
Die defa-spektrum GmbH wurde 2006 als Tochtergesellschaft der DEFA-Stiftung gegründet. Ihre Hauptaufgabe ist der Vertrieb der von der Stiftung verwalteten Dokumentarfilmarchive. Zum diesem Bestand gehören derzeit Materialien aus dem Zeitzeugen-Archiv Thomas Grimm, dem Cintec-Archiv, die Filme des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der DDR, Produktionen der DEFA-Stiftung und die Bonusmaterialien der von Icestorm produzierten DVDs. Diese einzigartige Sammlung beinhaltet Interviews und Dokumentationen, die in unterschiedlicher Weise mit der Geschichte der DDR in Verbindung stehen. Sie gibt auf ca. 10.000 Stunden Material individuelles Zeugnis menschlicher Erfahrung und spiegelt die ereignisreichen Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts in einem einzigartigen Facettenreichtum wider.
Im Zeitzeugen-Archiv Thomas Grimm kommen Menschen zu Wort, die in Interviews ihre eigene, ganz persönliche Geschichte schreiben. Es sind bekannte Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft, genauso wie gewöhnliche Personen, die ihre spannenden Erfahrungen aus der Zeit der Weltkriege, der deutschen Teilung und Wiedervereinigung erzählen. Die Subjektivität der Oral History setzt Kontrapunkte zur tradierten faktischen Geschichtsschreibung.
Das Cintec-Archiv umfasst vor allem die Jahre um die Zeit des Mauerfalls. Die Situation an der Mauer vor der Wiedervereinigung wird zumeist aus westdeutscher Sicht eingefangen und beschreibt die Stimmung im geteilten Deutschland. Der Großteil der Dokumentationen hält die einzelnen Schritte des Zusammenwachsens nach der Öffnung der Mauer fest: die Emotionen der Menschen beim Abriss der Mauer und Grenzposten, die Probleme die beispielsweise die Währungsunion mit sich brachte oder die widersprüchlichen Gefühle der Menschen zur neuen gesellschaftlichen Situation.
Das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR hat über 500 Dokumentationen im DEFA-Studio für Dokumentarfilme in Auftrag gegeben. Diese Propagandafilme wurden für die Präsentation im Ausland produziert und in der DDR meist nicht öffentlich gezeigt. Die Filme geben Zeugnis der von der DDR-Regierung propagierten Wirklichkeit: vom unbeschwerten gesellschaftlichen Leben, von den guten Beziehungen zu befreundeten kommunistischen Regimen und der beständigen Produktionssteigerung in der Landwirtschaft und in den Fabriken. Sie berichten teilweise aber auch in erstaunlich ehrlicher Weise von den Problemen und Sorgen der Bevölkerung.
In den Eigenproduktionen der DEFA-Stiftungen wurden Interviews mit Personen geführt, die der DEFA verbunden waren. Ehemalige Regisseure, Kameramänner und Schauspieler, sowie Gründungsmitglieder erzählen von der Blütezeit bis zur Schließung der Studios.
Die Icestorm GmbH ist mit der Veröffentlichung der DEFA-Filme auf DVD beauftragt. Die dafür produzierten Bonusmaterialien werden teilweise von der defa-sepktrum GmbH vertrieben. Hier finden sich spannende Interna aus unterschiedlichen Abteilungen der DEFA-Produktion, Ausschnitte und Fotos aus Bühnenstücken, die nach diesen Filmen entstanden, und Kommentare der mitwirkenden Schauspieler, Regisseure und Kameramänner.