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Veröffentlicht: 20.02.2012 Eingereicht von: Markus Adelsbach

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Das Fundbüro fragt:

Wer weiß etwas zu diesem Bild?

"Zauberbuch": Wer kann es entziffern?

Dieses kleine handbeschriebene Büchlein habe ich im Nachlass meines Großvaters gefunden. Leider kann mir niemand mehr etwas über Herkunft und Inhalt sagen - ich kann mich nur erinnern, dass es schlicht "Zauberbuch" genannt wurde.

Es ist aus Papier (8 mal 13 Zentimeter groß, circa zwei Zentimeter dick) und gebunden. Allerdings fehlt der vordere Einband. Das "Zauberbuch" enthält etwa 60 sorgfältig geführte Seiten in einer Art Geheimschrift.

Nach etwa 40 Seiten werden Entschlüsselungscodes angeführt, die Ziffer "666" taucht mehrmals auf sowie das bekannte Satzpalindrom "sator arepo tenet oopera rotas" oder auch "Vicarius filii dei". Danach folgen einige Seiten Namens- und Ortslisten, wahrscheinlich aus dem Saar-Lor-Lux-Raum. Es ist schwierig, das Buch zu datieren - eventuell stammt es aus dem 19. Jahrhundert.

Wer kann die Schrift entziffern und weiß, was dort geschrieben steht? Von wo und wann stammt das Büchlein? Und wozu wurde es genutzt?

6 Hinweise

Liane Goergen 20. Februar 2012, 14:23

ich würde diese Schrift - zumindest in Teilen - für eine Kurzschrift halten, siehe "Gabelsberger Kurzschrift". Anwender von Kurzschrift (also Steno) entwickeln häufig eine eigene (gemischte) Schrift.
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gabelsberger_shorthand_sample_1834_-_Von_dem_Zwecke.png?uselang=de

Hinrich Ham 20. Februar 2012, 18:43

Zur Entschlüsselung leider nicht viel, denke das setzt intensiveres Studium anhand der Codelisten voraus, sieht teils aus wie Spiegelschrift, dann wieder griechisch oder hebräisch dann wieder lateinisch, sehr bunter Mix in meinen Augen. Interessant aber der wahrscheinliche Zweck des Buches: ist wie der Titel schon sagt durchaus verbreiteter Schutzzauber/-segen vor Feuer und Dieben mit entsprechenden Orts und Namensangaben.
Siehe folgenden Link:
http://www.ooegeschichte.at/uploads/tx_iafbibliografiedb/hg1930_1_2_0113-0114.pdf

Klaus Schmeh 26. Februar 2012, 21:12

Es gibt eine ganze Reihe von Personen und Gruppierungen, die Ihnen weiterhelfen könnten:
- Der Brite Nick Pelling und die Leser seines Newsletters beschäftigen sich mit historischen Verschlüsselungsrätseln (http://www.ciphermysteries.com/).
- Die US-Amerikanerin Elonka Dunin und Ihre Kryptos-Community beschäftigen sich ebenfalls mit diesem Thema (http://www.elonka.com/UnsolvedCodes.html).
- Die American Cryptogram Association hat schon viele interessante Codes geknackt (http://www.cryptogram.org/).
- Bei Mystery Twister C3 tummeln sich viele Codeknacker (http://www.mysterytwisterc3.org/). Dort könnten Sie Ihre Anfrage einreichen.
- Dr. Stephan Bachter ist Experte für Zauberbücher (http://www.gwup.org/ueber-uns-uebersicht/wiw/755-wiw-stephan-bachter). Er könnte bei der Datierung helfen.
Könnten Sie weitere Scans (am besten das gesamte Zauberbuch) veröffentlichen? Es gibt weltweit Leute, die sich für so etwas interessieren. Zum Schluss ausnahmsweise noch etwas Werbung: In meinem gerade erschienenen Buch "Nicht zu knacken" geht es um historische Verschlüsselungsrätsel. In den darin beschriebenen Fällen gibt es viele Parallelen zu Ihrer Anfrage.

Jörg Steffen 29. Februar 2012, 19:12

Das könnte aus dem Bereich der Volksmedizin stammen, geschrieben in einer Mischung aus Klarschrift u. Ziffern, die für Buchstaben stehen.
Rechts unten lese ich:
Ein gute mitell für den
kollik ... öhll in drey ... brandenwein ... das wird gewiß beßer werden ...

Jörg Steffen 3. März 2012, 20:01

An anderer Stelle fand ich den Code a1 e2 i3 o4 u5 l6 m7 n8 r9 s0.
Der scheint mir hier (so oder ähnlich) auch zu passen. Könnten Sie das aus den im Büchlein vorkommenden Codelisten bestätigen?

Markus Adelsbach 6. März 2012, 10:00

Eine kleine Bilanz nach ein paar Wochen “einestages”. Ich habe die vielen Spuren, die in den interessanten Hinweisen bisher angegeben wurden verfolgt, und somit eine ganz andere Lektüre des Büchleins begonnen. Vielen Dank dafür. Auch habe ich in der Namensliste ein Datum, den 2. November 1870, entdeckt, was mit den Geburts- und Sterbedaten einiger der angeführten Namen übereinstimmen könnte.

Zu den „Coden“. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass jemand ein Buch verschlüsselt und im Anhang die Lösung liefert. Vielleicht haben diese eigentlich mit dem übrigen Text wenig zu tun.

Zu Jörg Steffen: dies ist der „Code“, der unter dem französischen Titel „alphabet en grec“ im Büchlein steht: A = 1 B = 2 C = 3 D = 4 E = 5 F = 6 G = 7 H = 8 I = 9 J = 10 K = 20 L = 30 M = 40 N = 50 O = 60 P = 70 Q = 80 R = 90 S = 100 T = 200 U = 300 V = 400 W = 500 X = 600 Y = 700 Z = 800.

Darauf folgen einige Übungen auf Deutsch, die es scheinbar wert waren im Buch festgehalten zu werden: „Römischer Papst“, „Paradosis“, „Vicarius filii dei“ ergeben alle die zahlenmystische „666“, allerdings auch fünf Vor-und Nachnamen, wie Ludwig, Phillip, Maria oder Lang und Bouhl. Einer dieser Namen, Philipp Bouhl, scheint auch in der Namensliste aufgeführt…


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