Schauspieler, die im Film sprechen? Flugzeuge mit mehr als zehn Passagieren? Computer für zu Hause? Niemals wird es so was geben - da waren sich Experten einst ganz sicher. einestages zeigt die bizarrsten Vorhersage-Flops der Geschichte. Von Stephan Orth
Um 1850 prognostizierten Stadtplaner, dass die Straßen New Yorks wegen der Zunahme an Kutschen bis zum Jahr 1910 in meterhohem Pferdemist ersticken würden. Die Geschichte strafte ihre Voraussage Lügen. Die Stadtplaner allerdings befinden sich damit in bester Gesellschaft - in einer Reihe nämlich mit mehr oder weniger prominenten Persönlichkeiten, die sich allesamt von ihren Vorahnungen gründlich täuschen ließen.
Politiker setzen Fehlprognosen oft bewusst ein, um in der Wählergunst gut abzuschneiden ("Die Renten sind sicher") oder ungeheuerliche Pläne zu verbergen ("Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten"). Bei Wissenschaftlern dagegen ist es oft eine eklatante Fehleinschätzung der Zukunft, verbunden mit mal zu wenig, mal zu viel Vertrauen in die Innovationsfähigkeit der eigenen Disziplin.
"Dass das Automobil praktisch die Grenzen der Entwicklung erreicht hat, wird dadurch deutlich, dass im vergangenen Jahr keine Verbesserungen radikaler Art eingeführt wurden", soll im US-Magazin "Scientific American" einmal zu lesen gewesen sein - im Januar 1909, um genau zu sein. Auch die Möglichkeit, ein Flugzeug zu bauen, wurde selbst von Spitzen-Wissenschaftlern stark bezweifelt. "Ein Ding der Unmöglichkeit sind Flugmaschinen, die schwerer als Luft sind", posaunte Lord Kelvin, ein britischer Mathematiker und Physiker, etwa 1895 in die Welt hinaus.
Solche Zitate, wie sie die US-Internetseite www.2spare.com gesammelt hat, sind nicht nur unterhaltsame Museumsstücke im Skurrilitätenkabinett der Geschichte, sondern wertvolle Zeitdokumente, die Aufschluss geben über das Denken vergangener Epochen. Und sie erinnern daran, dass auch heutige Zukunftsprognosen in ein paar Jahren ähnliches Amüsement erregen könnten - vor allem wenn sie Begriffe wie "niemals", "unmöglich" oder "an die Grenzen gestoßen" enthalten. Denn Irren ist auch im 21. Jahrhundert menschlich.
Welche Irrtümer der Geschichte kennen Sie noch? Veröffentlichen Sie sie auf einestages. Wie das geht, lesen Sie hier.
Roboter sind intelligente, hochgerüstete Maschinen, die seit...
Revolution ja - aber anders: Nie waren Technikträume so...
Weil sich Menschen ihren Glauben an Ufos nicht nehmen lassen...