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"Micky Maus" vs. "Fix und Foxi" Fürs Leben gezeichnet



8 Debattenbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Klaus Makiolczyk

4. November 2008, 23:26
>Auch mir erscheint der Aufhänger "Entscheidung für unterschiedliche Lebenswelten" für zu hoch gegriffen, zumal der Artikel einen wesentlichen Punkt vergisst: Kauka hatte von Anfang der 60er bis weit in die 70er hinein - also in der wohl auflagenstärksten Zeit von mehr...

Anna Lange
31. Oktober 2008, 11:46
Hm, sorry. Aber eine "Entscheidung für unterschiedliche Lebenswelten" scheint mir doch etwas hoch gegriffen in der Bewertung der Bedeutung der genannten Comics. Bei mir persönlich gab es nicht einmal eine Entscheidung: Wir lasen, was wir an Comics kriegen konnten, egal ob MM oder FF. Das lag aber vielleicht auch daran, dass die Nachschublage bei unserem Dorfladen sehr unzuverlässig war, mal bekam man das eine Heftchen, mal das andere.
Dominik Kammerer
31. Oktober 2008, 12:23
Irrtum: die Micky Maus erscheint mittlerweile montags, nachdem sie erst bis vor kurzem am Samstag auf die Theke kam.
Niedermeyer Frank
31. Oktober 2008, 23:30
Auch ich war Fix-und-Foxi-Leser. Aber eigentlich mehr als Kontrapunkt zu meiner Schwester. Rückblickend stelle ich fest, dass die Donald-Duck-Geschichten wesentlich origineller waren als die von Fix und Foxi, die sich ständig darum drehten, wie Lupo Oma Eusebias Torte klauen konnte. Gähn!
Julian Hildebrandt
1. November 2008, 03:28
Yep, das "Micky Maus Magazin" erscheint derzeit am Montag. In Deutschland. In der Schweiz am Samstag. Am Dienstag nirgends. So fängt es an. Nur 3 Panzerknacker? So geht es weiter.
In "The Paul Bunyan Machine", hierzulande erschienen als "Hans Hackebeil" in "Die tollsten Geschichten von Donald Duck" Nr. 96 vom 4. Juli 1988 sind auf einem einzelnen Panel schon mal
12 zu sehen. Die Ziffernfolge ihrer Sträflingsnummern lässt 36 unterschiedliche Kombinationen zu. Hierin nicht eingerechnet sind vereinzelt auftretende "Sondernummern", wie zum Beispiel "176-IKU". Schließlich handelt es sich bei der Panzernacker AG um eine internationale Organisation, wie sich sehr schön am Beispiel der Geschichte "Verschlüsselte Botschaften" aus "Micky Maus" Nr. 40 vom 5. Oktober 1968 erkennen lässt. In dieser Story treten unter anderem ein schottischer und ein (schlitzäugiger) asiatischer Panzerknacker auf. Nur 3 Beagle Boys?
Lupo mit Donald Duck gleichzusetzen, erscheint mir völlig verfehlt. Dazu einfach mal den Urlupo
auf dem Titelbild von "Eulenspiegel" Band 5 ansehen. Wen erkennen wir in diesem Urlupo auf Anhieb wieder? Den Großen Bösen Wolf. Mit seinem ausprägten Hang zur Kleinkriminalität (Hühner stehlen, Schweinchen schlachten) und seiner chronischen Arbeitsscheu - selbst die im Haus anfallenden Tätigkeiten läßt er ausnahmslos vom Kleinen Bösen Wolf erledigen - auch charakterlich ganz klar das Ebenbild Lupos. Donald dagegen ist - abgesehen von kleinen Schummeleien und etlichen Schlägereien - durch und durch gesetzestreu, leistet in unzähligen Jobs härteste Arbeit, kümmert sich in vielen Stories auf das Gewissenhafteste um seine Neffen, während Lupo über die Maßen faul ist und nur an sich selbst denkt. Übrigens konnte ich "Fix und Foxi" nie ausstehen. Als Kind habe ich die Gründe nur intuitiv erfasst, wissenschaftlich aufbereitet sind sie nachzulesen auf den Seiten 28 bis 43 in "Massenzeichenware Die gesellschaftliche und ideologische Funktion der Comics" von Wiltrud Ulrike Drechsel, Jörg Funhoff, Michael Hoffmann, edition suhrkamp, Erste Auflage 1975. Im Vergleich dazu die Abhandlung über Disney Comics auf den Seiten 56 bis 62 in "COMICS Anatomie eines Massenmediums" von Wolfgang J. Fuchs/Reinhold C. Reitberger, Rohwolt, Dritte Auflage 1976.
Zum Schluss noch eine kleine Anmerkung: In meinem Archiv habe ich bis auf etwa 40 Nummern alles, was seit 1946 an Disney-Comics unter den Labels Dell, Gold Key, Whitman, Gladstone, Disney und Gemstone bis auf den heutigen Tag erschienen ist, sowie sämtliche Micky-Maus-Hefte seit August 1951 und alle "Tollsten Geschichten von Donald Duck" und "Donald Duck Sonderheft".
Fix und Foxi? Fehlanzeige. Dies hat nichts mit meiner Lebenseinstellung zu tun, sondern mit meinem Empfinden für Qualität.
Sven Bussian
2. November 2008, 10:39
Auch mir erscheint der Aufhänger "Entscheidung für unterschiedliche Lebenswelten" für zu hoch gegriffen, zumal der Artikel einen wesentlichen Punkt vergisst: Kauka hatte von Anfang der 60er bis weit in die 70er hinein - also in der wohl auflagenstärksten Zeit von Fix und Foxi - die Lizenzen an einer Vielzahl Franco-belgischer Titel.

Kauka eröffnete seiner (deutschen) Leserschaft die Chance, Zeichner/Autoren wie Peyo, Franquin, Hergé oder Will erstmals kennenzulernen. Zeichner/Autoren übrigens, mit denen der Carlsen Verlag Jahre später riesige Erfolge feierte.

Kauka war also in gewissem Sinne ein Visionär, um nicht zu sagen (Mit-)Begründer einer Comic-Kultur im deutschen Sprachraum. Dass es dabei zu kleinen und größeren Kollateralschäden kam und beispielsweise aus Franquins "Marsupilami" "Kokomiko" wurde, mag man verzeihen - sind diese doch dem damaligen Zeitgeschmack geschuldet.

Immerhin wurden seinerzeit auch unzählige US-Fernsehserien durch eine sehr freie (witzige?) Übersetzung geschändet ...

Unbestritten bleibt allerdings, dass die Helden - und Namensgeber - beider Magazine nur eines waren: uncool und langweilig! Denn auch Lektüre von Micky Maus wäre ohne die genialen Übersetzungen von Dr. Erika Fuchs und die Geschichten vom "guten Zeichner" (richtig: Carl Barks) mehr als freudlos gewesen.
Robert Bernnat
2. November 2008, 13:00
Ich kenne wirklich niemanden, der für "Fix und Foxy" selbst Geld ausgegeben hat. Der einzige Grund selbst in Besitz eines FF Heftes zu gelangen waren gutmeinende Omas welche zu Besuch kamen und eben keine Ahnung hatten wenn sie dem Enkel ein Comic mitbringen wollten. Außerdem erinnere ich mich, im Wartezimmer beim Kieferorthopäden aus Verzweiflung einmal versucht zu haben ein Fix und Foxy-Heft zu lesen. Die lagen da nämlich immer Stapelweise rum im Gegensatz zu den Micky Maus Heften welche durch andere Wartende ständig okkupiert waren. Was die Geschichten angeht muß ich allerdings rechtgeben, dass auch ich das alles nur wegen den Ducks und nicht wegen der Namensgebenden Maus gekauft habe.
Tomek Grabowski
3. November 2008, 17:04
Ich persönlich habe auch nie eins dieser unsäglichen F&F-Hefte gekauft, kam aber im Zuge diverser Tauschtransaktionen auch in den Besitz einiger Exemplare. Ich pflegte diese dann sonntags in der Badewanne unter Wasser zu lesen und den Papiermatsch hinterher wegzuwerfen...
Meine über Tausend M&M-Hefte habe ich dagegen noch heute : )
Klaus Makiolczyk
4. November 2008, 23:26
>Auch mir erscheint der Aufhänger "Entscheidung für unterschiedliche Lebenswelten" für zu hoch gegriffen, zumal der Artikel einen wesentlichen Punkt vergisst: Kauka hatte von Anfang der 60er bis weit in die 70er hinein - also in der wohl auflagenstärksten Zeit von Fix und Foxi - die Lizenzen an einer Vielzahl Franco-belgischer Titel.

Völlige Zustimmung! Noch heute bin ich ein großer Freund franco-belgischer Comics, und der Grundstein dazu wurde in 70ern durch Fix & Foxi gelegt - "Spirou" und z.B. hab ich dort kennengelernt. Dieser wichtige Umstand taucht in dem Artikel ü b e r h a u p t nicht auf (ebensowenig wie in den meisten der Kommentare)! O h n e "Tim & Struppi", Gaston" und all die anderen wäre FF in der Tat das lahme, dümmliche Heftchen gewesen, als das es hier ansonsten durchweg charakterisiert wird - doch dem war ja eben nicht so.
Im übrigen kann ich mich diversen anderen Kommentatoren nur anschließen: Die Konkurrenz Micky Maus - Fix & Foxi zu einer "Lebenseinstellungs-Entscheidung" hochzustilisieren, halte ich auch für a r g übertrieben! Ich habe damals beides gerne gelesen - neben weiteren Comics wie etwa "Yps", aber auch Kinder- und Jugendbücher.

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