Trotz der Angst, die SED könne schießen lassen, demonstrierten am 9. Oktober 1989 nach dem Friedensgebet in vier Leipziger Kirchen mehr als 70.000 Bürger mit den Losungen "Keine Gewalt" und "Wir sind das Volk" gegen das Regime. Die bereitstehenden 8000 Polizisten, Kampfgruppen-Angehörige und Soldaten griffen nicht ein. Von nun an breiteten sich die Proteste im ganzen Land aus; am 6. November waren es 400.000 Menschen, die in Leipzig demokratische Veränderungen forderten.