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2008

Olympia 2008 "Wir kamen nicht mehr raus"



9 Debattenbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Oliver Dinius

22. Dezember 2008, 06:30
Die Autorin schreibt exakt das was von ihr zu erwarten war. Wankelmut ist ihr jedenfalls nicht vorzuwerfen.
Den Text selber zu kommentieren erübrigt sich, dieser allumfassende Pessimismus ist sicher in der Persönlichkeit der Schreiberin zu suchen, mit der Situation in Peking oder anderen mehr...

Matthias Winkelmann
20. Dezember 2008, 21:46
Die Vorurteile der Autorin sind ja schon zu Anfang des Berichts recht deutlich. Jeder Stadtelmarathon oder jedes kleine Rockkonzert verteilt doch Namensschilder zur Akkreditierung und Zugangskontrolle. Auch der Schock des schwüle Wetter oder der Wunsch nach einer Dusche liegen wohl eher an der Natur und der langen Reise als der implizierten moralischen Verworfenheit der Gastgeber.
Uwe Kleinschmidt
20. Dezember 2008, 23:11
Hallo Frau Duplitzer,
ich schaetze Ihren Mut, einen entscheidenden Teil Ihres Lebens dem Sport zu widmen und das Risiko einzugehen, damit auch ueber die aktive Zeit hinaus irgendwie Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Ich lese allerdings in Ihrem Artikel ein wenig Frustration heraus, dass mit dieser Entscheidung fuer den bezahlten Sport (oder zaehlen Sie Olympia nicht dazu?) alle Begleiterscheinungen neu oder mindestens befremdlich in ihrer Endkonsequenz sind. Sie bieten auch leider auch keinen Alternativansatz und ich sehe einen Hauch einer einseitigen Meinungsbildung. Ihre sogenannten 'Maennchen' sind auch Menschen, oder? Haben Sie deren Kontakt mal gesucht, was hat Ihre interkulturelle Vorbereitung auf die Spiel in China fuer Erkenntnisse gebracht? Gab es auch andere positive, bewegende Momente bei Olympia fuer Sie, die ueber das Erleben der hohen Luftfeuchtigkeit hinausgingen? Das waere m.E. viel interessanter gewesen. Danke
Daniel Sachse
21. Dezember 2008, 00:37
Ich finde das ein wenig schade, wie einseitig dieser Bericht ist. Ich meine, das war doch von vornherein klar:

Geht bei den Spielen irgendwas schief würde es heißen "Jaja, diese Chinesen in ihrer Dikatur, das musste ja so kommen" - und wenn doch alles mehr oder weniger wie am Schnürchen läuft dann heißt es ebenfalls "Sowas können ja nur Diktaturen, das musste bei den Chinesen ja so kommen."

Und: War es wirklich nötig, die Helfer und Begleiter als "Bunte Männchen" zu verunglimpfen?
Tilo Garlin
21. Dezember 2008, 11:25
Auch ich bin der Meinung, daß der Bericht zu einseitig ist. Die Sicherheitsstandards sind überall sehr hoch. Logisch ist auch, daß viele Dinge aus unserer Sicht überzogen und nicht unseren Auffassungen entsprechen. Bezüglich des Deitschen Hauses teile ich die Meinung der Autorin-ein Treffpunkt von Selbstdarstellern, für einen "einfachen" Sportler teilweise finanziell zu kostspielig.Viele unserer "Superathleten" sind zu verwöhnt und "abgehoben"- etwas mehr Bescheidenheit würde uns besser anstehen!
Johann Schleifer
21. Dezember 2008, 11:36
Sehr geehter Frau Duplitzer,

sich lassen sich vom Spiegel für sinophobe Hetze instrumentalisieren. Mit Ihren Beiträgen hinsichtlich Olympia und China entblößen sie lediglich ihre eigene Engstirnigkeit und Frustration. Unfair und lächerlich ist es jedoch Ihren Frust ("Lesbische Sportlerinnen werden diskriminiert" lol) an China auszulassen.

Nehmen Sie sich bitte ein Beispiel an Frau Britta Heidemann. Frau Heidemann ist gutaussehend, intelligent und sie besitzt die Fähigkeit auch fremden Kulturkreisen mit Respekt und Interesse zu begegenen. Nehmen Sie sich ein Beispiel! Bitte! Sie nerven einfach nur noch!

Joachim Holstein
21. Dezember 2008, 14:11
Und jetzt, sehr geehrte Frau Duplitzer, warten wir gespannt auf Ihren Bericht aus Atlanta 1996 mitsamt Ihrer Einschätzung der dortigen Sicherheitsmaßnahmen, der dortigen Sponsorenauftritte (Sie erinnern sich vielleicht, dass jene "Spiele" als die "Coca-Cola-Games" in die Geschichte eingingen?) und vielleicht auch samt Ihrer (Ab-)Qualifizierung der dortigen Helfer, deren Hautfarbe oder Outfit hoffentlich keine Rolle bei Ihrer völkerverbindenden Mission gespielt hat.
Sie haben auch das Glück der Spätgeborenen, daher ist Ihnen erspart geblieben, buchstäblich durch das Blut ermordeter Studenden zur Eröffnungsfeier zu waten wie weiland 1968 nach dem Massaker von Tlatelolco in Mexico-Stadt.
Für SPON-Leser interessant zu erfahren wäre auch, wie Ihr "Arbeitgeber", die deutsche Armee, Ihnen China nahegebracht hat und ob es dabei eine kritische Auseinandersetzung mit einer früheren Truppenverabschiedung gab - nämlich der berühmten Hunnenrede von Willem Zwo: "Führt eure Waffen so, dass auf tausend Jahre hinaus kein Chinese mehr es wagt, einen Deutschen nur scheel anzusehen."
Die Chinesen haben sich nun mal nicht dran gehalten. So was Böses aber auch.
Pepe Tan
21. Dezember 2008, 18:24
Dieser Text hat einen schalen Beigeschmack bei mir hinterlassen als ich von den "Männchen", wie die Menschen in dem Text gekonnt abwertend bezeichnet werden, lesen musste.

Theresa Satyabrata
21. Dezember 2008, 23:31
Ich muss eine Lanze brechen für Frau Duplitzer. Als Deutsche mit chinesischer Abstammung war es auch für mich ein absoluter Kulturschock als ich bei den Testevents für die Olympischen Spiele dort arbeiten musste. Wegen meiner Wurzeln hatte ich mir etwas anderes erhofft und nicht damit gerechnet.
Wenn man noch nie in diesem Land war geschweige denn dort gearbeitet hat, was ein absoluter Unterschied ist zu einem Besuch als Tourist ist, sollte man Frau Duplitzer nicht leichtfertig verurteilen. Die Chinesen teilen sich selbst in Klassen ein, es ist schlimmer als alles was ich jemals erlebt habe. Ein Techniker schüttelt einem LKW-Fahrer die Hand und wird für den restlichen Tag von den chinesischen Kollegen gemieden, ähnliches passierte mir als ich den Venue Technology Manager in der Fechthalle begrüsste - erst als klar wurde dass ich Ingenieurin bin, wurde ich anerkannt. Sonst hätte ich nicht mal mit ihm reden dürfen. Man wird seinem "Stand" entsprechend behandelt. Nochmal extremer wird es wenn man mit hohen Mitgliedern aus der Partei zu tun hat. Das Wort Mobbing bekäme dort ganz neue Qualitäten.
Als ich dann zu den Olympischen und Paralympischen Spielen 2 Monate in Peking verbrachte, verstärkte sich leider mein vorwiegend negativer Eindruck. Die Menschen sind geprägt durch dieses System der totalen Kontrolle, und unweigerlich bekam das auch jeder Ausländer der dort seine Zeit verbrachte, zu spüren. Auf den Strassen Helfer mit weiss-roten Shirts - sie überwachten alles und meldeten alles ungewöhnlich erscheinende. Sogar um die Zuschauerränge in den Hallen wurde sich "gekümmert" - um einen guten Eindruck zu machen wurde Publikum "gekauft". Es waren die Gruppen in den gelben T-Shirts, die alle gleichzeitig auftauchten. Jedes Venue hatte eine bestimmte Anzahl an "Zuschauern" an der Hand, die spontan geholt werden konnten.
Die Bezeichnung "Bunte Männchen" resultiert vielleicht aus dem Eindruck dass diese Unmengen an Leuten wie Marionetten des Systems wirkten. Wenn man zum zehnten Mal in 20 Minuten "This way, please" hört, und das auch an Ecken wo man nur in eine Richtung laufen KANN, oder man oft völlig grundlos gezwungen wird, einen anderen Weg zu nehmen, dann bekommt man leider das Gefühl der Bevormundung resultierend aus diesem System.
Natürlich hat die hohe Luftfeuchtigkeit damit wenig zu tun, aber umso mehr der extreme Smog der einem zusammen mit dem Klima den Atem wie ein Schlag in den Magen nimmt sobald man aus der Flughafentür hinaustritt.
Der Platz reicht hier leider nicht um alles so ausführlich darzulegen wie es zu diesem negativen Gesamteindruck kommen kann. Ich jedenfalls kann Frau Duplitzer (übrigens danke nochmal für das Autogramm, wir haben uns bei den Testevents getroffen) verstehen. Leider war ich nach 2 Monaten unglaublich froh, mein ursprüngliches Heimatland zu verlassen.
Übrigens, fürs nächste Mal: der blaue Balken auf der Akkreditierung berechtigt, alle Bereiche zu betreten die mit rot markiert sind. Blau ist sozusagen "mehr wert". Es sei denn es fehlt eine Zahl die noch zusätzlich zum Betreten des Bereichs gefordert ist. Diese Berechtigungen (Farben und Zahlen) sind genormt und bei allen olympischen Spielen gleich. In Peking gab es jedoch jeden Tag neue zusätzliche Berechtigungen in Form von Aufklebern, zum Beispiel um bestimmte Aufzüge benutzen zu dürfen.
Dieses wurde so extrem dass die Stadion-Sprecher einer Halle sich irgendwann einen kleinen Aufkleber in Form einer Toilette auf die Akkreditierung klebten und behaupteten den bräuchte man um auf Klo gehen zu dürfen. Alle haben es geglaubt und sich sofort panisch erkundigt wer ihnen denn diese Aufkleber aushändigt.

Ich habe in Peking glücklicherweise auch Chinesen kennengelernt die ich mir sehr gut ausserhalb des Systems vorstellen konnte, aufgeschlossene Menschen die Individualität leben, aber es wird ein langwieriger Prozess sein etwas zu bewegen, denn der Apparat funktioniert äusserst machtvoll.



Oliver Dinius
22. Dezember 2008, 06:30
Die Autorin schreibt exakt das was von ihr zu erwarten war. Wankelmut ist ihr jedenfalls nicht vorzuwerfen.
Den Text selber zu kommentieren erübrigt sich, dieser allumfassende Pessimismus ist sicher in der Persönlichkeit der Schreiberin zu suchen, mit der Situation in Peking oder anderen Olympiastädten hat das ganze bestenfalls am Rande zu tun. "Bunte Männchen", so ein Quatsch... einfach nur ärgerlich.

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