| Die Anfänge der "Transformers": Die Original-Spielzeugfigur von Optimus Prime aus dem Jahr 1984, hier in einer Version aus Mexiko. Die Figur wurde ursprünglich im Rahmen der japanischen Reihe "Diaclone" der Firma Takara veröffentlicht. Damals waren die Roboter noch von Menschen gesteuerte Kampfmaschinen - erst Hasbro und der damalige Lizenzpartner Marvel machten aus ihnen Aliens von einer Maschinenwelt. |
Sie waren klein, aus buntem Plastik und eroberten 1984 die Kinderzimmer: Transformers. 2007 wurden die verwandelbaren Roboter Helden eines Hollywood-Blockbusters. Torsten Abel kennt sie alle. Seit 25 Jahren begleiten die abgefahrenen Spielzeuge den Sammler - als Figuren, Comics und Zeichentrickserien.
Die Geschichte der "Transformers" begann im Jahr 1983 auf einer Spielwarenmesse in Japan. Mitarbeiter des amerikanischen Unternehmens Hasbro entdeckten am Stand der Firma Takara verrückte Spielzeuge: Sie trugen Namen wie "Diaclone" und "Micro Change" und waren kleine Plastikroboter, die sich mittels weniger Handgriffe in Autos oder Flugzeuge verwandeln ließen. Rasch sicherte sich Hasbro die Rechte für den Vertrieb außerhalb Japans.
Doch was den Plastikrobotern fehlte, war eine spannende Geschichte. Die Werbeagentur Griffin Bacal machte den ersten Schritt. Sie gab den Spielzeugen den Namen "The Transformers" und teilte die Figuren in gute "Autobots" und böse "Decepticons" ein. Der Comicverlag Marvel wiederum entwickelte eine einigermaßen absurde Story: Sie machte aus den Transformers lebende Roboter vom Planeten Cybertron und gab ihnen Namen wie "Optimus Prime", "Bumblebee" oder "Megatron". Zusätzlich wurden eine Comic- und eine Zeichentrickserie entwickelt.
Der Startschuss fiel am 8. Mai 1984: An diesem Tag erschien das erste Marvel-Comicheft. Die ersten Spielzeuge kamen kurz darauf in den Handel, während die Zeichentrickserie noch bis zum 17. September auf sich warten ließ. Trotz unterschiedlicher Inhalte hatten Comic- und Fernsehserie zu Beginn die gleiche Grundhaltung, die perfekt in die Reagan-Ära passte: Die Ölkrise der siebziger Jahre inspirierte den Kampf der Autobots und Decepticons um knappe Energiequellen. Hinzu kam die Vorstellung einer unsichtbaren Bedrohung durch die Decepticons, die sich als Fahrzeuge getarnt von den Menschen unerkannt auf der Erde bewegten. Unterstrichen wurde dies durch den Werbeslogan "More than meets the eye".
Als Optimus Prime sterben musste
Die multimediale Großoffensive zeigte Wirkung. Die Transformers entwickelten sich binnen kürzester Zeit zum Verkaufsschlager. Auch in Japan blieb der Erfolg nicht unbemerkt: Noch Ende 1984 beschloss Takara, "Diaclone" und "Micro Change" einzustellen und fortan ebenfalls auf die "Transformers" zu setzen, inklusive einer synchronisierten Version der Zeichentrickserie. Bis heute entwickeln Hasbro und Takara (heute TakaraTomy beziehungsweise schlicht Tomy) fast alle neuen Transformers-Spielzeuge gemeinsam.
Bereits 1984 hatte sich das amerikanische Unternehmen vorgenommen, den Erfolg der Transformers mit einem abendfüllenden Zeichentrickfilm noch weiter zu steigern. "The Transformers: The Movie" kam 1986 ins Kino und hatte das Ziel, die alten Charaktere aus dem Weg zu räumen und Platz für neue Figuren zu schaffen. So kam Optimus Prime noch in der ersten Hälfte des Films ums Leben und wurde schließlich von Rodimus Prime als Autobot-Anführer abgelöst, während der Ober-Decepticon Megatron in den noch gefährlicheren Galvatron verwandelt wurde.
Doch trotz der Verpflichtung namhafter Sprecher, darunter Orson Welles in seiner letzten Rolle, entwickelte sich der Film zu einem gewaltigen Flop an den Kinokassen. Hinzu kamen die Beschwerden zahlreicher Eltern über den "Tod" von Optimus Prime. So durfte dieser am Ende der dritten Staffel der Zeichentrickserie zurückkehren. Viel half dies jedoch nicht, denn mit der vierten Staffel, die nur noch aus drei Folgen bestand, endete die Serie 1987.
Comeback der Plastikroboter
Die Spielzeugreihe hielt sich derweil noch einige Jahre länger. Der Hersteller hatte die Bedeutung der alten Charaktere erkannt und veröffentlichte vermehrt neue Versionen von Optimus Prime und Co. Doch trotz immer neuer Einfälle wurde 1990 schließlich auch die Spielzeugreihe gemeinsam mit der Marvel-Comicserie eingestellt.
Dennoch bedeutete die Einstellung der Serie nicht das endgültige Aus: Ermutigt durch anhaltende Verkaufserfolge in Europa wagte Hasbro schon 1993 eine Neuauflage namens "Transformers: Generation 2". Diese erreichte nicht annähernd die Beliebtheit der Originalserie, weshalb die Firma es 1996 mit einem neuen Ansatz versuchte: In "Beast Wars" verwandelten sich die Roboter statt in Autos und Flugzeuge nunmehr in Tiere. Unterstützt durch eine computeranimierte Fernsehserie gelang dem neuen Konzept das Unfassbare: Die Transformers waren wieder angesagt.
Im Laufe der Jahre folgten viele weitere neue Spielzeug- und Fernsehserien mit Titeln wie "Beast Machines", "Robots in Disguise", "Armada", "Energon" und "Cybertron". "Armada", 2002 gestartet, war nach den "Beast Wars" der nächste Transformers-Megahit. Die Nostalgiewelle brachte zudem eine Reihe Spielzeuge, die stärker auf Sammler abzielten. So etwa Neuauflagen der Originalfiguren aus den achtziger Jahren.
Im Zuge des erneuten Erfolgs wurde zudem ein Transformers-Realfilm angekündigt, der 2007 in die Kinos kam. Regie führte Action-Spezialist Michael Bay, der auch die Fortsetzung aus dem Jahr 2009, "Die Rache", inszenierte. Beide Filme entwickelten sich zu einem gewaltigen Erfolg an den Kinokassen, und auch die Verkäufe der Spielzeuge übertrafen sogar den Hype der Achtziger. Zugleich wurde eine breite Öffentlichkeit wieder auf die Verwandlungsroboter aufmerksam. Wie es aussieht gehören die wandelbaren Plastikroboter noch lange nicht zum alten Eisen.
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