Veröffentlicht: 04.10.2011 Eingereicht von: Holger Bischoff
Bei dem Scan handelt es sich um ein Buch, das im hochwertigen Leder eingebunden ist. Die Blätter haben keine Linien. In dem Buch sind Widmungen von "Pension Schwestern" (weiblich und männlich) eingetragen. Es ist in deutscher Kurrentschrift verfasst und noch nicht in der Sütterlin-Schrift.
Es scheint so, dass eine Frau Mayer aus Hannover in Weimar, alleine oder mit ihrer Familie, in einer "Pension" (Kur oder Urlaub?) war und weitere Gäste dort was eingetragen haben - zur Erinnerung. Oder es handelt sich um ein Poesiealbum? Auf den letzten Seiten sind Gedichte und Poesie von Goethe und Co. aufgeschrieben (abgeschrieben) worden.
Das Lederbuch hat eine gleiche Kantenlänge von circa 25 Zentimetern. Das Buch habe ich in Aachen auf einem Trödelmarkt für kleines Geld gekauft.
Was ist das für ein Buch? Welche Aufgabe hat es 1892 erfüllt?
"In Pension" waren damals auch Mädchen aus gutbürgerlichen Kreisen, d. h. in privat geführten Erziehungsinternaten, wo sie zu braven Hausmütterchen erzogen wurden. Vermutlich haben sie sich dort gegenseitig etwas ins Poesiealbum geschrieben, war ja groß in Mode. Meine Mutter hat auch noch eins von ihrer Großmutter aus dieser Zeit. Allerdings finde ich es schon erstaunlich, dass auch männliche Personen in der Pension gewesen sein sollen. Oder vielleicht Tanzstundenpartner oder dergleichen?
Das Buch an sich ist ein Gaestebuch, wir hatten frueher viele davon zu Hause. Darin trugen sich Gaeste ein, die entweder zu einem speziellen Anlass (Feier) oder fuer einen laengeren Aufenthalt (Verwandtenbesuch, Sommerfrische) in einen Haushalt eingeladen worden waren.
Offensichtlich hat dieses Buch jemand zu einem Erholungs- oder Bildungsaufenthalt mit in die Goethestadt Weimar genommen, wo die Buchinhaberin in einer Pension untergebracht war. Dafuer duerften auch die abgeschriebenen Goethe-Gedichte am Ende sprechen.
Die aufgeschlagene Seite zeigt Eintraege vom Februar oder Maerz 1892. Der Eintrag auf der rechten Seite wurde "zum freundlichen Gedenken" von einer Frau Elly Grube aus Berlin verfasst.
Wenn Sie es in einer etwas hoeheren Aufloesung irgendwo einstellen oder e-mailen koennten, kann ich Ihnen gern mehr vom Text "uebersetzen".