Holger Merten
26. Januar 2008, 17:11
Dieser Artikel ist ein guter Beweis dafür, dass man sich in eines der interessantesten und spannendsten Kapitel des deutschen Motorsport sehr lange und gut einarbeiten muss. Die Ära der deutschen Silberpfeile der Auto Union und Mercedes-Benz scheint zwar gut aufgearbeitet aber viele Fehler haben sich da in die Bücher eingeschlichen, die leider immer wieder kolportiert werden. Stolpert der Kenner im Artikel schon über einige Ungereimtheiten, dann wir er spätestens bei den Bildunterschriften stutzig. Hier bemerkt man, dass sich die Autoren wohl auf dünnem Eis bewegen und sich vielleicht zum ersten Mal mit der Thematik beschäftigen. Als Beispiel gehe ich hier einmal die ersten Bilder und deren Bildunterschriften durch. Also diesen Artikel mit Vorsicht lesen. Oberflächlich richtig, aber in den Details manchmal vollkommen daneben. Das beginnt schon beim Aufmacherbild. Leider
Leider ist der grösste Schnitzer auch gleich das Aufmacherbild.
Bild 1 (Aufmacherbild):
Wir sehen hier keinen Auto Union Rennwagen Typ C, wie ihn Rosemeyer 1937 mit der Startnummer 5 gefahren ist. Nein wir sehen einen Mercedes-Benz. Leider lässt sich die Startnummer nicht eindeutig erkennen, die dunkle Kappe lässt aber auf den englischen Fahrer Dick Seaman im Mercedes Team schliessen.
Bild 2:
Bernd Rosemeyer nicht vor irgendeinem Auto, sondern vor der Auto Union Stromlinienwagen auf der Avus 1937. Mit genau diesem Auto (modifiziert) wird er ein halbes Jahr später in den Tod fahren.
Bild 3:
Das ist nicht das letzte Bild Rosemeyers. Hier wird der Wagen gerade gewendet und für den Start positioniert. Es gibt allerdings noch Bilder nach dem Start.
Bild 4:
Wie die Autoren darauf kommen, es handle sich um die Karosserieverkleidung ist mir schleierhaft. Die Karosserie hat sich ja bereits 100e Meter zuvor vom Wagen gelöst.
Bild 5:
Die Berliner Rennstrecke ist nicht irgendeine, es ist die Avus. Auf der 1937 in einem formelfreien Rennen die stromlinenförmigen, futuristischen Wagen von Mercedes und Auto Union Spitzengeschwindigkeiten über 350km/h erzielten. Die neue Steilkurve machte es möglich. Die Reifen waren das grösste Handicap.
Bild 6:
Bernd Rosemeyer 1937 im Streckenabschnitt Karussel beim Eifelrennen auf dem Nürburgring. Also nichts ist mit 1935.