Veröffentlicht: 05.01.2012 Eingereicht von: Eva Maurer
Obwohl sich Irland im Zweiten Weltkrieg als neutral erklärt hatte, mehrten sich die Angriffe im Luftraum über der "Grünen Insel". Denn die Flugroute über Irland stellte für die Deutsche Luftwaffe eine wichtige Abkürzung auf dem Weg zum Nordatlantik dar. Oft wurden die deutschen Bomber bereits auf dem Hinflug von der Royal Air Force attackiert und beschädigt. Viele der Kampfflugzeuge zerschellten an den Bergen und Klippen Irlands, andere stürzten vor der Küste ins Meer.
Für die irische Landbevölkerung war so eine Bruchlandung ein besonderes Ereignis. Kaum kamen die Insassen aus ihrer Trümmermaschine gekrochen, wurden sie von den Einheimischen umringt. Manchmal wurden die Begegnungen mit der Kamera festgehalten. Hat jemand noch solche Fotos?
Die deutschen Flieger wurden in das Internierungslager Curragh gebracht, die Toten im Deutschen Kriegsfriedhof Glencree bestattet.
Die Überlebenden hatten nicht den Status von Kriegsgefangenen, sondern sie waren für die Dauer des Krieges "Internierte". Das garantierte ein relativ angenehmes Leben: Die Männer konnten das Lager verlassen und ihren Sold, den sie weiterhin bekamen, durch Arbeiten bei Bauern aufbessern. Einige versuchten ihr Glück beim Windhundrennen mit anschließendem Pub-Besuch. Zwischen ihnen und den Einheimischen entwickelte sich oftmals ein freundschaftliches Verhältnis - und manchmal auch mehr.
Die meisten Flieger waren gutaussehend, höflich und gingen gern aus. Wohl deswegen standen sie bei der irischen Damenwelt hoch im Kurs. Als mit Kriegsende das Camp Curragh aufgelöst und die Insassen nach Hause geschickt wurden, flossen viele Tränen - aber es gab auch so manches Happy End: Einige der Männer packten, kaum in Deutschland angekommen, ihre Siebensachen zusammen und kehrten nach Irland zurück, um ihre irischen Mädchen zu heiraten.
Der irische Historiker Justin Horgan möchte über diese Piloten und ihrer Zeit in Irland schreiben. Viele Informationen fand er in Archiven - aber nur wenige, die den Alltag der deutschen Piloten in Irland beschreiben.
Wer etwas über die "Männer, die über Irland vom Himmelf fielen" zu berichten weiß, melde sich bitte bei Justin Horgan per E-Mail: jhorgan@ardsoft.ie
Nachrichten auf Deutsch können mir, Eva Maurer, geschickt werden: evamaurer47@yahoo.com
Neben den Luftwaffenoffizieren sin hier auch im Vordergrund drei, im Hintergrund möglicherweise ein weiterer Marineoffizier abgebildet, die übliche Offiziersstärke auf einem deutschen Typ VII Boot, die weiße Offiziersmütze ist das außerhalb der Vorschiften stehende Zeichen eines U-Boot Kommandanten. Das einzige U-Boot von welchem die Besatzung in Irland interniert wurde ist U-260, welches am 12.03.45 südlich Glangore gesunken ist. Die Aufnahme wurde wohl in einem Internierungslager für Offiziere zwischen diesem Datum und Kriegsende geschossen, da es in Deutschland keine Marinefliegerei gab. ("Alles was fliegt, gehört mir" Zitat OBdL Göring)
Die abgebildeten Personen sind in der Republik Irland internierte Offiziere. Fotos, Berichte, Grabbelegungen sind in der "Chronik vom Kampfgeschwader Nr. 27 Boelcke, Kriegsjahr 1945", von Walter Waiss. Dieses Buch hat über 440 Seiten und etwa 480 Fotos. Darin sind auch die Bilder aus dem Kriegsgefangenenlager Curray-Camp, sowie die Berichte der dort abgestürzten oder notgelandeten Flieger. Das Tagebuch von Herrn Rudolf Hengst ist die Grundlage dieser langen Berichte.
In den deutschen Befehlsausgaben 1940 und 1941 wurde immer die Möglichkeit angegeben, wenn Maschinen- oder Beschußschäden aufgetreten sind und ein Rückflug nach Frankreich nicht mehr möglich ist, so solle man in der Republik Irland landen. Dies galt übrigens auch für die alliierten Flieger, die direkt neben Currey-Camp ihr Internierungslager hatten. Dieses Lager war nur durch einen Bretterzaun vom deutschen Lager getrennt.