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Wilfried Huthmacher
4. Januar 2013, 11:31
Das ist nun mal Realismus contra Idealismus => Kohls Gespür für die Wirklichkeit könnte uns dann sogar vor einem Wiedererstarken der Betonkommunisten bewahrt haben.
Was uns die Einheit gebracht hat? Menschen von Ost und West können sagen, was sie wollen, ohne wegen Kritik
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Markus Krawehl
30. Dezember 2012, 12:43
"Jelzin durfte am 3. Oktober 1993 das Parlamentsgebäude, in dem sich Deputierte verschanzt hatten, die ihn absetzen wollten, mit Panzern beschießen. Ein Jahr später konnte er einen verlustreichen Krieg gegen die abtrünnige Teilrepublik Tschetschenien beginnen, ohne dass er deutsche Proteste befürchten musste. Und schließlich konnte er es sich 1996 leisten, mit Manipulationen bei der Präsidentenwahl den Sieg seines kommunistischen Konkurrenten Gennadi Sjuganow zu verhindern. "
Natürlich durfte er sich das leisten. Schließlich hat er schonungslos die russischen Rohstoffe an die westlichen Heuschrecken und Oligarchenfreunde verschachert. Da durfte auch noch eine Panzersalve auf das Parlamentsgebäude als demokratischer Akt gewertet werden. Erst als Putin das Ruder übernahm, kam der Meinungsumschwung. Eben nicht "ihr Bastard". Gut so. Für Russland.
Martin Bitdinger
30. Dezember 2012, 12:44
Kohls größter Fehler war die sogenannte "Wiedervereinigung".
Wir sehen ja jetzt nach über 20 Jahren, daß nicht zusammenwächst was eben nicht zusammengehört.
Reinhardt Gutsche
30. Dezember 2012, 13:22
Guter Jelzin vrs. böser Putin
Die wohlwollende Behandlung des korrupten Suffkopps Jelzin durch Helmut Kohl (Mein Freund Boris) folgte ersichtlich keinerlei moralischem Kompaß, sondern war schlicht von außenpolitischem Interessenkalkül geleitet. Machiavelli läßt grüßen. Diese Logik sollten all jene nicht außer Acht lassen, die der globalen Anti-Putin-Rhetorik auf den Leim gehen tatsächlich glauben, hierbei handele es sich um den Mönchsgesang selbstlos-edler Moralisten wider die Inkarnation des Bösen.
Barbara Bouffier
30. Dezember 2012, 14:26
Lustig zumal, wenn man die dauernde CDU/CSU-nahe Kritik an Putin in den Medien verfolgt, denn wer, wenn nicht er, wäre in der Lage und insbesondere in der Lage gewesen, den vollzogenen und zu vollziehenden Wandel in Rußland zu leiten. Man stelle sich nur vor, da würde jemand wie Merkel sitzen und abwarten, abwarten, abwarten...
D Brueckner
30. Dezember 2012, 18:57
>Kohls größter Fehler war die sogenannte "Wiedervereinigung".
>Wir sehen ja jetzt nach über 20 Jahren, daß nicht zusammenwächst was eben nicht zusammengehört.
Die Wiedervereinigung war richtig und alternativlos.
Auch wenn es für Sie, Stalinisten-Ost und Konservative-West bitter ist.
Raimund Schulte
30. Dezember 2012, 20:14
"Jetzt aber zeigen die Vorstandsprotokolle, dass dem Kanzler die Korruption der neuen Mächtigen im Kreml als Kavaliersdelikt galt." Das stimmt leider nicht nur im Hinblick auf Jelzin & Co, sondern auch auf sich selbst. So gesehen hat er bei dem Thema wenigstens keine unterschiedlichen Maßstäbe angelegt. Ist bei Herrn Kohl doch auch schon was, oder...?
Friedrich Johannes Engelke
30. Dezember 2012, 20:56
Ich will nicht verschweigen, dass auch ich Angst hatte, dass die Demonstrationen seitens des Staatsapparates in Gewalt umschlagen würden. Obwohl ich immer die Wiedervereinigung gefordert hatte, habe ich in den Tagen der Wende gar nicht richtig in die Nachrichten geschaut - die Gewalt fürchtend. Eine Woche nach der Wende war ich dann im Osten und habe dort die Euphorie miterlebt - gedämpft von einem Freund, der die Schwierigkeiten voraussehend die Menschen aus dem Osten darüber informierte, dass sie sich erheblich würden anstrengen müssen. Kohl hatte mit seinen Bedenken und Befürchtungen durchaus Recht.
Andreas Fastl
30. Dezember 2012, 22:39
>Kohls größter Fehler war die sogenannte "Wiedervereinigung".
>Wir sehen ja jetzt nach über 20 Jahren, daß nicht zusammenwächst was eben nicht zusammengehört.
Die Siegermächte haben Deutschland nach der Strategie "divide et impera" geteilt - und Sie fallen auf diesen Trick heute, fast 70 Jahre danach, immer noch rein?
Peter Braun
31. Dezember 2012, 05:58
Der Jelzin, der war gut. Der hat den Bruch der Zusage der Nato auf eine Ostausdehnung zu verzichten gerne hingenommen solange er dafür mal eine Berliner Polizeikapelle dirigieren durfte. Was seine Beschießung des Parlaments anbelangt, die verblasst im Vergleich zu seiner verfassungsmäßigen Ausschaltung des Parlaments: unter großem Applaus des Westens hat er sich quasi zarenartige Vollmachten für den Präsidenten in die Verfassung schreiben lassen. Jetzt hat Russland halt auch einen Präsidenten, dessen Eier die Präsidentenhose ausfüllen - und alle jammern. Was Kohl und seine Toleranz gegenüber Korruption anbelangt, das ist ein ganz anderes Kapitel - nämlich dann, wenn "Eines Tages" mal einen Artikel über die Ära Kohl schreibt.
Peter Grolig
31. Dezember 2012, 07:55
Ich erinnere mich an die Peinlichkeit, als zu einem Jubiläum der Wiedervereinigung ausgerechnet Michael Gorbatschow nicht eingeladen wurde. Dieser wurde durch einen privaten Verein nach Deutschland eingeladen und für seine Verdienste gewürdigt. Dies zeigte schon sehr deutlich, wie die Regierung Kohl und ihre Mannen das System "Sowietunion" und ihre Auswüchse kennen und schätzen gelernt haben.
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