Mit dreckigen Gitarrensounds und rotziger Attitüde kommt Mitte der fünfziger Jahre der Rock'n'Roll aus England und den USA nach Deutschland. Die Jugend freut's, Rock und Beat werden zum Ventil für Protest und Provokationen, weg mit dem Mief der elterlichen Spießigkeit. Vierzig Jahre später ist Protest passé, Hedonismus angesagt. Bei der Love-Parade feiern sich Mitte der Neunziger bis zu einer Million Jugendliche vor allem selbst. Angeheizt vom treibenden Utz-Utz-Utz der Techno-Beats und aufgepeitscht von Ecstasy zappeln sie in langen Zügen quer durch Berlin. Anders als der importierte Rock'n'Roll ist deutscher Techno ein Exportschlager, und Berlin wird für einige Jahre zum Mekka der partyhungrigen Weltjugend.