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Münte wieder da
dpa
Münte wieder da

Der neue Parteivorsitzende der Sozialdemokraten - ist der alte. SPD-Schlachtross Franz Müntefering lässt sich nach dem Abgang von Kurt Beck in die Pflicht nehmen und am 18. Oktober 2008 von einem Sonderparteitag zum SPD-Vorsitzenden wählen. Es ist das Amt, das er 2004/05 bereits einmal innehatte. Die Rückkehr von "Münte" ist das Polit-Comeback des Jahres. Im November 2007 war er als Arbeitsminister und Vizekanzler der Großen Koalition zurückgetreten, um seine krebskranke Ehefrau Ankepetra zu pflegen. Richtig weg ist Müntefering allerdings nicht; seine Partei lässt er keinen Moment aus den Augen. Schon im März meldet er sich in einem Brief an Parteichef Kurt Beck zu Wort und rüffelt diesen für den Schlingerkurs im Umgang mit der Linkspartei. Nach dem Tod seiner Frau Ende Juli stürzt sich Müntefering wieder voll in die Parteiarbeit, Anfang September tritt er wieder öffentlich auf. In Bayern ist Wahlkampf, und die Bundes-SPD dümpelt bei 25 Prozent Zustimmung. Vielen Genossen erscheint der stets kämpferische "Münte" jetzt als Heilsbringer. In seiner Ausgabe vom 8. September ruft DER SPIEGEL Frank-Walter Steinmeier zum neuen Kanzlerkandidaten aus und nimmt damit die bevorstehende SPD-Klausur in Teilen vorweg. Parteichef Beck vermutet einen Komplott und zieht die Reißleine. Es ist an Steinmeier, Müntefering zu fragen, ob er Becks Posten übernehmen will. Müntefering will - und bekommt ihn.



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