24. Dezember 2012, 13:37
Mit der Behauptung "Falschdarstellung" würde ich etwas zurückhaltener sein, weil zu viel Wahres schon als Falschdarstellung deklariert wurde. Es gab damals eine Lotterie, an der man sich beteiligen konnte, wenn man viele Aufbaustunden geleistet - also etwas "Gutes"
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Klaus Fischer 22. Dezember 2012, 19:22
Da gibt es wohl noch mehr zu erzählen: Das Nationale Aufbauprogramm Berlin 1952 "Stalinallee" durfte nämlich von Leuten aus der DDR-Provinz mit monatlichen Pflichteinzahlungen (Lehrer wurden verpflichtet) unterstützt werden - ich erinnere mich wie mein Vater mit seinem dürftigen Gehalt auch diese Summe noch aufbringen musste, "freiwillig" hiess das. Dafür nahm man dann an einer Lotterie teil - zu gewinnen gab es zur Miete eine Wohnung in Berlin, der Stalinallee. Na toll, wenn man in der Provinz (Dresden, Greiz oder so) wohnte, was sollte man denn da in Berlin? Also mit drei Raten war Vater im Rückstand, da besuchte ihn dann aber auch der Sparkassendirektor...
Dietmar Lindner 23. Dezember 2012, 12:39
Falschdarstellung, dass nur Linientreue in der Stalinallee wohnen durften (aber wen wundert es schon, wenn in SPON etwas über die DDR geschrieben wird?). Die Familie meiner Tante war alles andere, als kommunistisch eingestellt und wohnte schon in den 50er Jahren in der Stalinallee 114. Übrigens hat es mir als 16-jähriger BRD-Bürger sehr gefallen, 1967 durch die dann in Karl-Marx-Allee umbenannte Strasse zu schlendern. Viele Geschäfte; wegen der beruhigenden Breite der Allee kaum Abgase in der Luft (ich meine: ich kannte ja auch Westberlin zur selben Zeit...) und eine gemütliche Atmosphäre..., jeden Tag in meinen Ferien lief ich einfach so durch diese schöne Gegend. Egal ob Zukerbäcker -oder stalinistischer Stil. Das war doch völlig egal. Tatsache ist doch, dass sich diese Allee wohltuend vom schon überhasteten Wohlstandsgehetze des Westens abhob. Ich fands einfach gemütlich da.
Klaus Taubert 24. Dezember 2012, 13:37
Mit der Behauptung "Falschdarstellung" würde ich etwas zurückhaltener sein, weil zu viel Wahres schon als Falschdarstellung deklariert wurde. Es gab damals eine Lotterie, an der man sich beteiligen konnte, wenn man viele Aufbaustunden geleistet - also etwas "Gutes" für den Staat getan hatte. Oder man war in einer bevorzugten Anstellung oder gesellschaftlich aktiv usw. Anders war es nicht möglich, einfach so eine Wohnung in der Stalinallee zu bekommen. Historiker beschreiben das mit Beispielen in vielen Details, und zwei dort wohnende Familien, die ich seit Jahren gut kenne (ich wohnte um die Ecke), bestätigen das nachdrücklich. Was die Ruhe betrifft, kann ich mir vorstellen, dass es erholsam war, wenn man vom Wohlstandsgehetze am Kudamm kam. Aber wer von den Ostberlinern kam schon vom Kudamm? Geschweige vom Wohlstandsgehetze. Alles ist eben relativ und bedenkenswert. Das ändert dennoch nichts an den Fakten, an denen "SPON" tatsächlich schuldlos ist.
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