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Wolfgang Kellner
16. Januar 2013, 07:31
Lieber Herr Frey, die von Ihnen angeführten Fakten sind, für sich gesehen, korrekt, auch wenn sie wohlgemerkt nur die deutsche Kriegsführung an der Ostfront betreffen (andererseits gab es auch Oradour und Lidice). Sie behaupten, die Kriegsverbrechen der Alliierten seien nur das
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Wilfried Huthmacher
8. Januar 2013, 14:31
Das, was im Artikel über den Me109-Piloten gesagt wird, würde ich so aber nicht gelten lassen. Gut, er war 1933 als Jugendlicher bei der Flieger-HJ, abber mal ersthaft: welcher Jugendliche musste nach 1933 nicht zur HJ gehen und wurde dort insturmentalisiert?
Ausserdem wird er sich aus Begeisterung der Fliegerabteilung angeschlossern haben.
Auch, dass er beinahe begeistert davon spricht, mit welcher Taktik er die Bomber angriff, spricht nicht unbedingt für Fanatismus sondern eher eher dafür, dass er durchaus schnell und effektiv seinen Gegner abschiessen wollte, damit der Gegner a) keine Bomben auf dann ndeutsche Städte abladen und aber auch b) die durchaus mit schweren MGs bewaffneten Abwehrschützen der Bomber wenig Zeit haben IHN abzuschießen.
Man darf ja nicht vergessen, dass gerade die Bomber der Allierten größer waren als die deutschen Bomber und gerade bei den schweren Bombern mehrere Besatzungmitglieder rein als MG-Schützen an Bord waren. Die B-17 "Fliegenden Festungen" schoßen nicht ohne Grund einfach so viele deutsche Jäger ab.
Und soviel politischen Weitsinn, wie wir ihn heute aus der Distanz uns aneignen, werden gerade junge Leute durch die tägliche Berieselung mit Parolen nicht gehabt haben.
Michael Elstermann
8. Januar 2013, 15:11
Die Akten und das Buch sind doch mittlerweile lange bekannt. Von den über 100.000 Seiten Protokoll sind nur ein paar hundert so spektakulär, die meisten eher belanglos.
Und auch mit diesen Protokollen gibt es das Problem, daß sie nie auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft wurden. Natürlich neigen viele dazu, Ihre Taten zu über- oder untertreiben (in alle Richtungen) oder komplett auszudenken, aus den verschiedensten Gründen. Und dann gab es in Fort Hunt Provokateure, die durch ausgedachte Erzählungen (Greueltaten) die Mitgefangenen zum Erzählen animieren sollten. Aus den Akten ist nicht ersichtlich, wer Provokateur war. Deshalb sind diese Aussagen mit äußerster Vorsicht zu genießen und keinesfalls objektiv.
Wolfgang Kellner
8. Januar 2013, 15:13
Sicherlich eine interessante Auswertung, aber nichts wirklich Neues: ein harter Kern von indoktrinierten Fanatikern, die Masse als gedankenlose Mitläufer, und dazu allesamt mehr oder weniger verroht durch jahrelangen Kriegseinsatz. Doch wodurch unterscheiden sich diese Soldaten von ihren englischen, amerikanischen oder gar russischen Pendants in ihrem Handeln? Intensivste Propaganda machte aus Japanern eine Horde mordlüsterner gelber Affen, deutsche Krauts waren allesamt blutrünstige Nazis, ganz zu schweigen davon, wie die sowjetischen Politkommissare ihre Soldaten indoktrinierten und aufstachelten. Derart präpariert, ließ man genauso gewissenlos Bomben auf Frauen und Kinder regnen oder vergriff sich in grausamster Weise an der Zivilbevölkerung im Osten, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Was ich seltsam finde: Es ist hauptsächlich für deutsche Historiker unserer Tage höchst einfach, sich bevorzugt mit deutschen Themen, und hier meist mit der Wehrmacht, zu beschäftigen; erstens, weil sämtliche Quellen hierzu mittlerweile zugänglich sind, was man von britischen oder gar russischen Archiven auch heute noch mitnichten sagen kann. Und zweitens, weil diese Art einseitige Forschung in Deutschland einfach politisch korrekt ist.
Was ich vermisse: Dass sich die Damen und Herren Historiker in ähnlicher Intensität und Häufigkeit Themen zuwenden, die vielleicht auch mal menschlich und moralisch nicht minder Verurteilenswertes der damaligen Kriegsgegner betreffen. Aber klar, das fällt dann natürlich dem Relativierungsverdikt zum Opfer. Schade im Sinne einer unvoreingenommenen, ausgewogenen, neutralen Forschung, zumal wir uns nun bald 70 Jahre nach Kriegsende befinden.
Martin Bitdinger
8. Januar 2013, 15:32
Naja, man müsste auch mal amerikanische Soldaten in ihren Kasinos und Unterkünften in Afghanistan oder im Irak abhören.
Was sie so untereinander zu ihren Einsätzen samt "Kollateralschäden" (was für ein verharmlosendes Wort!) an der Zivilbevölkerung sagen.
Ich bin überzeugt, daß unterscheidet sich nicht wesentlich davon...
Georg Scheffczyk
8. Januar 2013, 15:39
Swoboda ging straffrei aus? Was ist Besonderes daran? Krieger werden gewöhnlich nicht bestraft, auch wenn die Obersten Verbrecher waren, sie handelten auf Befehl und der gilt in einer Armee absolut. Die Bomberpiloten von Dresden,Hieroshima,Nagasaki und "Bomber" Harris sind auch nicht bestraft worden.
Heinrich von Braun
8. Januar 2013, 15:49
Das war 1939 - 45 heute haben wir 2013
Soldaten, angefangen kurz nach ADAM und EVA bis heute haben nur eine Aufgabe mit Gewalt die Ziele ihrer " Kriegsherrn" umzusetzen.
Töten und getötet werden gehört zum täglichen Brot einer "Kriegers" dementsprechend sind auch die Kommentare zu bewerten.
Sie, liebe Leser, wissen ja, je mehr Feinde ins Jenseits befördert, desto höher die Auszeichnung!
In diesem Sinne
Heinz Mann
8. Januar 2013, 16:18
Tja, so ist das Soldatenleben. Wer viele Leute umbringt wird belohnt, bekommt Geld, Verpflegung und Auszeichnungen. Solche Leute werden da gebraucht. Hätte man andere Soldaten belauscht, Russen, Amerikaner, Briten etc. alle hätten ähnliche Schauergeschichten zu erzählen gehabt.
Wolfgang Trazom
8. Januar 2013, 16:20
Fast noch interessanter als das Buch sind die Kommentare. Im Gegensatz zu den Soldaten damals hatten die Kommentatoren genügend Zeit über das Geschehen im zweiten Weltkrieg und dritten Reich zu reflektieren
Christian Seybt
8. Januar 2013, 16:23
mich würde nur mal interessieren, was mit denen geschah die nicht an den Erschießungen teilnehmen wollten.
Es gab mit Sicherheit in allen Verbänden Wehrmacht, SS oder SD Leute die aus verschiedenen Gründen nicht persönlich an Hinrichtungen beteiligt sein wollten und sich auch Zwang nicht gebeugt haben.
Gab es Dienstanweisungen dazu oder handelten die Vorgesetzten in solchen Fällen eigenverantwortlich ?
Björn Westphal
8. Januar 2013, 16:44
ich habe kürzlich eine Dokumentation namens "Armadillo", in der über eine dänische Einheit im Afghanistan-Einsatz gesehen. Dort wurden auch diverse Erlebnisse geschildert, wie der Feind "beseitigt" wurde. Ich denke, dass solche Reaktionen in gewisserweise normal sind bzw. Mittel sind, sich mit erlebten Stresssituation auseinander zu setzen und zu verarbeiten. Das kann und sollte nicht, wie es hier auf den ersten Blick den Anschein macht, alleinig nur für deutsche Wehrmachtssoldaten, also mit anderen Worten nichts anders als die Schlächter der Neuzeit, gelten. Diese Erlebnisse werden sich zu 100% bei sämtlichen Soldaten der Welt, ob Russen, Amis, Briten, Franzosen etc. ähneln. Von der anderen Seite, also dritter Welt, Taliban und sonstigen Terroristen auf dem Globus mal gänzlich abgesehen... Da werden die Taten nebenbei erwähnt auch gerne noch gefilmt und kommentiert, und wird mehr oder weniger stillschweigend in Kauf genommen.
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