Veröffentlicht: 15.02.2010 Eingereicht von: Georg Niemann
Das Bild zeigt mein Vater Walter Niemann, der aus Dithmarschen stammt. Die Aufnahme entstand 1942 in Wien. Über seine Zeit als Soldat ist mir wenig bekannt. Kennt jemand den Dienstgrad und die Geschichte der Einheit?
Soweit man dem Foto entnehmen kann ist der Mann bei der Waffen-SS, "Totenkopf-Standarte" im Rang eines Unteroffizieres, gewesen.
>Soweit man dem Foto entnehmen kann ist der Mann bei der Waffen-SS, "Totenkopf-Standarte" im Rang eines Unteroffizieres, gewesen.
Vielen Dank für die Info.
Meines Wissens hatten Mitglieder der Totenkopfstandarte auch ein Totenkopfsymbol am Kragen.
Mein Vater war eher unpolitisch und kein Parteimitglied. Er erhielt kurz nach dem Krieg eine Entnazifizierungsurkunde der Amerikaner, dies läßt mich hoffen, dass er nicht in der KZ-Bewachung eingesetzt war.
Die SS-Runen am rechten Kragenspiegel weisen eindeutig auf die Zugehörigkeit zur SS hin.
Hallo Herr Niemann,
ihr Vater hatte zum Zeitpunkt der Aufnahme den Dienstgrad eines SS-Rottenführers, dies entspricht dem Rang eines Obergefreiten bei der Wehrmacht. Dies erkennt man eindeutig am Kragenspiegel und ebenfalls am Ärmelabzeichen.
Sie haben ganz recht damit, daß er kein Mitglied der Totenkopfstandarte bzw. der Totenkopfverbände der Allgemeinen SS war, sondern bei der Waffen-SS.
Die Mitglieder der Totenkopfverbände hatten statt der SS-Runen, einen Totenkopf am Kragenspiegel befestigt.
Der Totenkopf an der Mütze wurde von allen SS-Einheiten getragen.
Oberhalb des Ärmelabzeichens befindet sich ein Ärmeladler oder eine Ärmelraute, so genau lässt sich dass auf dem Foto leider nicht erkennen.
Wenn es sich um eine Ärmelraute handelt, lässt dies Rückschlüsse über seine Verwendung schließen.
Folgende SS-Einheiten waren in Wien stationiert:
> SS-Totenkopf-Standarte 13 (scheidet aus, siehe Hinweise oben)
> SS-Standarte "Der Führer"
> SS-Panzer-Grenadier-Regiment "Der Führer"
> SS-Wach-Kompanie Wien-Floridsdorf
Bleiben also die 3 letztgenannten übrig.
Hoffe Ihnen damit weitergeholfen zu haben.
Alle Hinweise finden sich unter: www.lexikon-der-wehrmacht.de
Herrn Jose-Antonio Garcia Lopez vielen Dank für seine informativen Hinweise. Das www.lexikon-der-wehrmacht.de sollte man in Suchfällen immer zu Rate ziehen. So kann man zusammenfassen, Herr Niemann, ihr Vater war ein Obergefreiter der Waffen-SS in Wien, der Winkel an seinem linken Arm bedeutet laut Lexikon "Verdienter Kämpfer".
Die von Herrn Garcia Lopez genannten SS-Verbände SS-Standarte "Der Führer" und das daraus 1941 hervorgegangene SS-Panzergrenadierregiment 4 "Der Führer" müssten auch ausscheiden, da Ihr Vater als Dithmarscher dem Wehrkreis "X" (Schleswig-Holstein und Hannover Nord) angehörte und damit eher nicht in einen aus Österreichern gebildeten Verband eingetreten sein wird.
Darüber hinaus trugen die Anghörigen dieser Einheiten eine "3" unterhalb der SS-Ruhen auf dem rechten Kragenspiegel.
Der Winkel auf dem linken Oberarm ist das Rangabzeichen eines Obergefreiten (wie auch bei der Wehrmacht).
Der Einwand von Herrn Goedecke ist völlig berechtig. Daran habe ich gar nicht gedacht.
Im Wehrbezirk "X" befanden sich die Heimatgarnisonen bzw. Standorte folgende SS-Einheiten:
Oldenburg
SS-Reit- und Fahrschule
Nienburg
SS-Panzer-Grenadier-Ausbildungs- und Ersatz-Bataillon 12
SS-Panzer-Grenadier-Ausbildungs- und Ersatz-Bataillon 23
Leer
SS-Panzerjäger-Ersatz- u. Ausbildungs-Abteilung 2
SS-Panzerjäger-Ausbildungs-Abteilung 2
Hamburg
SS-Standarte Germania
Amelinghausen
Ausbildungs- und Ersatz-Kompanie der 27.SS-Freiwilligen-Division "Langemarck"(fläm.1)
In Wien befanden sich u.a. die SS-Sanitätsschule und die SS-eigene Kraftfahrtechnische Schule.
Vielleicht hat ihr Vater sich zu einem Lehrgang dort aufgehalten.
Sie können über die Wehrmachtsauskunftstelle erfahren, welcher Einheit Ihr Vater angehörte, so es dort dokumentiert ist.