Über einestages

1876-2007

Peinliche Prognosen

Sag niemals nie


zurück vor 1  /  19
Großbildansicht
dpa
zurück vor
Irrtum 1: "Das Fernsehen wird sich nicht halten, weil die Leute es bald müde sein werden, jeden Abend eine Sperrholzkiste anzustarren."

Daryl Zanuck, Filmproduzent der 20th Century Fox im Jahr 1946.

Schauspieler, die im Film sprechen? Flugzeuge mit mehr als zehn Passagieren? Computer für zu Hause? Niemals wird es so was geben - da waren sich Experten einst ganz sicher. einestages zeigt die bizarrsten Vorhersage-Flops der Geschichte. Von Stephan Orth


Um 1850 prognostizierten Stadtplaner, dass die Straßen New Yorks wegen der Zunahme an Kutschen bis zum Jahr 1910 in meterhohem Pferdemist ersticken würden. Die Geschichte strafte ihre Voraussage Lügen. Die Stadtplaner allerdings befinden sich damit in bester Gesellschaft - in einer Reihe nämlich mit mehr oder weniger prominenten Persönlichkeiten, die sich allesamt von ihren Vorahnungen gründlich täuschen ließen.

Politiker setzen Fehlprognosen oft bewusst ein, um in der Wählergunst gut abzuschneiden ("Die Renten sind sicher") oder ungeheuerliche Pläne zu verbergen ("Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten"). Bei Wissenschaftlern dagegen ist es oft eine eklatante Fehleinschätzung der Zukunft, verbunden mit mal zu wenig, mal zu viel Vertrauen in die Innovationsfähigkeit der eigenen Disziplin.

"Dass das Automobil praktisch die Grenzen der Entwicklung erreicht hat, wird dadurch deutlich, dass im vergangenen Jahr keine Verbesserungen radikaler Art eingeführt wurden", soll im US-Magazin "Scientific American" einmal zu lesen gewesen sein - im Januar 1909, um genau zu sein. Auch die Möglichkeit, ein Flugzeug zu bauen, wurde selbst von Spitzen-Wissenschaftlern stark bezweifelt. "Ein Ding der Unmöglichkeit sind Flugmaschinen, die schwerer als Luft sind", posaunte Lord Kelvin, ein britischer Mathematiker und Physiker, etwa 1895 in die Welt hinaus.

Solche Zitate, wie sie die US-Internetseite www.2spare.com gesammelt hat, sind nicht nur unterhaltsame Museumsstücke im Skurrilitätenkabinett der Geschichte, sondern wertvolle Zeitdokumente, die Aufschluss geben über das Denken vergangener Epochen. Und sie erinnern daran, dass auch heutige Zukunftsprognosen in ein paar Jahren ähnliches Amüsement erregen könnten - vor allem wenn sie Begriffe wie "niemals", "unmöglich" oder "an die Grenzen gestoßen" enthalten. Denn Irren ist auch im 21. Jahrhundert menschlich.

Welche Irrtümer der Geschichte kennen Sie noch? Veröffentlichen Sie sie auf einestages. Wie das geht, lesen Sie hier.




Debatte

insgesamt 11 Beiträge zur Debatte
Michael Rudloff am 9. März 2009, 17:20
"Ist eine Fahrt nach dem Mond möglich?" fragte im Mai 1927 der Autor der populärwissenschaftlichen Zeitschrift "Urania" und verbannte derartige...

Anne Grellmann am 24. November 2007, 20:44
"Keinem wird es schlechter gehen, aber vielen besser."
Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl, 1990


Kommentare? Fragen? Ergänzungen? Diskutieren Sie mit! Zur Debatte ...

Artikelinfos


versenden


Löschung des Berichts beantragen

Verwandte Artikel

Nutzlose Roboter: Mein Freund, der Geschirrspüler

Roboter sind intelligente, hochgerüstete Maschinen, die seit...

Futurismus damals: Rückblick in die Welt von morgen

Revolution ja - aber anders: Nie waren Technikträume so...

Ufologie: Marsmenschen über Mainz

Weil sich Menschen ihren Glauben an Ufos nicht nehmen lassen...


Artikel bewerten

3,1 (700 Bewertungen bisher)


Foto hinzufügen


Mehr aus der Rubrik...




» Album bearbeiten


» Album-Metadaten bearbeiten


» Produktionsansicht