Raschid Nugmanows Filmdebüt von 1988 drückt, verpackt in einen Drogenkrimi, die Gefühle einer ganzen Generation junger Sowjetbürger in der Zeit des Niedergangs eines überholten Gesellschaftssystems aus. Die Hauptfigur ist der junge Student Moro (gespielt von dem damals in der UdSSR populären Rockmusiker Wiktor Zoi), der nach einem längeren Aufenthalt in Moskau in seine Heimat, die kasachische Hauptstadt Alma-Ata zurückkehrt. Er stellt fest, dass seine ehemals enge Freundin Dina zum Junkie geworden ist und entführt sie zur Entgiftung in eine wüstenähnliche ehemalige Uferzone des halb ausgetrockneten Aralsees. Zurück in Alma-Ata nimmt er den Kampf gegen die Drogenmafia auf und scheitert schließlich an der Übermacht ihrer weit verzweigten Strukturen. Das collagenhafte Werk aus Bildern postapokalyptischer Landschaften, Tunnellabyrinthen und kafkaesken Cafés wirkt manchmal, als sei der Zuschauer selbst in einen Drogentraum geraten. Es wurde zu einem der erfolgreichsten sowjetischen Filme aller Zeiten.
Die Deutsche Kinemathek zeigt das Werk 2009 im Rahmen seiner Reihe "Winter adé - Filmische Vorboten der Wende".