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Magnar Hirschberger
10. Februar 2009, 01:19
Mac bedeutete lange Zeit "besonders teuer" und "inkompatible Hardware". Dies ist mit den Intel-Hardware schon seit ein paar Jahren endlich vorbei. Jetzt läuft die x86er-Linuxdistros auch auf dem Mac. Als Bootmanager eignet sich besonders gut reFit
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Steffen Koch
21. Januar 2009, 15:55
Wie ein "Jünger" vom Glauben abfiel
Auch wenn meine Beziehung zu Macs sicher weniger intensiv war als die des Autors, war ich dennoch jahrelang überzeugt, mit meinen Macs echte Qualitätsprodukte - sowohl in Bezug auf hardware als auch auf software - auf meinem Schreibtisch zu haben. Dafür war ich auch bereit, deutlich mehr Geld auf den Tisch zu legen als bei "Standard-PCs". Dieser Glaube wurde jedoch kürzlich jäh erschüttert. Während eines downloads hatte sich auf meinem gut zweieinhalb Jahre alten Gerät plötzlich ein seltsames Muster auf dem Schirm gezeigt - nichts ging mehr. Beim hiesigen Gravis-Händler tippte man gleich auf einen Fehler im "logic board" (dem Herzstück des Rechners) und legte mir einen (kostenpflichtigen) Kostenvoranschlag nahe, um dies zu prüfen. Nichts böses ahnend gab ich diesen in Auftrag und fiel fast vom Stuhl, als ich am nächsten Tag hörte, die Reparatur solle über 800 Euro kosten - verbunden mit der Empfehlung, doch besser gleich ein neues Gerät zu kaufen, die Reparatur lohne sich nicht.
Nach einigem Überlegen kam ich, was die Reparatur betrifft, zum gleichen Ergebnis. Pflichtgemäß hat Gravis den Rechner als Elektromüll verschrottet. Mein Fazit jedoch: kurzlebige hardware, kundenfeindliche Preispolitik, somit werde ich selbstverständlich nie wieder einen Apple kaufen. Diese Erkenntnis war leider nur gegen 60 Euro für den Kostenvoranschlag erhältlich.
Till Jonas
21. Januar 2009, 17:37
Typisch für diese Apfel-Jünger ist ihre Eitelkeit gepaart mit Ahnungslosigkeit.
Auch ich kenne Apple seit Anfang der 80er und bin als Designer gegenüber dem äußerlichen Charme durchaus empfänglich und gelegentlich schon mal erlegen.
Doch es gibt wesentliche Gründe, warum sich die Marke bisher nicht durchsetzen konnte und dies wohl auch nie wird. Apple arbeitet mit verlogenen Tricks den Kunden an die Marke zu binden - das spüren die Käufer - am Preis liegt es nicht.
Der finanzielle Unterschied wäre kaum größer als bei einem VW Golf gegenüber einem Audi A3. Es ist vielmehr die Machart wie dem Laien versteckte technische "Standards" untergejubelt werden, die keine sind.
iTunes sieht cool aus, ist aber eine einzige Abo-Sackgasse, der iPod mit fetten Marketing-Kampagnen beworben, doch leider liegt er bei Vielen nutzlos herum, weil im Vergleich zu offenen MP3-Playern ist er unflexibel und zugeknöpft.
Auf Apple erstellten oder veränderten Bildern und Filme wird ein Farbraum untergejubelt, sodass sie auf anderen weltweiten Standardgeräten wie Fernseher, Digitalkameras, Projektoren und 95% der restlichen Rechner inklusive Internet einfach blass aussehen - das Bild-Gamma wird von Apple auf 1.8 verstellt - so dass die Bilder nur auf Apple-Hardware brillant aussehen. Ich kenne Profi-Fotografen und Agenturen, die sind so Apple-eingeschworen, dass sie diese Farbblindheit noch nicht einmal erkennen.
Das Betriebssystem der großen Äpfel: ein einziger Mythos der angeblichen Bedienerfreundlichkeit. Wer simpel denkt und keine Fragen stellt, kommt vielleicht zurecht - in einer kleinen Disneywelt. Wenn ich als Lehrender Studenten vergleiche, die Mac oder PC benutzen, dann kann ich nur feststellen, die PC-User sind meist die hartnäckigen mit den neuen Ideen - die Apple-User aber halten sich für die Kreativen.
Für einen Kommunikationsdesigner ist es natürlich interessant, wie die Marke es schaffte, mit Gestaltung und Rebellenkult ein Wohlgefühl zu manipulieren. Interessanteweise sind es gerade die Medienleute, welche auf die eigene Machart hereinfallen und eigenartig unkritisch bleiben.
Liebe Spiegel-Redaktion, wir wissen ja, ihr habt aus der 8%-Nische eine wichtige Gutmenschenmission zu erfüllen, aber ihr seid mit dem Mac in eine proprietäre Marketing-Falle geraten und müsst jetzt immer die rote Pille nehmen, damit die Illusion nicht in Selbstkritik umschlägt.
Gerald Wenk
21. Januar 2009, 19:53
Ja, da ist es wieder, das typische Gebahren in den Foren. Womöglich liegt es an uns Männern, die stets Ihre Erfahrungen, Haltungen und Ansichten gar so gern absolut setzen und so keine Möglichkeit besteht, einem anders Erfahrenen, Denkenden "bestehen zu lassen. "Ahnungslosigkeit" ist da noch der mildeste Vorhalt zur Legitimation der eigenen Position. "Naivität, Reinfall auf Marketing-Machen etc... Nein. Ein Lehrender sollte doch, werter Herr Jonas, etwas mehr Toleranz gegenüber den Eleven dieser Welt üben. Womöglich gelangen diese genauso glücklich, genauso überzeugt und genauso ambitioniert zu ihren Zielen - bloss eben über eine andere Wegstrecke, über andere Werkzeuge.
Und genau hier von ist doch die Rede: Als ich 1987/88 erstmals einen Mac zu meinem damaligen Schneider PC gesellte, war mir schnell klar, welches der beiden Geräte einfach mehr Spaß machte - beim Arbeiten wohlgemerkt. Aus diversen Gründen nutzte ich bis Anfang der 90er Jahre jeweils die Topmodelle beider Rechner-Welten. In friedlicher Koexistenz. Seither indes arbeite ich bis heute nahezu ausschliesslich mit Mac-Rechnern. Aus Gründen, die womöglich nur aus meiner bescheidenen Weltsicht die Guten sind: Ein Original-Apple-Display ist für mein Augenpaar einfach angenehmer zu "betrachten". Die Ergonomie des gesamten Systems erscheint mir als gelungene Synthese aus Design und Funktionalität. Apple-Rechner sind extrem leise und ebenso leistungsstabil. Systemabstürze sind seltener als Sonnenfinsternisse hierzulande - und das, obschon mein jetziger PowerMac seit zwei Jahren tags und nachts "durchläuft".
Eine Systemerweiterung macht schon deshalb Spaß, weil man den rechner dazu öffnen darf: kein Kabelsalat, keine Bastelbuden-Anblicke... alles sehr gut verstaut und ebstens aufgeräumt. Ästhetik eben.
Ein weiterer Aspekt: einen PowerMac nutze ich ca. drei bis vier Jahre. Und selbst dann erzielt er immerhin noch recht gute Erlöse als Gebrauchtgerät. Allein dies wiegt die Mehrosten bei der Anschaffung auf:der Wiederverkaufswert.
Natürlich, im täglichen Arbeitsbetrieb - wenn man also so drei bis sechs Stunden intensiv mit Rechnern arbeitet, man schreibt, gestaltet, bearbeitet Multimedia etc., dann nehmen sich all diese Rechner, ob nun Windows, Vista oder Mac noch nicht wirklich etwas. So man aber noch länger und intensiver mit diesen Geräten zu tun haben muss, erweist sich ein Mac durchaus als das mühelosere Gerät.
Ich bin kein Technikfreak, der nun all die hübschen Spielereien und Tools der Betriebssysteme auszuloten gewillt ist - für mich nicht relevant. Aber die Performance, die Stabilität und gleichbleibende Rechenleistung einerseits, das hohe Maß an Fertigungsqualität und somit an Komfort hinsichtlich excellenter Displays, nicht hörbarer und somit nicht störender Lüfter etc... verleihen dem Mac durchaus das Prädikat: professionelles Gerät. Und eben das wird von Profis sehr geschätzt.
Deshalb werde ich Mac treu bleiben. Ich habe durchaus auch unschöne Reparaturen und Ausfälle erlebt. Aber diese stehen nach nunmehr fast 25jährger vergleichender Praxis in keinem Verhältnis zu dem, was ich mit den im näheren Umfeld vielfältig eingesetzten Windows/Vista-Rechnern erlebte. Noch heute betreue ich im Freundeskreis nebenher eben deren indows/Vista-Rechner bzw. deren Netzwerke. Und ein jedes Mal freut es mich insgeheim, nach entsprechender Rückkehr an den eigenen Schreibtisch den Mac vor mir zu haben.
Und ich gestehe unmwunden ein: eben das spornt meine Kreativität an. Ich halte mich ergo womöglich selbst für einen Solchen. Aber das leiste ich mir ebenso gern wie meinen Mac :-)
Gerd Brückmann
21. Januar 2009, 20:45
Einmal Apple - immer Apple.
Schöner sind sie allemal. Und wer umgibt sich nicht gerne mit Schönem?
Dennoch: Innovativer, schöner, cooler, teurer, schneller, langsamer, flacher - das ist für Apple-Jünger nicht wirklich von Bedeutung. Leistungsdaten verglichen haben wir zuletzt damals mit den Auto-Quartett-Karten, liebe PC-User.
Es verwundert immer wieder, wie intensiv sich die Apple-Gegner mit Produkten auseinandersetzen, die sie ohnehin nicht haben wollen. Daran lässt sich die wahre Leistung des Unternehmens mit dem Apfel-Logo ablesen. Kaum ein anderes Unternehmen hat es in so kurzer Zeit geschafft, seiner Marke eine solch magische Aura zu verleihen.
Schön, dass unsere Welt von so vielen Vernunftsmenschen bevölkert ist, die auf den ersten Blick, Unnützes und Überteuertes von wahren Werten unterscheiden können.
Immer wieder sagen uns die Testinstitute, wie gut und günstig No Name Produkte sein können. Mcianer geben sich lieber den Apfel.
Ralph Albert
22. Januar 2009, 08:07
Wie sich Menschen, die ein industriell gefertigtes Massenprodukt gekauft haben , sei es nun Auto oder Computer , als Individualisten fühlen können, wird mir ewig ein Rätsel beleiben.
Glaube versetzt eben doch Berge.
Andreas Schifferdecker
22. Januar 2009, 09:19
sicherlich lässt sich morgen an dieser stelle im x-tausendsten eintrag der gleiche stand einer vergleichenden diskussion wiederfinden.
hier ging es um die geschichte des mac und keinen vergleich mit den natürlich immer besseren pcs oder was auch immer - wird langweilig auf die dauer.
@ albert. ich wusste gar nicht dass ein auto oder computer einen individualisten ausmacht
Horst Klinker
22. Januar 2009, 12:12
Erster Beitrag = Holz stapeln
Zweiter Beitrag = Anzünden
Oh Mann (nicht Frau) warum wird so ein Artikel mit Preisen für ein Logikboard kommentiert?? Es geht doch hier nicht um Guter Apfel oder Böser Apfel.
Zitat von DESIGNER Till Jonas: "... Apple arbeitet mit verlogenen Tricks den Kunden an die Marke zu binden .."
Antwort: Das macht doch JEDE Firma auf diesem Planeten.
Das hier ist einfach ein 25 Jähriges Jubiläum!
JIPPPIE! DANKE Apple für die schönen Stunden mit deinen Produkten!
Hanul Sieger
22. Januar 2009, 14:44
Ein netter Artikel zum 25jährigen Geburtstag des Mac.
Ein paar Ergänzungen:
- die Entwicklung des Mac begann schon 1979, allerdings eher in einem firmeninternen Think Tank als in einer echten Entwicklungsabteilung. Zwar hat Steve Jobs mangels anderer Projekte die Leitung des Mac schließlich von Jef Raskin (der auch den Namen nach seiner Lieblingsapfelsorte beisetuerte - übrigens falsch geschrieben) übernommen, aber sein Besuch bei Xerox war nicht die alleinige Inspirationsquelle für das Design. Die gesamte Entwicklungsgeschichte ist ausführlich auf folklore.org nachzulesen. In Buchform heißt es "Revolution in the Valley".
- der 20th Anniversary Mac kostet die selbst für Macs exorbitante Summe von $10.000 (die später drastisch reduziert wurde). Dafür gabs auch eine Anlieferung per Limo inkl. Techniker im Smoking, der den Rechner aufbaute.
- der Apple I war eigentlich ein reines Mainboard und wurde ohne Gehäuse verkauft. Alle Gehäuse, die man sieht (also auch das auf dem Foto hier) waren Eigenbauten der jeweiligen Käufer.
- die "Bombe" war keine Zutat zum MacOS, das erst in den späten 90ern kam, sondern bereits auf dem ersten Mac 1984 zu finden war. Siehe auch: http://en.wikipedia.org/wiki/Bomb_(symbol)
- Apple hatte nie einen Marktanteil von 50% erreicht, selbst in den Anfangstagen nicht. Niemals sind Macs auch nur annähernd in diesen Stückzahlen verkauft worden. Und die ganzen 80er und frühen 90er hindurch wurde parallel auch noch der Apple II in verschiedenen Ausführungen verkauft, der einen nicht unerheblichen Anteil an Apples Geschäft hatte. Maximal hatte Apple einen Marktanteil von 20%. In den 80ern konkurrierte Apple schließlich nicht nur mit IBM und anderen PC-Herstellern, sondern auch mit Commodore und Atari.
- Auf einem Mac erstellte Texte lassen sich mindestens seit den frühen 90ern (wahrscheinlich schon früher) auf PCs öffnen. 1. konnten die Floppy-Disk-Laufwerke auch PC-formatierte Disketten lessen und beschreiben und 2. gab es mit Microsoft Word (u.a.) schon lange eine Textverarbeitung sowohl für MacOS als auch für DOS/Windows.
Aber die Begeisterung für den Mac kann man natürlich nicht genug feiern, da sind ein paar Ungenauigkeiten nicht so wichtig ;-)
Magnar Hirschberger
10. Februar 2009, 01:19
Mac bedeutete lange Zeit "besonders teuer" und "inkompatible Hardware". Dies ist mit den Intel-Hardware schon seit ein paar Jahren endlich vorbei. Jetzt läuft die x86er-Linuxdistros auch auf dem Mac. Als Bootmanager eignet sich besonders gut reFit (http://refit.sourceforge.net). Als Distro empfehle ich schlicht Ubuntu - bei ausreichend RAM (4 GB) die 64bit-Version. Wer mitdenkt, kommt hier zu einem wirklich gutem Gespann aus Hard- und Software. Eine echt innovative und Windows-freie Zone. :-)
Magnar Hirschberger
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