Eine spektakuläre Werbekampagne entwirft Ernst Dryden 1928 für Waldorf-Astoria. Unter dem Namen "Blaupunkt" will die Tabakfirma eine Zigarettenmarke für die moderne Frau der Goldenen Zwanziger etablieren. Drydens Werbegrafiken zeigen diesen Frauentyp in mondäner Modeszene, als sportliche Autofahrerin, Polospielerin bei einer Zigarettenpause oder als waghalsige Pilotin.
Waldorf-Astoria wird 1929 vom Haus Neuerburg, dem damals größten deutschen Tabakkonzern, übernommen und liquidiert. Von dem Werbegrafiker trennt sich der Neue Eigentümer allerdings nicht, sondern beauftragt ihn mit der Fortsetzung seiner sogenannten Frauenwerbung für die eigene Marke "Ravenklau". Atemberaubende Werbemotive kreiert Dryden zwischen 1929 und 1930 für diese Zigarettenmarke.
Die kreative Zigarettenwerbung für die Damenwelt findet Anfang der dreißiger Jahre ein jähes Ende. Zum einen passt ihre elitäre Bilderwelt nicht mehr zur Realität der Weltwirtschaftskrise und zum anderen das moderne Frauenbild nicht mehr zu dem der Nazis. Der Reemtsma-Clan übernimmt das Haus Neuerburg und setzt sich mit ganz anderen Zigaretten-Positionierungen auseinander: Die Wettbewerbsmarken heißen Sturm, Trommler, Alarm und Neue Front.