
Am 11. Februar 1935 wurde Willi Grünberg in Stettin, im Stadtzentrum, geboren. Hier wuchs er in guten Verhältnissen auf, beide Elternteile arbeiteten, die Großeltern waren maßgeblich an seiner Erziehung und Entwicklung beteiligt. 1941 wurde Willi Grünberg in Stettin eingeschult. Im Mai 1943wurden infolge der schweren Luftangriffe auf die Stadt Stettin, seine Mutter mit der jüngeren Schwester und dem achtjährigen Willi nach Garden, einem Dorf im Kreis Greifenhagen evakuiert. Sein Vater war durch zwei schwere Unfälle rechtsseitig ab der Hüfte gelähmt. Er wurde noch zwei Wochen vor Kriegsende zum Volkssturm eingezogen. Im März 1945, flüchteten vor dem Herannahen der Roten Armee, die Mutter mit beiden Kindern nach Friedland in Mecklenburg. Hier wurden sie von der Roten Armee eingeholt. Nach dem Niederbrennen der Stadt Friedland ging es gemeinsam mit Verwandten zu Fuß zurück nach Stettin.
Mit Übergabe der Stadt Stettin an Polen zogen Willkür und Gewalt gegen die deutsche Bevölkerung mit ein. Die Flucht und die Vertreibung der deutschen Menschen, begann bereits im zweiten Halbjahr 1945. Durch Hilfe des russischen Hospitals, in dem die Eltern arbeiteten, gelang ihnen im März 1946 die Flucht in die damalige sowjetische Besatzungszone Deutschlands, versteckt in einem verplombten Güterwaggon unter Krankenhausausrüstungen.
Die Familie Grünberg lebte fortan in Beelitz Heilstätten und Beelitz. In Beelitz besuchte Willi Grünberg die Grund- und Oberschule. 1959 heiratete er und zog 1964 mit seiner Frau und den gemeinsamen Kindern nach Schwedt an der Oder. Bis zur Wende, im Jahre 1990, arbeitete Willi Grünberg als Ingenieur für Chemieanlagenbau in Schwedt und bis zum gesetzlichen Rentenalter, im Jahre 2000, als Architekt für ein Unternehmen in der Nähe von Nürnberg.
Gegenwärtig lebt Willi Grünberg, mit seiner vor 50 Jahren angetrauten Ehefrau, in Berkholz, einem Dorf nahe Schwedt. Mit dem Eintritt ins Rentenalter arbeitet Willi Grünberg seine ihm stark belastende kindliche Vergangenheit aus den Jahren 1943 bis 1949 auf, er befreit sich von dem ihn noch immer belastenden psychischen Druck.
Geschichte des 20. Jahrhunderts