Veröffentlicht: 12.01.2012 Eingereicht von: Christian Goedecke
Mein Großvater Willi-Johannes Lütgen wurde am 22. Juni 1903 in Hamburg geboren. In den Zwanzigern trat er in die Hamburger Polizei ein, bis 1943 lebte er in Hamburg-Horn in der Straße "Beim Rauhen Hause". Vor Kriegsbeginn wechselte er zur Gestapo Hamburg. Während des Krieges war er mehrere Jahre bei der Gestapo in Marseille tätig. Von dort hat er sich unmittelbar vor der Ankunft der Alliierten in Südfrankreich nach Italien abgesetzt und geriet dort in US-Gefangenschaft.
1946 floh er in ein Dorf namens Dauenhof bei Elmshorn in Schleswig-Holstein. Danach lebte er mehrere Jahre inkognito in Wilhelmshaven bei Verwandten. In Bremen wurde er entnazifiziert. Definitiv bemühte er sich nach dem Krieg nicht um eine Wiedereinstellung bei der Hamburger Polizei.
Er sprach so gut wie nie über seine Vergangenheit und alle Bilder, Akten und Dokumente aus seiner Gestapo-Zeit wurden vernichtet. Auf dem Bild ist er der zweite Mann von links, es ist eines der wenigen erhaltenen und zeigt ihn auf einer Hochzeit um 1960.
Gibt es Informationen über seine Zeit bei der Gestapo in Hamburg und Marseille? Kann man seine Zeit in Marseille rekonstruieren? Was hat er in Frankreich genau getan? Gibt es Bilder, Namenslisten oder Archive über Vichy-Frankreich, auf und in denen man recherchieren kann?
Vielleicht hilft diese Info: Meine Mutter erinnert sich an einen Heimaturlaub ihres Vaters während des Krieges, bei dem er braungebrannt, mit Vollbart und in hellem Anzug (Khaki?) in der Heimat auftauchte. In welchem Kriegsgefangenenlager in Italien war er interniert (laut meiner Mutter in der Nähe von Verona)?