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Ulrich Bierwisch
25. Februar 2013, 13:02
Neutral-Moresnet
1919 Verschwand dafür ein ähnliches aber offiziell anerkanntes Stück zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Neutral Moresnet endstand 1815, weil man sich beim Wiener Kongress nicht einigen konnte wem das Stück zufallen
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Deter Roosu
24. Februar 2013, 11:00
Eines kann man jedenfalls mit Sicherheit sagen: Die damaligen Politiker handelten schnell und effizient, während bei uns alles zerredet wird und schließlich NIX rauskommt! In Darmstadt stehen derzeit seit sechs oder sieben Jahren tausende von frisch renovierten (!) Wohnung der Besatzungsmacht USA leer - und dies, obwohl hier ein großer Mangel an Studentwohnungen herrscht. Die - wie gesagt - kurz vor dem (vorläufigen!) Abzug der Besatzer auf deutsche Kosten renovierten Wohnungen würden locker für 5.000 bis 10.000 Studenten in WGs reichen. In Frankreich hätten wahrscheinlich die Studenten die Wohnungen längst besetzt, aber hier verhindern die üblichen Bedenkenträger von ganz links bis tief schwarz, dass eine SCHNELLE Lösung gefunden wird.
Man "plant" die renovierten (!) Wohnungen abzureißen und daraus "Edelwohngebiete" zu schaffen!
Insofern: Hut ab vor dem damaligen Bürgermeister, der GEHANDELT hat!
Dass es aber auch heute noch ganz vereinzelt Politiker gibt, die wirklich schnell handeln, zeigt sich in Mannheim: Dort wurden schon vor über zehn Jahren erhebliche Teile der ehemaligen Soldatenwohnungen in Studentenwohnheime umgewandelt und zu bezahlbaren Preisen vermietet. Wer einen Wg sucht, findet ihn auch! Gilt sogar für Politiker!
Ulrich Hartmann
24. Februar 2013, 11:51
Der Artikel nimmt die Bezeichnung "Freistaat Flaschenhals" zu ernst. Besetztes wie unbesetztes Gebiet war damals ohne Frage Teil des Deutschen Reiches, also der Weimarer Republik, und wurde es nicht erst nach Abzug der Besatzungstruppen. Die Bezeichnung "Freistaat Flaschenhals" war wohl nie mehr als eine scherzhafte Umschreibung für diesen kleinen Streifen unbesetzten Gebietes zwischen zwei Brückenköpfen der Alliierten. Daß man dort eigenes Notgeld druckte, war nichts Besonderes. Viele Städte ließen damals eigene Scheine machen, und nicht nur sie: Bei meiner Großmutter fand ich einmal einen Geldschein mit dem Aufdruck "Daimlerwagen - Daimlergeld: Wer sie hat, ist gut bestellt."
Eberhard Geier
24. Februar 2013, 12:29
Von diesem Freistaat habe ich uch erst vor einiger Zeit durch einen Fernsehbeitrag erfahren. Als alter Hesse war das für mich eine sehr erheiternde Angelegenheit, obwohl die Zeiten damals ganz sicher alles anders als lustig waren.
Aber muss man deshalb - wie in der Artikelüberschrift - dieses Unikum als Heimstatt für Kriminelle bezeichnen?
Roland Waasmeier
24. Februar 2013, 12:41
Der Freistaat Flaschenhals von 1923 ist mir allemal sympathischer als das großdeutsche Riesenreich namens "Bundesrepublik Deutschland" von 2013.
Michael Brinckmann
24. Februar 2013, 13:59
nette anekdote aus fernen zeiten ...
was ich aber nicht ganz begriffen habe:
halbkreisförmige besatzungszonen sind kein "staat".
die verbindung des Flaschenhalses mit den Deutschen Reich über Limburg als "landbrücke" existiert doch.
und selbst wenn sich die besatzungszonen-kreise berührt hätten: die ecke um Lorch wäre ja trotzdem weder in die eine noch in die anderen zone gefallen.
Dieser umstand, dass "lücken" zwischen sich berührenden kreisen entstehen, begreift jedes kind, das erstmals einen zirkel in der hand hat, automatisch durch anschauung - das muss also den vermessungs-leuten damals auch klar gewesen sein.
Das problem muss also an anderen berührungspunkten der besatzungszonen-kreise ebenfalls entstanden sein ... und trotzdem wurden dort offensichtlich keine "freistaaten" mit der möglichkeit des lukrativen schmuggels eingerichtet.
Peter Müller
24. Februar 2013, 16:24
Im Jahr 1923 gab es im heutigen Rheinland-Pfalz, damals preußische Rheinprovinz, mehrere Separatistenputsche, so in Mainz, Koblenz, Landau und vor allem in Trier. Die französische Besatzungsmacht griff zunächst nicht ein. Bei den Separatisten handelte es sich zum größten Teil um verkrachte Existenzen, in ihren Reihen waren auch einige kriminelle Elemente. Erst auf Druck der britischen Regierung machten die Franzosen dem Spuk ein Ende. Nachzulesen ist das in einem Beitrag von Rainer Ludwig im Jahrbuch des Kreises Trier-Saarburg von 2003. Der Titel lautet: Grün-Weiß-rot im Landratsamt.
michael graf
24. Februar 2013, 19:11
Heutzutage fallen wir dazu Monaco, Luxemburg oder Lichtenstein ein.
Eberhard Schmidt
25. Februar 2013, 00:10
"Einziges Problem: Auch vom Deutschen Reich, zu dem der Landstrich damit formal gehörte, war er geografisch, technisch und infrastrukturell vollständig abgeschnitten. "
Besetzung ist nicht Annexion. Selbstverständlich gehörten alle besetzten Gebiete zum Deutschen Reich - wozu denn wohl sonst? Also gehörte der Landstrich nicht nur formal sondern, überhaupt und auch nicht durch einen "Vermessungsfehler" zum Deutschen Reich, wie auch die besetzten Gebiete.
Und wieso eigentlich ein Vermessungsfehler? Die Kreise waren festgelegt, und was darunter nicht fiel, war unbesetzt. Nirgendwo war festgelegt worden, daß die Besatzungsgrenzen keine Exklaven erzeugen dürften. Das war den Besatzern vermutlich schxxxegal!
"So erstreckte sich laut der Politologin Stefanie Zibell, die den Freistaat Flaschenhals und dessen Geschichte erforscht hat, zwischen Rheinufer und Taunus ein faktisch staatenloser Streifen ins Hinterland."
Eben nicht staatenlos, sondern nur abgeschnitten. Im Unterschied zu West-Berlin, das sowohl abgeschnitten als auch "staatenlos" war im Sinne eines besonderen völkerrechtlichen Territoriums, in dem die drei Besatzungsmächte die Oberhoheit hatten. (Wer hier protestieren will, bitte erst kundig machen.)
Ernst Hugentobler
25. Februar 2013, 11:09
Bei Bild 13 dürfte die Bildunterschrift nicht ganz stimmen. Die unformierten tragen eher deutsche Mützen und sehen nicht wirklich nach französischen "Saphis" aus.
Ulrich Bierwisch
25. Februar 2013, 13:02
Neutral-Moresnet
1919 Verschwand dafür ein ähnliches aber offiziell anerkanntes Stück zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Neutral Moresnet endstand 1815, weil man sich beim Wiener Kongress nicht einigen konnte wem das Stück zufallen sollte.
http://de.wikipedia.org/wiki/Neutral-Moresnet
1919 bekam Belgier genau in der Gegend auch die Vennbahnlinie zugesprochen. Das ist ein etwa 10 Meter breites belgisches Hoheitsgebiet, zwischen Aachen und Monschau auf dem sich jetzt ein Radweg befindet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Vennbahn
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