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2007

Ausstellung "Chromjuwelen" Legenden der Auto-Leidenschaft


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Bernhard Angerer
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Cadillac 5775: Groß musste er sein, dezent und leise - und vor allem hoch, damit Passagiere mit Hut beim Einsteigen keinen Bückling zu machen brauchten.

In welchem Flitzer übte Niki Lauda für die Formel 1? Welchen Ferrari fuhr Steve McQueen? In welchem Cadillac wurde Marlene Dietrich zu Grabe gefahren? Eine Ausstellung zeigt spektakuläre Fahrzeuge aus einem Auto-Jahrhundert und erzählt die Geschichten zu den Modellen.


Ein Bugatti EB mit 1001 PS, ein Cadillac Fleetwood Series 75, der "Silberpfeil" von Mercedes-Benz mit seinen markanten Flügeltüren: Die Ausstellung "Chromjuwelen - Autos mit Geschichte" versammelt viele Legenden der Motorwelt. Mehr als drei Dutzend Raritäten sind im Technischen Museum Wien ausgestellt - eine Schau für Liebhaber und Freaks.

Doch nicht nur für die. Denn die Kult-Wagen stehen nicht bezugslos im Raum und zeigen ihre polierten Felgen. Jeder Wagen hat eine individuelle Geschichte. Internationaler Rennsport ist hier ebenso Thema wie kühnes Fahrzeugdesign und der Glanz alter Staatskarossen.

Die Geschichten der Exponate hat das Museum detailliert aufbereitet. Zu vielen der Modelle werden Filme gezeigt, dazu gibt es Interviews mit Zeitzeugen und soziologische Diskurse über Statussymbolik und Formensprache; auch eine umfangreiche Audioführung wird angeboten.

Publikumsmagnet der Ausstellung sind die vielen Promi-Fahrzeuge - unter anderem der Ferrari von Stardirigent Herbert von Karajan, der Bentley der Wiener Schauspielerin Nadja Tiller und der Jaguar von Formel-1-Weltmeister Jochen von Rindt.

Auch einen polierten Steyr V findet man in der Halle - ein Gefährt, mit dem ein Graf namens Ladislaus von Almásy einst 3075 Kilometer weit durch die nubische Wüste brauste, um die Geländefähigkeit von Personenwagen zu testen. Ein paar Schritte weiter steht ein schwarzer Cadillac, der unter anderem bei den Beerdigungen von Marlene Dietrich, Hildegard Knef und Benno Ohnesorg als Leichenwagen diente.

Man erfährt auch, dass Mercedes 1936 mit dem protzigen 500K-Modell erstmals nach der Weltwirtschaftskrise wieder im gehobenen Segment punkten konnte oder dass der Cadillac 5775 ein extra hohes Fahrergehäuse hatte, damit Passagiere mit Hut beim Einsteigen keinen Bückling machen mussten. Solcherlei Details dürften auch den Otto-Normal-Fahrer interessieren - die Ausstellung läuft bis zum 2. März 2008.

ssu

Erschienen auf SPIEGEL ONLINE am 28.11.2007


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