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Jean Blaser
3. Januar 2013, 10:54
Guten Tag!
Als Hundehalter und Fan kann man selbstverständlicherweise die Methoden der Schlittenhundehalter nicht nachvollziehen und empfindet diese als Quälerei, ebenso die Haltungsbedingungen , da möchte ich gar nicht wiedersprechen doch muss einem schon auch klar sein dass
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Jens Mährländer
16. November 2012, 15:53
Nordische Schlittenhunde helfen dem Menschen seit Jahrtausenden dabei, in solch unwirtlichen Gegenden zu überleben. Was für armselige Qualzuchten in deutschen Einkaufsmeilen doch in Handtaschen durch die Gegend getragen werden.
Hunde, die im Winter in Deutschland ein Mäntelchen beim Gassigehen benötigen, sollte man eigentlich nicht mehr züchten dürfen.
daniel höhener
16. November 2012, 19:16
spannend dürfte dieser artikel auch für leute sein, die impfungen für teufelszeug halten. weil dank der impfung die krankheit bei uns kaum mehr vorkommt, haben wir die angst davor leider verloren....
Deter Roosu
16. November 2012, 21:41
Lieber Mitforist,
Sie haben offensichtlich von der Haltung dieser Schlittenhunde NULL Ahnung - es ging mir bis 2008 auch nicht besser. Damals waren wir auf einem norwegischen Campingplatz am Eismeer direkt neben einem Hundehalter.
Da wir ein ganz passables Schwedisch sprechen, das in Nordnorwegen noch besser als im Süden verstanden wird, unterhielten wir uns lange und ausführlich mit der Besitzerin der Hunde. Eine Hündin war abgesondert, sie hatte gerade vier etwa drei Wochen alte Junge. Die anderen Hunde waren in einem großen Pferch. Jeder Hund hatte seine eigene Hütte - und war an einer etwa 1 bis 1,5 m langen Kette angelegt!! Da wäre in Deutschland in Nullkommanix der Tierschutz da!
Kein Tier konnte ein anderes Tier erreichen. Die maximale Beweglichkeit reichte gerade dazu, dass sich die Hunde auf das Dach der eigenen Hütte legen konnten. Gefüttert wurde irgendein Trockenzeug, das jeder Hund in seinen gefüllten Wassernapf bekam.
Ich fragte ganz vorsichtig (meine Formulierungen in der Fremsprache musste ich ganz dezent fassen), wie das mit der Haltung denn so sei. Uns wurde erklärt, dass die Hunde so gehalten werden müssten, damit sie dann, wenn sie gebraucht werden, sozusagen unbändig willig seien, um sich überhaupt bewegen zu können / dürfen. Anerkannt als Alpha-Tier dürfe nur der Hundeführer sein. Deswegen auch keine Kontakte zu anderen Hunden.
Gerade einige Stunden zuvor sei der Führer mit etwa der Hälfte der Rotte schwimmen gewesen - ohne jede Leine! Die Tiere betrachten das irgendwie als "Belohnung" und folgen dem Führer freiwillig! Für den nächsten Tag sei der Rest des Rudels vorgesehen zum Schwimmen - so wurde es uns gesagt.
Ich halte diese Art von Tiernutzung für eine hochgradige Quälerei - auch wenn sie "seit Jahrtausenden betrieben wird". Wie brutal der Mensch mit den Schlittenhunden besonders früher schon umging, können Sie aus den Berichten von Amundsen (Südpol) lesen. Da waren die Hunde von vornherein zuerst als Zugtiere und dann als Verpflegung für das immer kleiner werdende Rudel eingeplant - und es wurde auch so gehandhabt.
Heute werden diese Tiere nur noch zur Unterhaltung der Touristen so quälend gehalten, die es "toll" finden, von diesen armen Kreaturen durchs winterliche Finnland oder Norwegen gezogen zu werden. Während der Besitzer der Hunde längst sich per Schnee-Scooter fortbewegt!
Damals waren die Hunde überlebenswichtig - heute ist das anders!
Dies nur zur Klarstellung - und im übrigen stimme ich Ihnen bezüglich Ihres Artikels durchaus zu mit den "Mäntelchen" usw.
Schönen Abend noch!
Jens Mährländer
17. November 2012, 17:57
Lieber Mitforist,
ich habe selbst Alaskan Malamutes, besuche des öfteren Schlittenhunderennen und bin mit etlichen "Mushern" bekannt. Eine derartige Haltung, wie Sie sie beschreiben, ist mir noch nir begegnet.
Die Hunde eines Mushers liegen IMMER beieinander, wenn sie nicht gerade laufen. Der Kontakt zwischen den Tieren ist also stets gewährleistet. Sie haben mit einem Halter gesprochen und dessen Vorstellungen kritiklos als allgemeingültig übernommen. Nun behaupten Sie, ich hätte keine Ahnung?
Na schönen Dank auch.
Deter Roosu
18. November 2012, 13:42
Lieber Mitforist!
Es lag und liegt mir fern, Sie etwa beleidigen zu wollen. Dies erst mal zur Klarstellung.
Vor nunmehr schon etlichen Jahren erschien im NGS der Bericht von bzw. über Uemura über die erste Nord-Süd-Querung Grönlands. Auch da wurden diese Praktiken beschrieben, allerdings mehr am Rande. So ist es z.B. äußert riskant, wenn eine Hündin im Rudel Junge bekommt. Die werden schneller von den übrigen Rudeltieren gefressen als man gucken kann! Uemura ließ die Hunde-Mami seinerzeit mit dem Wurf ausfliegen.
Die Uemura-Expedition war ja ohnehin nicht zu vergleichen mit den früheren "echten" Expeditionen.
Ich glaube, man muss hier unterscheiden zwischen "Hobby-Haltern" und echten Profis. Von der Logik her scheint mir die Auskunft der Norwegerin durchaus logisch zu sein - wenn ich das Tier als überlebensnotwendiges "Werkzeug" betrachte. Wir dürfen unsre "modernen" Maßstäbe nicht unbesehen auf die echte Wildnis übertragen.
Von einer Nachbarin - sie ist ein regelrechter Finnland-Fan - ließ ich mir Ähnliches berichten. Sie wollte einmal eine Schlitentour machen, spricht ein wenig Finnisch, erkundigte sich vorher über die Haltungsbedingungen der Tiere. Und stornierte dann die Buchung!
Irgendwie ist in dieser auch in meinen Augen ziemlich brutalen Haltung ja durchaus eine gewisse Logik vorhanden. Denn die Tiere sollen ja Kraft haben für den Einsatz.
Nichts für ungut, aber da scheint es verschiedene Wahrheiten zu geben bei den Schlittenhunden.
Einen schönen Sonntag noch!
P.S.: Uemura war dieser Japaner, der immer neue Extrem-Unternehmungen durchführte. Seine letzte führte ihn in den bis heute nicht aufgeklärten Tod: Er verschwand, als er im Alleingang den Mount McKinley in Alaska besteigen wollte.
Ähnliches von dem US-Amerikaner Steve Fosset, der ja auch auf seinem letzten (nach seinen Begriffen wohl völlig "harmlosen") Flug zunächst spurlos verschwunden war. Seine Leiche wurde ein Jahr später mehr oder minder zufällig gefunden.
Jean Blaser
3. Januar 2013, 10:54
Guten Tag!
Als Hundehalter und Fan kann man selbstverständlicherweise die Methoden der Schlittenhundehalter nicht nachvollziehen und empfindet diese als Quälerei, ebenso die Haltungsbedingungen , da möchte ich gar nicht wiedersprechen doch muss einem schon auch klar sein dass unsere Schmusehunde NICHT zur Arbeit taugen, genau weil sie verwöhnt werden. Dies gilt für jedes Nutztier das für Arbeitszwecke gehalten wird.... Auch ist es schwierig abzuwägen wo und wann die Quälerei beginnt vorallem wenn mans etwas globaler betrachtet , die beschriebenen Hunde in Norwegen und Finnland sind sicherlich arme Kreaturen, jedoch im Vergleich dazu was wir anderen Tieren antun, vorallem jenen die zum Verzehr gezüchtet werden oder jenen die wir einfach ausrotten leben die beschrieben Hunde wieder im Paradies..... Doch was erwartet man auch von der Spezies Mensch im Umgang mit dem Tier wenn man betrachtet wie wir mit der eigenen Spezies umgehen ?
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