Thomas Weber
19. November 2012, 11:08
Die Mehrdeutigkeit von Liedern steht in einmer langen und alten Tradition:
Siehe z. B. das berühmte Spatzgedicht Catulls:
"Spatz, du Liebling meines Mädchens,
mit dem sie zu spielen gewohnt ist, den sie Busen/im Schoß hält,
dem sie die Fingerspitze gibt, nach der er begierig pickt,
und den sie zu scharfen Bissen reizt,
wenn es meiner wunderbaren Geliebten gefällt,
mit irgendetwas Liebem Scherz zu treiben
ich glaube, damit, wenn ihre heftige Glut nachläßt,
sie einen kleinen Trost in ihrem Liebesschmerz hat
könnte ich doch mit dir spielen wie sie selbst
und die traurigen Sorgen meines Herzens lindern.
Lateinisch:
Passer, deliciae meae puellae,
quicum ludere, quem in sinu tenere,
cui primum digitum dare appetenti
et acres solet incitare morsus,
cum desiderio meo nitenti
karum nescioquid libet iocari,
credo, ut, cum gravis acquiescat ardor,
sit solaciolum sui doloris:
tecum ludere, sicut ipsa, possem
et tristis animi levare curas.
Volker Schenck
19. November 2012, 11:12
Was da in jedem fall noch fehlst ist der "Summer of 69", der, wie Brian Adams längst bestätigte, nichts mit einer warmen Jahreszeit vor 43 Jahren zu tun hat.
Und selbst die Comedian Harmonists sangen vor über 80 Jahren vieldeutig:
"Die ganze Welt ist wie verhext
Verrinika, der Spargel wächst"
Till Neumann
19. November 2012, 14:44
Stevie Wonders "Happy Birthday" passt m.E. überhaupt nicht in die Liste. Da wird nichts verborgen oder doppeldeutig oder durch die Blume dargestellt. Der Song ist ein absoluter Klartextbeitrag zur damaligen Diskussion um "Martin Luther King's Birthday" als Feiertag:
"You know it doesn't make much sense
There ought to be a law against
Anyone who takes offense
At a day in your celebration...
It couldn't fit more perfectly
Than to have a world party on the day you came to be"
etc. etc.
Das ist natürlich ein politischer Inhalt, aber kein versteckter.