Lange schwelte der Konflikt im Kaukasus vor sich hin, Anfang August 2008 schlägt er in offene Gewalt um. Als Georgiens Präsident Micheil Saakaschwili seine Soldaten in die abtrünnige Provinz Südossetien einfallen lässt, reagiert Russland mit einem mächtigen und wohlgeplanten Gegenschlag. Moskaus Truppen marschieren nun ihrerseits in Georgien ein. Die Georgier haben der militärischen Übermacht nichts entgegenzusetzen und müssen sich zurückziehen. Die Nato reagiert empört auf den russischen Übergriff - Georgien steht auf der Liste künftiger Mitglieder der Allianz. Treffen des Russland-Nato-Rats werden ausgesetzt; demonstrativ reisen Nato-Diplomaten in die georgische Hauptstadt Tiflis und sagen Präsident Saakaschwili, einem erklärten Liebling Washingtons, Unterstützung zu. Der unterschreibt am 15. August schließlich einen Friedensplan, der einen Waffenstillstand und einen Truppenabzug vorsieht. Am Tag darauf unterzeichnet auch Russlands Präsident Dimitrij Medwedew. Die militärischen Aktionen sind zwar beendet, aber der Konflikt im Kaukasus bleibt - und der Streit darüber, wer den Krieg begonnen hatte.