In den früheren Wachturm, der heute eine Gedenkstätte für seinen toten Bruder ist, hat Jürgen Litfin eine Schaufensterpuppe gestellt. Er hat sie nach langem Betteln von einem Bekannten erhalten. Früher stand sie bei Karstadt - heute schaut sie uniformiert aus einem Fenster des Wachturms. Manchmal erschrecken sich die Passanten, die vom Ufer des Kanals hochschauen. "Da steht noch einer und guckt", rufen sie. Günter Litfin war der erste, der nach dem Bau der Mauer bei dem Versuch aus der DDR zu fliehen, erschossen wurde.