Veröffentlicht: 02.05.2012 Eingereicht von: Matthias Schopf
Die Postkarte, circa von 1925, aus Mainz ist an einen Herren J. Kuff (?) in Bensheim adressiert. Kann jemand entziffern, was auf der Karte geschrieben steht?
Kann es zwar nicht entziffern, aber es könnte sein das der Absender in Kurzschrift (Steno) geschrieben hat. Die Zeichen kommen mir von Stenounterrricht bekannt vor. Leider habe ich alles vergessen.
Der Hinweis mit der Kurzschrift erscheint mir richtig. Ich zitiere aus meinem Buch "Nicht zu knacken", in dem es um ungelöste Verschlüsselungen geht:
"Wie bedeutend Kurzschriften einst waren, zeigt sich in ihrer langen und vielfältigen Geschichte. Seit dem 16. Jahrhundert haben unzählige Gelehrte unterschiedliche Kurzschrift-Alphabete und -Techniken entwickelt. Alte Kurzschrift-Dokumente sind häufig schwer zu lesen. Dies liegt vor allem an der großen Vielfalt unterschiedlicher Kurzschriftsysteme, die früher kursierten und die heute oft vergessen sind. Manchmal müssen Historiker deshalb Verschlüsselungsexperten um Hilfe bitten, wenn sie solche Dokumente entziffern wollen. Manche Autoren nutzten eine Kurzschrift sogar bewusst, um ihren Text vor neugierigen Mitlesern zu schützen es gab also einen fließenden Übergang zwischen dem Stenografieren und dem Verschlüsseln.
Als erster Spezialist für die Entzifferung unbekannter Kurzschriften gilt der Kryptologe Herbert Yardley (1889-1958). Als dieser um 1920 eine Dechiffrier-Einheit für das US-Außenministerium aufbaute, legte er eine eigene Abteilung für die Dechiffrierung von Stenogrammen an. Er sah sich zu diesem Schritt gezwungen, da seine Auftraggeber meist nicht zwischen verschlüsselten und stenografierten Botschaften unterschieden sie wollten einfach nur einen unlesbaren Text entziffert haben. Yardleys Abteilung entwickelte einen Katalog, der über 50 Kurzschriften auflistete und im Detail beschrieb. Wenn keine davon zu einem untersuchten Text passte, dann mussten Yardleys Mitarbeiter auf die üblichen kryptologischen Dechiffrier-Methoden zurückgreifen."
Es gab früher übrigens viele, die Postkarten verschlüsselten. Ich kenne Leute, die sich mit dem Dechiffrieren alter, verschlüsselter Postkarten beschäftigen. Wenn Sie mich über Einestages anschreiben, kann ich gerne den Kontakt herstellen.
@Klaus Scheh: Glaube nicht, daß es große mühe macht das zu Dechiffrieren. Sieht mir ziemlich nach Einheitzskurzschrift nach Gabelsberger aus. Denke man muss nur jemand finden, der noch Steno kann.
Es ist Kurzschrift nach Gabelsberger (Steno). Leider ist die Darstellung sehr klein und es ist sowieso schwer, etwas zu lesen, was ein anderer in Steno geschrieben hat. Ich habe mit meiner Mutter früher viel Steno-Nachrichten ausgetauscht und konnte auch nicht immer alles "dechiffrieren" was sie schrieb. Inzwischen habe ich auch vieles vergessen. Hier http://www.google.de/imgres?q=stenozeichen&hl=de&sa=X&biw=1024&bih=592&tbm=isch&tbnid=yWQfAHYTgUggPM:&imgrefurl=http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Deutsche_Einheitskurzschrift&docid=AZGL8rpb52DWWM&imgurl=http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/df/DEK_04.png/106px-DEK_04.png&w=106&h=120&ei=GDKoT8fnFYvIswbv5PSZBQ&zoom=1&iact=hc&vpx=620&vpy=310&dur=4799&hovh=96&hovw=84&tx=77&ty=108&sig=100428092386084639623&page=2&tbnh=96&tbnw=84&start=17&ndsp=21&ved=1t:429,r:3,s:17,i:114
kann evtl. geholfen werden.
Danke, es scheint sich ja um die Gabelsberger Kurzschrift zu handeln. Ich schau mal ob ich das alleine entziffern kann. Besten Dank für die Infos.
Es handelt sich tatsächlich um Gabelsberger. Der Schreiber dürfte aber nicht sehr geübt gewesen sein. Bei "Post" verwendet er den Buchstaben "o" als Einzelzeichen, anstatt diesen ins "P" zu integrieren. Auch schreibt er "Vernügen" statt "Vergnügen". Der Inhalt wird die Weltgeschichte nicht neu schreiben: Der Schreiber bedankt sich lediglich für eine Einladung, der er - so nichts dazwischenkommt - annehmen wird.