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1968-2007

40 Jahre Essen Motor Show Disneyland für Vollgasfans


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Messe Essen GmbH
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Chevy in Gold: Der Amerikaner Thomas Neilly baute einen
Chevrolet aus dem Jahr 1938 zu einem Lowrider um - mit echten Goldauflagen.

Fahrbare Billardtische, James-Bond-Flugautos und bereifte Riesen-Damenschuhe: Nicht immer waren die spektakulären Vehikel serientauglich, die auf der Essen Motor Show vorgestellt wurden. einestages zeigt bereifte Kuriositäten aus den letzten 40 Jahren.


Das Lieblingsfahrzeug von Messe-Organisator Wolfgang Schöller entstand aus einer Bierlaune. "Ich war mit einem amerikanischen Designer in einer Piano-Bar und fragte ihn, ob er nicht mal ein Auto in Form eines Konzertflügels bauen könnte", sagt Schöller, der seit der Premiere im Jahr 1968 die Essen Motor Show organisiert. Ein Jahr später rollte zu seiner Überraschung ein bereiftes Piano in die Essener Messehallen, das dank eines automatischen Spielwerks auch während der Fahrt Bachfugen oder Udo-Jürgens-Hits spielen konnte. Der Organisator durfte sich als Designer-Assistent fühlen: "Das war schon etwas Besonderes, dass ich auch mal an einem der Fahrzeuge mitwirken durfte", sagt Schöller.

Als im November 1968 die "Internationale Sport- und Rennwagenausstellung" in Essen-Rüttenscheid eröffnete, übertraf der Besucherandrang alle Erwartungen. 57.000 Menschen - Optimisten hatten mit der Hälfte gerechnet - wollten für vier Mark Eintritt die gerade mal 40 ausgestellten Rennwagen bestaunen. An einem Sonntag war es so voll, dass Geschäftsführer Walter Bruckmann und Wolfgang Schöller selbst beim Ticketverkauf aushalfen.

Was als reine Sportwagenmesse begann, wurde über die Jahre hinweg um Motorräder, amerikanische Fun-Cars, Oldtimer und eine große Tuning-Sektion erweitert. Das Ausstellungsgelände vergrößerte sich von zwei Hallen auf 19, von 7500 auf 110.000 Quadratmeter. Schöller bezeichnet die Essen Motor Show als "Disneyland des Automobils", heute ist sie hinter der IAA die zweitgrößte Automesse in Deutschland.

Im Rennwagen-Korso durch Essen

Die Ausstellung zeigte James-Bond-Flugautos, Monster-Cars und Rekordgeschwindigkeits-Raketenfahrzeuge. 1969 ließ man die Besucher die Gesamt-PS-Zahl der Exponate raten (richtige Antwort: 41.617,8), im Jahr 1971 knatterte ein Rennwagen-Korso durch die Innenstadt. Doch je nach Zeitgeist ging es nicht immer nur um spektakulärere und größere Spritfresser-Monster. Zur Zeit von Ölkrise und autofreien Sonntagen ritt im Jahr 1973 Rennfahrer Rolf Stommelen demonstrativ auf einem Schimmel durch die Messehallen, Formel-1-Fahrer Ronnie Peterson kam mit dem Fahrrad. Auch wenn solche Aktionen für Aufsehen und Medienberichte sorgten - weil sonntags niemand mit dem Auto zur Messe fahren konnte, brachen 1973 die Besucherzahlen ein. Im Jahr 2005 wurde Öko-Tuning für mehr Sparsamkeit beim Spritverbrauch ein wichtiges Thema der Messe.

Doch öko hin oder her, am meisten Aufsehen erregen auch heutzutage die riesigen Auspuffrohre und schillernden Spoiler in der Tuning-Sektion. Seit 1992 der Verband Deutscher Automobil Tuner (VDAT) zum Organisationsteam stieß, zeigen die besten Tuning-Firmen der Welt jedes Jahr, dass zu einem perfekten Showcar weit mehr gehört als Breitreifen anschrauben und tieferlegen. Von Sprit sparenden Dreiliterautos oder Versuchen mit alternativen Energien sind diese Experimente jedoch meist weit entfernt - Disneyland ist schließlich kein Greenpeace-Projekt.

Stephan Orth

Getunte Autos: Bereifte Meisterwerke der einestages-Mitglieder

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Debatte

insgesamt 1 Beiträge zur Debatte
Andre Alpar am 4. Dezember 2007, 12:37
Großartig! Ich denke so eine kreative Auseinandersetzung mit Konsum müßte man vielleicht als Kunstform neu definieren neben Malen und Zeichnen und Musizieren.


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