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Bau-Boom in Ost-Berlin "Wellkemm tu se käpitell"



32 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Siegfried Wittenburg

24. Oktober 2012, 10:05
Der Begriff "Tourist" war in der DDR wenig gebräuchlich. Die Menschen, die Urlaub hatten und ihn irgendwo verbrachten, waren "Urlauber". Und die entsprechende Abteilung beim FDGB hieß "Feriendienst". Und es gab noch das staatliche "Reisebüro der mehr...

El Berger
16. Oktober 2012, 09:10
Der Bau-Boom dauert ja dort bekanntlich immer noch an.
Matthias Frase
16. Oktober 2012, 09:25
Die - nun, sagen wir mal - Vernachlässigung der Altbausubstanz bei gleichzeitiger Anbetung der monotonen Moderne hatte auch im Westen Konjunktur.
Vom Frankfurter Westend über weite Teile Hamburgs und Kölns bis zu den Arbeiterquartieren in B-Wedding oder -Kreuzberg:
überall wurden die als Mietskasernen geschmähten Gründerzeitler flachgelegt und in Beton gegossene Tristesse inszeniert.
Nur geschah dies im Westen als Ergebnis der Profitsucht einer bis heute allmächtigen Baumafia - im Osten wollte man sich einfach nur von einer als elend empfundenen Epoche lösen.

Wie auch immer:
ich wäre dafür, nicht immer nur mit dem Holzhammer auf die Unsitten der DDR einzudreschen, als wäre städtebaulich heute alles tip-top.

Es wird gnadenlos weiter verschandelt und instinktlos zubetoniert, während historische Bausubstanz zum quasi vergoldeten Einzeldenkmal mit Ausrufezeichen degradiert wird.
Einen nicht besonders gesunden Umgang mit dem vorhandenen Bestand hat da auch dieses System - DDR hin oder her.

Da könnte gerne mal eine substanzielle Diskussion über die Probleme der GEGENWART (in der lebt die Mehrheit der Bundesbürger nämlich) in Gang kommen.
Also z.B.:
ist städtebauliche Rekonstruktion angesichts der absoluten Ideenlosigkeit sog. moderner Architektur nicht endlich angebracht - ohne daß dies gleich politisch gedeutet werden muß?
Sollten Neubauten nicht so errichtet werden, daß sie 300 Jahre und länger halten; wäre das nicht sinnvoller als überall Styropor an die Fassaden zu kleben?
Ist nicht überhaupt der Abriß erst weniger Jahre alter Bauten unbedingt zu vermeiden; sollten nicht immer zuerst Lösungen mit der bestehenden Bausubsanz gesucht werden?
U.s.w.

PS:
ich kenne für den Fernsehturm nur den Begriff 'Telespargel' - und das Bauwerk scheint bis heute trotz reger Bautätigkeit im Zentrum Berlins fast ausnahmslos DEN Akzent zu setzen - keine Handywerbung ohne ihn.
Vor allem im Gegensatz zu dem, was da an 'Plattenbauten' heute so hingklotzt wird...
Andreas Lembke
16. Oktober 2012, 09:28
Kein Mensch hat "Protzlatte" gesagt, genausowenig wie "Telespargel". Im Übrigen ist der Informationsgehalt des Beitrags eher gering. Plattitüden und Vorurteile. 23 Jahre nach der Wende unglaublich mutig. Gähn.
Harald Stolle
16. Oktober 2012, 09:39
Naja,der Fernsehturm hiess ja wohl (und heisst noch...) Telespargel. Und wenn der umfällt ist man nicht im Westen: Wenn der umfällt kann man mit dem Fahrstuhl in den Westen fahren... .
Irgendwie hab ich das Gefühl, man muss einen Wessi fragen wie es früher im Osten war,der weiss wenigstens Bescheid,wa?
Sebastian Friedrich
16. Oktober 2012, 09:39
Interessanter Artikel, aber schlechte Recherche:
Im Badehosen-Song wurde der Wannsee durch "Pankow" ersetzt, nicht durch "Strandbad". Auch hat Gina Presgott diesen Song nie gesungen, sondern eine seltsame Satire-Variante mit dem Titel "Schließ die Badehose ein".
Karl Liebknecht hat die sozialistische Republik nicht vom Balkon des Schlosses ausgerufen, sondern von einem Lastwagen vor dem Lustgarten. Scheidemann stand auf jenem Balkon und proklamierte die sozialistische Republik.
Und die Ostberliner haben zum Fernsehturm nie "Protzlatte" gesagt, genauso wenig wie "Telespargel"...
Tilmar Trentzsch
16. Oktober 2012, 09:59
Unsinn.

Moskau heisst auf russisch nicht Mockba.

Das Restaurant hieß Moskva oder eben Moskau (die Transliteration aus dem Kyrillischen ist eben Moskva).

Das kyrillische "s" sieht nur zufällig so ähnlich aus wie ein lateinisches "c" und das "w" (kurzes W) nur zufällig so ähnlich wie ein "B".

Ein häufig gesehener Unfug ist auch, das kyrillische "ja" für ein seitenverkehrtes "R" zu halten.

Im Übrigen: Plattitüdentext!
Claudia Engelmann
16. Oktober 2012, 09:59
Ich muss hier auch mal meckern. An sich les ich ja die Artikel gerade hier auf "einestages" sehr gerne, aber manches ist hier wirklich wert, noch mal drüberzulesen und gescheit zu recherchieren.
... wie bei dem Foto zum Restaurant "Moskau". In der Tat heißt das auf Russisch "Moskwa" und nicht "Mockba", wie der Autor behauptet. Das kyrillische Alphabet schreibt die Buchstaben, die Russen wie Deutsche über die Ohren (also auditiv) gleich wahrnehmen, anders aus.
Schreibung und Lautung sind also unterschiedlich. Aber wie gut, dass es Phonetik gibt, um diesen Unterschieden gerecht zu werden und dies auch darstellen zu können.
Und ein Schelm, der Böses dabei denkt, meinen Gedanken weiterführen zu können ;-)
Martin Roggenburck
16. Oktober 2012, 10:35
Diese hochgewixten DDR-Bauwerke sind das Exempel, warum moderne Architektur heute eine Schimpfwort ist.
Danke, auch für die 60er Aufnahme vom Breitscheidplatz. Auch ein Exempel, dafür, daß die Nachkriegsarchitekten alle Arschlöscher waren.
Matthias Kihr
16. Oktober 2012, 10:52
Ganz schwacher Artikel.
Das "Haus der Ministerien" war am Alexanderplatz, später Sitz der Treuhand. In Pankow befanden sich nie Regierungsgebäude. Dort waren allerdings am Beginn der DDR die Wohnungen der Minister, des Präsidenten, des Generalsekretärs usw. Diese wurden später nach Wandlitz verlegt. Da gibt es aber keinen Zusammenhang mit dem Staatsratsgebäude oder anderen Regierungsgebäuden. Und kein Mensch hat "Protzlatte" gesagt.
Arthur Daane
16. Oktober 2012, 11:34
>Diese hochgewixten DDR-Bauwerke sind das Exempel, warum moderne Architektur heute eine Schimpfwort ist.
>Danke, auch für die 60er Aufnahme vom Breitscheidplatz. Auch ein Exempel, dafür, daß die Nachkriegsarchitekten alle Arschlöscher waren.

So ein Unsinn. Sie kennen alle Nachkriegsarchitekten persönlich?

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