Veröffentlicht: 10.04.2012 Eingereicht von: Horst Klötzer
Wie kommt es, dass bei Flugzeugabstürzen Teile, die eigentlich zusammengehören, sehr weit auseinander liegen?
Dieser Kompassring aus dem Lancaster-Bomber Mk.I PD421, der am 20./21. Februar 1945 beim Angriff auf Dortmund von einem deutschen Nachtjäger abgeschossen worden war, ist nur leicht beschädigt. An ihm ist nichts Besonderes, aber seine Fundstelle ist verblüffend.
Hinter der Tragfläche wurden keinerlei Überreste des Lancaster-Bombers gefunden, als Anfang der Absturzschneise wird daher die Tragfläche angesehen. Das Cockpit brach vor dem Absturz in zwei Teile: Der erste Teil lag 2120 Meter von der Tragfläche entfernt, der zweite Teil noch 80 Meter weiter.
Der Pilotenkompass stammt aus dem Cockpit, er war leicht schräg angewinkelt, links in Kniehöhe neben der Steuersäule installiert. Man könnte meinen, dass Kompassteile in einem der beiden Teile des Cockpits zu finden wäre - dem war aber nicht so: Der Kompassring lag 30 Meter südlich nahe der Tragfläche, also knapp 2000 Meter vom entsprechenden Teil des Cockpits entfernt. Dieser Kompassring lag zusammen mit einer Menge Kabeln und einer Positionslampe circa 25 Zentimeter tief im Boden.
Wie ist so etwas möglich? Mich würde interessieren, ob jemand, der Kriegsflugzeuge ausgräbt, schon ähnliche Erfahrungen gemacht hat.
Eine abgerissene Tragfläche in der Luft deutet auf eine massive Beschädigung in kürzester Zeit hin - anders als bei einem oder mehreren Motorentreffern wo der Pilot noch versucht eine Notlandung durchzuführen, bzw die Besatzung in sicherer Höhe aussteigen kann. Eventuell handelt es sich in Ihrem Fall um einen Flak - Volltreffer in das Cockpit oder sogar in die Bombenlast. In diesem Fall zerlegt es den Bomber in tausende Einzelteile die dann je nach Einsatzhöhe relativ weit verstreut liegen können.