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Werner Samjeske
8. September 2012, 20:31
Bei derartigen Artikeln fällt Ihnen letztlich immer wieder nur
"Gigantonomie und Größenwahn" ein.
Heute ist die Architektur auch nicht wesentlich bescheidener!
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Heinz Stupp
5. Januar 2008, 13:34
Der SPIEGEL-TV-Filmbeitrag ist schlecht recherchiert: Das Karstadt-Haus am Fehrbelliner Platz ist keineswegs ein Beispiel "nationalsozialistischer Architektur", sondern wurde von Philipp Schaefer errichtet, eines Vertreters des "Neuen Bauens" - also einer Bewegung, die von den Nazionalsozialisten abgelehnt wurde.
Ferner wurde die Berliner Siegessäule nicht anläßlich des Deutsch-Französischen-Krieges errichtet, sondern des Deutsch-Dänischen Krieges.
Gruß
Paul Hansen
5. Januar 2008, 15:57
also ich verstehe langsam wirklich nicht warum beim spiegel hitler und die NS zeit nun schon seit jahrzehnten fuer einen artiekl in praktisch jeder zweiten spiegelausgabe herhalten muessen. das hat schon lange nichts mehr mit vergangenheitsbewaeltigung und dergleichen zu tun, eher mit einer sehr eigenartigen morbiden zwangsneurose.
Peter Myrdal
5. Januar 2008, 20:47
Groessenwahnsinnig?
Warum ist ein 300 m hoher geplanter Bau in Berlin ein deutliches Zeichen von "Groessenwahn" Wolkenkratzer in Dubai oder Singapur aber nicht?
Warum ist die im bau befindliche amerikanische Botschaft in Bagdad nicht ein Zeichen von Groessenwahn? Warum sind die Pyramieden nicht deutliche Zeichen von Groessenwahn ( von Sklaven errichtet) sonder anerkannte kulturhistorische Meisterleistungen?
Kommt es wirklich immer auf den Auftraggeber an?
Julien Reitzenstein
5. Januar 2008, 22:44
Sehr geehrter Herr Bülow,
Glückwunsch zum gelungenen Artikel, griffig und gut zu lesen.
Allerdings erlaube ich mir, auf einige Details hinzuweisen:
Die große Halle wurde in den Bauplänen mit 290m Höhe geplant.
Der Flughafen Tempelhof von Sagebiel und das Olympiastadion von March haben nichts mit der Germaniaplanung zu tun. Tempelhof wurde ohne Speer geplant und ohne dass es in die Germaniaplanungen eingebunden war, 1936 fertiggestellt.
Speer wurde jedoch erst am 30. Januar 1937 zum "Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt" (GBI) ernannt und mit dem behördlichen Unterbau für die Germania-Planungen versehen, die sich danach entwickelten.
Allerdings ist richtig, dass Speer den Olympiastadionentwurf von Werner March grundlegend überarbeitete, da Hitler diesen grundsätzlich ablehnte und drohte diesen "Glaskasten" nicht betreten zu wollen. Dies geschah jedoch noch bevor Hitler 1936 mit einem Satz andeutete, Speer in Zukunft die Neugestaltung Berlins anzuvertrauen.
Die "Transportstandarte Speer" hat weder etwas mit der NSDAP zu tun, noch mit ihrer Untergliederung NSKK. Nach Kriegsbeginn dehnte die Dienststelle des GBI ihre Tätigkeit auch auf den Bau von Luftschutzeinrichtungen, auch über Berlin hinaus, aus. Im Frühherbst 1941 waren bereits 30.000 Einheiten in Berlin fertiggestellt und 80.000 in Vorbereitung. Dafür wurden immer größere Transporteinheiten notwendig, auch mit schweren Lkw. Diese wurden in die Transport-Standarte Speer zusammengefasst, zu der auch eine Transportflotte Speer gehörte, die über ca. 300 Schiffe und Lastkähne verfügte. Ob die Flotte eigenständig war oder Teil der Gesamttransportorganisation wird in der Literatur widersprüchlich behandelt und auch die Quellen sind unklar.
Klar ist jedoch, dass Speer als GBI Mitglied der Reichsregierung war. Die Arbeiten des GBI wurden vom Reich finanziert, somit auch ihre Mitarbeiter und ihre Transporteinheiten. Somit können diese nicht zum NSKK, einer Parteieinrichtung, gehört haben.
Speer weist in seinen eigenen Büchern, aber auch in den Dialogen mit Fest und Sereny darauf hin, dass er sich am Neoklassizismus Schinkels, zumindest zeitweilig, orientierte - das als "pseudoklassische" Bauweise zu bezeichnen, könnte gewagt sein.
Abschließend gestatten Sie mir, meiner Freude Ausdruck zu verleihen, auch unbekanntere Elemente von Germania zu besprechen und nicht nur die immer wieder vorgeführten Prachtbautenplanungen.
Mit freundlichem Gruße,
J. Reitzenstein
Julien Reitzenstein
5. Januar 2008, 22:57
>Der SPIEGEL-TV-Filmbeitrag ist schlecht recherchiert: Das Karstadt-Haus am Fehrbelliner Platz ist keineswegs ein Beispiel "nationalsozialistischer Architektur", sondern wurde von Philipp Schaefer errichtet, eines Vertreters des "Neuen Bauens" - also einer Bewegung, die von den Nazionalsozialisten abgelehnt wurde.
>Ferner wurde die Berliner Siegessäule nicht anläßlich des Deutsch-Französischen-Krieges errichtet, sondern des Deutsch-Dänischen Krieges.
>Gruß
Sehr geehrter Herr Stupp,
gestatten Sie, dass ich das mutmaßliche Missverständnis aufkläre: Anlass für die generelle Planung für die Siegessäule war in der Tat der deutsch-dänische Krieg von 1864. In der Endfassung wurden die drei Trommeln jedoch mit Beutegeschützen aus diesem Krieg (oben), dem deutsch-österreichischen Krieg 1866 (mitte) und dem deutsch-französischen Krieg (1870/71) verziert. (Die vierte Trommel mit Girlanden fügte Speer erst hinzu, als der Säule auf den Großen Stern verlegte.) Da die Säule am dritten Jahrestages des Sedantages eingeweiht wurde, der an die Gefangennahme des französischen Kaisers Napoléon III. erinnerte (2. September 1873) und die Säule durch die Erinnerung an die drei "Reichsgründungskriege" vor dem Reichstag errichtet wurde, ist selbst im Zeitungsarchiv in Berlin nicht mehr eindeutig zu klären, wie die Intention der Säulenerrichter bei der Enthüllung war.
Wenngleich die Säule kein gedecktes Dach hat, kann man das in diesem Falle also halten wie ein Dachdecker. ;-)
Mit freundlichem Gruße,
J. Reitzenstein
Heinz R. Jirout
13. Januar 2008, 19:22
Sehr geehrter Herr Reitzenstein,
die Geschichte vom Einfluß Hitlers auf den Entwurf des Berliner Olympiastadions beruht im Großen und Ganzen auf Speers "Erinnerungen" und ist durch die Quellenlage (Inexistenz der behaupteten Skizzenetc.) nicht belegt. Spätestens seit der Arbeit von Schäche/Szymansky zum Berliner Reichssportfeld stellt sich die Geschichte auch als Teil der Selbstrechtfertigung Werner Marchs nach ´45 dar, der auch ein durchaus prominenter Architekt der Speer´schen GBI war.
Beste Grüße
Heinz Jirout
>Allerdings ist richtig, dass Speer den Olympiastadionentwurf von Werner March grundlegend überarbeitete, da Hitler diesen grundsätzlich ablehnte und drohte diesen "Glaskasten" nicht betreten zu wollen. Dies geschah jedoch noch bevor Hitler 1936 mit einem Satz andeutete, Speer in Zukunft die Neugestaltung Berlins anzuvertrauen.
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>Die "Transportstandarte Speer" hat weder etwas mit der NSDAP zu tun, noch mit ihrer Untergliederung NSKK. Nach Kriegsbeginn dehnte die Dienststelle des GBI ihre Tätigkeit auch auf den Bau von Luftschutzeinrichtungen, auch über Berlin hinaus, aus. Im Frühherbst 1941 waren bereits 30.000 Einheiten in Berlin fertiggestellt und 80.000 in Vorbereitung. Dafür wurden immer größere Transporteinheiten notwendig, auch mit schweren Lkw. Diese wurden in die Transport-Standarte Speer zusammengefasst, zu der auch eine Transportflotte Speer gehörte, die über ca. 300 Schiffe und Lastkähne verfügte. Ob die Flotte eigenständig war oder Teil der Gesamttransportorganisation wird in der Literatur widersprüchlich behandelt und auch die Quellen sind unklar.
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>Klar ist jedoch, dass Speer als GBI Mitglied der Reichsregierung war. Die Arbeiten des GBI wurden vom Reich finanziert, somit auch ihre Mitarbeiter und ihre Transporteinheiten. Somit können diese nicht zum NSKK, einer Parteieinrichtung, gehört haben.
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>Speer weist in seinen eigenen Büchern, aber auch in den Dialogen mit Fest und Sereny darauf hin, dass er sich am Neoklassizismus Schinkels, zumindest zeitweilig, orientierte - das als "pseudoklassische" Bauweise zu bezeichnen, könnte gewagt sein.
>
>Abschließend gestatten Sie mir, meiner Freude Ausdruck zu verleihen, auch unbekanntere Elemente von Germania zu besprechen und nicht nur die immer wieder vorgeführten Prachtbautenplanungen.
>
>Mit freundlichem Gruße,
>
>J. Reitzenstein
Werner Samjeske
8. September 2012, 20:31
Bei derartigen Artikeln fällt Ihnen letztlich immer wieder nur
"Gigantonomie und Größenwahn" ein.
Heute ist die Architektur auch nicht wesentlich bescheidener!
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