Die Hanseatin sah sich selbst als "nüchternen Menschen" und war dabei eine Königin der Herzen. Ihr Mann, Kanzler a. D. Helmut Schmidt, bekannte sich 68 Ehejahre lang mit Stolz zu seiner Frau, der "Tochter eines Werftarbeiters", wie er gern sagte. Emanzipation war ihr ein Fremdwort, sie sei nicht "so verrückt", ihren Mann nach langem Arbeitstag noch zu bitten, den Ascheimer auszuleeren. Dabei stand die Politikerfrau und Mutter stets auf eigenen Füßen. Loki Schmidt war 32 Jahre lang Lehrerin aus Leidenschaft. Als Jungvermählte finanzierte sie ihrem Mann das Studium; eines ihrer vielen Bücher heißt "Mein Leben für die Schule". Ein "Backs"- hamburgisch für "Ohrfeige" - sei manchmal besser als Worte, die viel schlimmer verletzen könnten, behauptete die Kinderkennerin wider alle Political Correctness. Dabei war Loki Lehrerin geworden, weil ihre Eltern ein Biologiestudium nicht zahlen konnten. Im Rentenalter wurde sie dann Forscherin und Naturschützerin. Sie bereiste die ganze Welt auf der Suche nach bedrohten Pflanzen und Tieren. Die "Pitcairnia loki-schmidtae" etwa ist ein von ihr entdecktes Ananasgewächs in Mexiko. An Gott glaubte sie nicht, obwohl sie und Helmut kirchlich geheiratet hatten: um den von den Nazis geschmähten Seelsorgern "den Rücken zu stärken", wie sie erklärte. Loki Schmidt starb am 21. Oktober 2010 im Alter von 91 Jahren in ihrer Heimatstadt Hamburg. Die Aufnahme zeigt sie zusammen mit Ehemann Helmut Schmidt am 26. Dezember 1981 während eines Urlaubs auf Sannibel Island in den USA.