass dank Telstar das Fernsehen großen Zeiten entgegenging. Man erinnere sich an die damaligen Verhältnisse: das ZDF gabs nur auf dem Papier; lediglich seine Senderkette war funktionsbereit.
Damit die nicht einfach nur so rumstand, sendete die ARD jeden Abend dort von 20 Uhr an ein zweistündiges Fernsehprogramm (ARD 2) mit einem Logo, das dem damaligen schwarzweißen Logo ("Deutsches Fernsehen") glich, allerdings als dessen Negativ ausgeführt war. In den ca. 2 Jahren, die ARD 2 bestand, experimentierte die ARD fröhlich mit Sendeformaten; wenn ich mich recht erinnere, fanden damals die US-Serie "77 Sunset Strip" sowie das Satiremagazin "Hallo Nachbarn" ihren Weg auf den Bildschirm, bis mit dem Sendestart des ZDF eine längere Ära der Luschigkeit begann.
Deter Roosu
9. Juli 2012, 21:00
Zitat:
"Der Atlantik, schon vor Jahrzehnten von Charles Lindbergh bezwungen, schien für die TV-Kommunikation unüberwindlich."
Der Lindbergh-Humbug hält sich hartnäckig wohl auch beim SPIEGEL. Lindbergh hat 1927 "nicht den Atlantik bezwungen", sondern flog von New York nach Paris.
Den Atlantik hatten bereits 1919 (!!) die beiden Briten John Alcock und Arthur Whitten-Brown in einem alten Wellington-Bomber aus dem ersten Weltkrieg bezwungen, indem sie von Neufundland nach Irland flogen - übrigens ziemlich genau auf der Route, auf der kurz nach Lindbergh die Deutschen mit der "Bremen" von Irland nach Neufundland flogen. An Bord Hünfeld, Köhl und der irische Flugplatzchef Fitzmaurice, der sich kurzfristig entschlossen hatte, einfach mitzufliegen!
Bis zum Beginn des Düsenzeitalters waren die Zwischenlandungen in Shannon (Irland) und Gander (Neufundland) der Standard für JEDEN Flug. Und genau diese Strecke flogen 1919 Alcock und Whitten-Brown bzw. 1928 Köhl, Fitzmaurice und Hünfeld!
Lindbergh war (je nach Literaturangabe) der 47. (oder auch 92.) "Antlantiküberquerer". Aber er war der Erste, der (und dies auch noch allein) von New York nach Paris flog. Diese Strecke ist fast doppelt so lang wie die Strecke Irland-Neufundland.
Es ist immer wieder betrüblich, auch bei "einestages" feststellen zu müssen, wie schlecht es um die Allgemeinbildung ganz allgemein heute bestellt ist!
Deter Roosu
9. Juli 2012, 21:12
Noch eine Anmerkung:
Ich bin mir ziemlich sicher, dass der erste passive TV-Satellit nicht "Echo" hieß, sondern "Early Bird". Es war ein Aluminium-beschichteter Ballon mit etwa 30 m Durchmesser, der zusammengepackt mit einer Atlas-Rakete (??) in den Weltsaum geschossen worden war. Nach meiner Erinnerung war dies die erste Verwendung von Mylar-Folie. Es war halt ein "Echo-Satellit", weil er nur reflektieren konnte - und auch das nur ganz kurze Zeit (wegen der niedrigen Umlaufbahn) und mit sehr dürftiger Bildqualität.
Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Leider macht nicht einmal WIKIPEDIA eine Aussage dazu. Wer weiß was??
Stefan Matthäus
9. Juli 2012, 21:15
Grober Schnitzer im Artikel. Die Briefmarke, Text:
"Auch auf Papier um die Welt: Die französische Post verewigte das "Telstar"-Ereignis auf dieser Briefmarke. Stolz ist auch der Name der winzigen bretonischen Gemeinde Pleumeur-Bodou erwähnt, wo die französische Bodenfunkstation [b]stand[/b]. "
Liebe Redaktion, nicht stand, sondern steht!!! "Le Radôme", wie die Antenne heißt, steht immer noch in Pleumeur-Bodu, und es ist heute ein sehr interessantes Satelliten-Kommunikations-Museum. Die Telestar-Antenne ist der bewegliche (!) (also vielleicht sogar noch voll funktionierende?) Star der Ausstellung.
Man hätte somit auch Bilder dieser Antenne liefern können, die aussieht wie ein riesiges Ohr.
Auch dort wird diese Jahr feste gefeiert, siehe Museumswebseite: http://www.cite-telecoms.com/fr/accueil-cite-des-Telecoms
Und noch ein Fehler im Artikel. Telestar befand sich auf keiner Geostationären Umlaufbahn, sondern umkreiste die Erde. Somit war immer nur ein kurzes Zeitfenster, in dem überhaupt Fernsehbilder gesendet werden konnten.
Georg Scheffczyk
9. Juli 2012, 22:44
Einfach in größter Höhe eine Atombombe explodieren lassen, ohne zu wissen, was sie taten. Milliarden Menschen als Versuchskaninchen. Die Japaner hatten weniger Glück: Hiroshima und Nagasaki hatten hunderttausende Tote, Verletzte, Verstümmelte. Und alles nur, weil ein hirnverbrannter Amerikaner den Sowjets zeigen wollte, wo der Hammer hängt. Diesen Mörder hat man leider nie gefaßt.
Ralf Bülow
10. Juli 2012, 11:03
Herr Roosu, zu Ihrer Frage: "Echo" hieß wirklich "Echo", und "Early Bird" war der Spitzname des ersten kommerziellen geostationären TV-Satelliten "Intelsat 1", der 1965 gestartet wurde, siehe
http://de.wikipedia.org/wiki/Intelsat_I
Das "kommerziell" ist hier wichtig, denn der erste geostationäre TV-Satellit überhaupt war der staatliche NASA-Trabant "Syncom 3" von 1964.
Jochen Müller
10. Juli 2012, 15:31
>Es wurde sogar ein Lied extra für "Telstar" komponiert....
>http://www.youtube.com/watch?v=u2ybCjf6ras !
>Auch zu "Early Bird" wurde ein Instrumental komponiert (Instumentals waren Anfang der 60er Jahre mächtig in) und von dem seinerzeit recht bekannten André Brasseur intoniert:
http://www.youtube.com/watch?v=SMz-JPnUb1A. Zu "Telstar" gab es sogar einen beknackten deutschen Text:
http://www.youtube.com/watch?v=CHg9xH_gvQI
Deter Roosu
10. Juli 2012, 23:17
Danke für Ihre Antwort, lieber Mitforist Ralf Bülow. WIKIPEDIA ist für mich allerdings nicht die Bibel des Wissens und das, was WIKIPEDIA in dieser Sache schreibt, zweifle ich aus Altersgründen an (ich hatte zuerst mal dort geblättert, EHE ich meinen Beitrag schrieb!).
Ich kann mich noch sehr genau an das wenige Minuten dauernde kleine Bildchen (eingeblendet auf dem 42-cm-Bildschirm meiner Eltern) erinnern, das von dem passiven Ballon-Satelliten übertragen wurde.
Bitte bedenken Sie, dass WIKIPEDIA von FREIWILLIGEN erstellt wird und eine Kontrolle faktisch unmöglich ist. Selbst wenn Sie dort einen Fehler korrigieren, kommt schnell ein "Besserwisser" oder ein "Beleidigter" und macht Ihren Eintrag rückgängig. Ein Bekannter von mir hat (in einem ganz anderen Themengebiet) inzwischen bei WIKIPEDIA das Handtuch geworfen.
Die Sache ist über 50 Jahre her und 100 % sicher bin ich mir da nicht mehr. In einer NASA-Enzyklopädie fand ich jetzt den Hinweis, das Ding habe "ECHO 1" geheißen. Lassen wir es gut sein, es ist Schnee von gestern. Damals hätte sich NIEMAND vorstellen können, dass heute fast jedes Kind ein Handy mit sich rumträgt und damit jederzeit seinen Freund in Neuseeland DIREKT anrufen kann......
So ändern sich die Zeiten! Zur Zeit des ersten TV-Satelliten kostete ein Telefongespräch nach USA 17 DEM pro Minute, der Mindestpreis war für drei Minuten zu zahlen! Dass man das Gespräch anmelden musste und u.U. mehrere Stunden auf die Verbindung warten "durfte", sei am Rande erwähnt.
Vielen Dank noch mal für Ihre Antwort, aber ich bleibe bei WIKIPEDIA doch skeptisch.
Jochen Müller
11. Juli 2012, 11:59
Ich kann mich noch gut an ein Zeitungsfoto erinnern, wo einem Urbayern schräg von hinten über die Schulter auf einen Bildschirm geschaut wird, auf dem der US-Präsident zu erkennen ist. Der Bayer hält eine Maß in der Hand und unter dem Foto steht: "Prost, Kennedy!"
Nachtrag: Der Blickwinkel war ein wenig anders, aber HIER ist das beschriebene Foto
http://www.badische-zeitung.de/ratgeber/computermedien/telstar-1-stand-am-anfang-der-globalisierung--61441423.html
Der zugehörige Artikel ist recht informativ. Nur die Begründung mit den "schwachen" TV-Signalen ist, wie wir dank Christoph Gunkel wissen, Unsinn.
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