Über Weihnachten und Silvester 1982 war der Gasthof Rechtegg unser Urlaubsziel. Diese Herberge lag oberhalb von Neukirchen am Großvenediger, im oberen Salzachtal. Der Ort wurde umrahmt von den Hohen Tauern und den Kitzbüheler Alpen.
Vom Ort zum Gasthof führte ein steiler, enger und unbefestigter Weg. Am Ortsende fuhren wir eine Tankstelle an, um an unseren Citroen Pallas mitgebrachte Schneeketten montieren zu lassen. Der Tankwart meinte nur lakonisch: Wollen sie das Auto beleidigen? Fahren sie los, sie brauchen mit dem Auto keine Ketten für die Auffahrt. So war es auch. Als uns ein Fahrzeug entgegen kam, mussten wir eine Böschung hochfahren, weil der Abfahrende aus lauter Vorsicht zu viel des Weges für sich in Anspruch nahm. Selbst das war gut zu meistern. Wir kamen nach einigen Minuten am Hotel an und bezogen unsere schönen Zimmer. Diese hatten Bergblick und zugleich sahen wir ins Tal der Salzach.
Schnee war für alle Sportarten ausreichend vorhanden. Für Anfänger war ein Lift am Hause, der im Bedarfsfall anlief. Da wir auch den Tauern-Radweg entdeckten, beschlossen wir, im Sommer mit unseren Rädern wiederzukommen.
Die Sonne verwöhnte uns schon, wenn im Tal noch der Nebel die Orte bedeckte. Der Gasthof lag auf einem Sonnenplateau auf etwa 1300 Metern und war bis auf die Mittagszeit völlig ohne Autoverkehr. Dann kamen Gäste aus dem Ort um die Sonne und das gute Essen zu genießen.
Am Abend waren in der Gaststube außergewöhnliche Gäste. Neben den Trinkern aus dem Ort war da noch die Dame, die sich ihres Slips entledigen konnte, ohne dabei die Jeans auszuziehen. Den hängte sie dann an einem Hirschgeweihe auf und erzürnt damit den Inhaber des Hauses. Wie das funktionierte, konnten wir nicht herausfinden.