Veröffentlicht: 05.06.2012 Eingereicht von: D. Peters
Dieser Fisch wurde bei Dacharbeiten an einer Scheune in etwa sechs Meter Höhe eingeklemmt zwischen Firstpfette und Firstpfanne gefunden. Da es sehr unwahrscheinlich ist, dass zum Beispiel ein Marder diesen Fisch dorthin gebracht und eingeklemmt hat, liegt der Verdacht nahe, dass es sich eventuell um einen alten Aberglauben oder Ähnliches handelt und der Fisch dort wissentlich angebracht wurde.
Interessant ist auch, dass es erst in circa 15 Kilometer Entfernung Seen und Bachläufe gibt, in der ein Fisch dieser Größe, etwa 35 Zentimeter Länge, leben könnte. Die Schuppen sind wohl einmal dunkel gewesen.
Um welchen Fisch könnte es sich hier handeln und ist ein solcher alter Brauch/Aberglaube in der Eifel bekannt?
In jedem Fall ist es karpfenartiger Fisch (Cyprinide). Ich würde auf Döbel/Aitel tippen. Für einen Giebel ist der Rücken zu flach, für einen Aland die Schuppen zu groß.
Wann sollte sich manchmal wundern welche großen Fische in den kleinsten Gräben zu finden sind. Vielleicht gibt es in der Nähe ja irgendwelche Kleinstgewässer, die die Theorie der Vogel- bzw. Marder-Ablage plausibilisieren können.
Es dürfte sich um ein sogenanntes Bauopfer handeln.
Dieser Brauch ist nicht nur in der Eiffel bekannt.
Möglicherweise handelt es sich im das zweite Dach, das im langen Leben des Hauses gebaut worden ist.
Ein Bauopfer ist ein vor oder während der Errichtung bestimmter Bauwerke dargebrachtes Opfer. Es ist seit dem Neolithikum festgestellt und soll den Bestand des Bauwerkes sichern bzw. den mit dem Bau verfolgten Zweck befördern.
Die Übergänge von Bauopfer und Opfer zur Verehrung eines Hausgeistes oder gar zum Totenkult sind fließend. Als sicheres Identifizierungsmerkmal gilt, dass das Opfer unter dem Fußboden oder dem Herd oder unter der Wand so angebracht ist, dass es unsichtbar blieb.
Die heilige Schrift, die da heißt Wikipedia, gibt über das Bauopfer Auskunft.
Liebe Grüße
Hagen van Beeck
Vielen Dank Herr Hübnose für die Identifizierung des Fisches. Unser Dorf befindet sich auf einem Hügel einige Kilometer vom nächsten Bach entfernt. Zudem war der Fisch regelrecht zwischen Firstfette und Firstpfanne zwischengeklemmt, so daß ich Reiher oder Mader absolut ausschließen konnte.
Vielen Dank Herr van Beeck. Ihre Erklärung war genau das, was mir so schwante, ohne vorher jemals davon gehört zu haben.
Ich denke, das Rätsel ist gelöst.
Gruß
Detlev Peters
Na, da war der Bauherr wohl etwas knauserig. Wurden die Bauleute nicht ordentlich versorgt, hat man dem Bauherrn gerne mal einen Fisch in den Dachstuhl eingebaut der dann vor sich hin stank.
Gruß Carsten E.