Über einestages

1942

Stalingrad 1942 Weihnachten in der Hölle



4 Debattenbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Herbert Fein

28. Dezember 2012, 18:40
Lieber Jens Coppi,
Du bist leider auch einer derjenigen, die von der Zeit nach dem 1. Weltkrieg bis zur Machtergreifung und Kriegsbeginn 1939 so gut wie nichts verstanden haben, sonst würden solche bösartigen Unterstellungen (wäre , hätte etc.) nicht gemacht werden. Ich empfehle mehr...

Jens Coppi
26. Dezember 2007, 04:45
Die Hölle lag 1942 etwas weiter im Westen: in Auschwitz. Ein wichtiger Unterschied zwischen diesen beiden Orten war, dass die deutschen Soldaten in Stalingrad kämpfen konnten, es kamen Flugzeuge, die sich so gut wie möglich um sie kümmerten, sie konnten an Weihnachten denken, zumindest versuchen zu feiern. Und sie konnten überleben, wenn sie sich ergaben. Und: wären die Deutschen nicht von der Roten Armee gestoppt worden (und mal ernsthaft, was haben die da eigentlich gesucht?), dann wäre auch die Hölle von Auschwitz nie zum Erliegen gekommen!
Ich weiß schon, aber die waren doch alle so jung, wußten gar nicht, was sie da taten, wurden doch bloß von Hitler verführt und dahin geschickt etc.pp. Dazu nur soviel: andere sind ins Exil gegangen, waren im Widerstand oder haben sich ganz einfach woanders hin versetzten lassen. Wieviele von denen im Kessel von Stalingrad haben das versucht? Wer hat von denen auf "sein Gewissen" gehört - und viel wichtiger, was hat es ihnen gesagt? Und was wäre eigentlich passiert, wären die Deutschen in Stalingrad nicht aufgehalten worden? Würden wir dann jetzt auch hören, wie schrecklich alles war? Oder hätten die deutschen Truppen dann nicht noch mehr russische Dörfer verwüstet und geplündert. Hätten die Soldaten, die so gelitten haben, nicht schnell ihre Leiden vergessen und sich ihre Kriegsbeute unter den Nagel gerissen, um dann bei Zeiten ihr Stück Farmland im russischen Hinterland vom Verführer Hitler entgegenzunehmen?
Aber daran darf man ja nicht erinnern, denn damals waren sie so jung, dass sie nicht wußten was sie taten, und nun sind sie so alt, dass man Mitleid haben soll. Doch wer nach 65 Jahren vor Selbstmitleid noch immer nicht kapiert hat, was für einen riesen Mist (im globalen Maßstab!) er da gebaut hat, hat seit dem Nationalsozialismus nichts gelernt. Und dass Der Spiegel sentimentalen Altnazis ein prominentes Forum bietet, ist grotesk und angesichts dessen, was an historischem Wissen über den Zweiten Weltkrieg - nicht zuletzt im Freiverlag - längst verfügbar ist, absolut überflüssig. Oder soll das Forum "Eines Tages" das Sentiment ansprechen, dass nicht alles schlecht gewesen sei?
Jens Ostrowski
26. Dezember 2007, 16:00
Ich hatte im Rahmen der Suche nach Stalingrad-Veteranen die Befürchtung, auf Alt-Nazis zu stoßen. Ich bin froh, dass mir jeder der insgesamt fünf ehemaligen deutschen Soldaten in persönlichen Gesprächen schon nach kurzer Zeit das Gegenteil bewies. Einige pflegen jahrelange Freundschaften zu russischen Veteranen, andere arbeiten die Geschehnisse gemeinsam mit dem Deutschen Volksbund auf. Der vorliegende Artikel sollte die damaligen Empfindungen der einfachen Soldaten wiedergeben. Zu dieser Zeit im Kessel, in dieser Situation.

Damals wollten diese jungen Leute unter dem Einfluss der Regime-Propaganda den Krieg gewinnen und vor allem heil nach Hause kommen. Heute sind sie (und hoffentlich wir alle) froh, dass der Nationalsozialismus aufgehalten wurde.

Die Hölle auf Erden lag im Zweiten Weltkrieg vielerorts: vor allem in Auschwitz wie in vielen anderen Konzentrationslagern, aber mit Sicherheit auch auf den Schlachtfeldern Europas. Das Deutschland viel Unheil über die Welt gebracht hat, braucht man den zitierten Veteranen nicht sagen. Sie wissen es nur zu gut.
Hannes Keller
30. Dezember 2007, 02:52
Ich habe leider erst nach dem Tod meines Vaters ( Hermann Keller *1913, +1982 ) erfahren, dass auch er als Soldat in Stalingrad und dann in Gefangenschaft war. Von ihm habe ich leider nicht erfahren, was auch er mitmachen und erleiden musste. Er behielt es für sich. Vielleicht kann ich (*1949) hier zufällig etwas über meinen Vater erfahren.
hannes-keller@web.de
Herbert Fein
28. Dezember 2012, 18:40
Lieber Jens Coppi,
Du bist leider auch einer derjenigen, die von der Zeit nach dem 1. Weltkrieg bis zur Machtergreifung und Kriegsbeginn 1939 so gut wie nichts verstanden haben, sonst würden solche bösartigen Unterstellungen (wäre , hätte etc.) nicht gemacht werden. Ich empfehle das Sonderheft des Spiegel (es gibt auch ein Video dazu) mit dem Titel: Die Machtergreifung. Auf Deine vielen Plattitüden, Verunglikpfungen und krummen Gehirnwindungen jetzt näher zu antworten, ist aber auch sinnlos. Nach der Lektüre der empfohlenen Spiegel-Sonderausgabe siehst Du die Dinge vielleicht etwas angemessener. Es wäre zu wünschen. Übrigens: Ich habe 2 Brüder im Alter von 20 und 21 im Krieg verloren und ein Dritter wurde im Alter von 17 Jahren auf der Rückkehr von der Krim in Ungarn seines Beines amputiert.
Alle 3 waren eigentlich Kinder und nicht freiwillig im Krieg und keiner von Ihnen hat auf russisches Farmland spekuliert.

Neuer Hinweis:

Bitte beachten: Auf einestages können Hinweise nur unter Ihrem Klarnamen veröffentlicht werden.


Sie möchten mitdiskutieren? Melden Sie sich hier an.


Artikelinfos

Im Web verfolgen




Verwandte Artikel

Weihnachten 1914: Ein bisschen Frieden mitten im Gemetzel

Sie sangen Weihnachtslieder, spielten zwischen den...

Sowjetunion : "Ich hatte eine schöne stalinistische Kindheit"

Heute vor 55 Jahren starb Josef Stalin. Wiktor Jerofejew hat...

Ostfront: Attacke um jeden Preis

Blutiger als Stalingrad: Bei Rschew lieferten sich Wehrmacht...


Artikel bewerten

3,0 (613 Bewertungen bisher)


Foto hinzufügen


Mehr aus der Rubrik...



» Album bearbeiten


» Album-Metadaten bearbeiten


» Produktionsansicht