
Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (kurz: Stiftung Aufarbeitung) steht für eine lebendige und pluralistische Auseinandersetzung mit der Diktatur in SBZ und DDR und ihren Folgewirkungen für das vereinigte Deutschland. Sie versteht sich als Ansprechpartnerin und Mittlerin zwischen gesellschaftlicher Aufarbeitung, Wissenschaft, Politik, Medien und Öffentlichkeit. Die Stiftung verfügt über ein Spezialbibliothek, in denen unter anderem die Unterlagen beider Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestages zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Vor- und Nachlässe führender DDR-Bürgerrechtler, das graphische Oeuvre Roger Loewigs, Zeugnisse von Widerstand und Repression gesammelt und als historisches Quellenmaterial zugänglich gemacht werden.
Die Stiftung Aufarbeitung trägt in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen zur umfassenden Aufarbeitung von Ursachen, Geschichte und Folgen der zweiten deutschen Diktatur bei. Sie will die Erinnerung an das geschehene Unrecht und die Opfer wach halten sowie den antitotalitären Konsens in der Gesellschaft, die Demokratie und die innere Einheit Deutschlands fördern und festigen.
Die Stiftung Aufarbeitung realisiert dies auf zwei Wegen.
¿ Zum einen fördert sie jährlich rund 150 Projekte der gesellschaftlichen Aufarbeitung, privater Archive und von Opferverbänden, der Wissenschaft und der politischen Bildung. Sie unterstützt die wissenschaftliche Aufarbeitung mit Stipendien und die künstlerische Auseinandersetzung mit einem dotierten Wettbewerb.
¿ Zum anderen meldet sich die Bundesstiftung mit eigenen Publikationen und Veranstaltungen in der öffentlichen Debatte zu Wort und betreibt aktiv internationale Zusammenarbeit zur Aufarbeitung von Diktaturen.
Die Stiftung stellt als Herausgeberin mit ihren Publikationen viel rezipierte Standardwerke bereit. Dazu zählen das zweibändige "Wer war in der DDR?", das jährlich erscheinende "Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung" oder "Orte des Erinnerns" zu Orten von Repression und Widerstand und diverse "Vademecum" mittelosteuropäischer Staaten, die alle Fachbibliotheken, Archive und Museen im wissenschaftlichen Aufarbeitungskontext nennen.
Mit der finanziellen und redaktionellen Unterstützung der Stiftung erschienen beispielsweise zwei Sonderausgaben der Jugendzeitschrift SPIESSER mit aufarbeitungsspezifischen Themen und zwei Bände der Neuen Architekturführer im Stadtwandel Verlag, aber auch fünf Bände der "Verschwiegenen Bibliothek".
Von der Stiftung geförderte TV-Dokumentationen werden nach der Erstaustrahlung durch didaktisches Unterrichtsmaterial ergänzt und als DVD für den Schulunterricht angeboten. Mit den wissenschaftlichen Studien "DDR-Geschichte im Unterricht" und "DDR-Geschichte vermitteln" engagiert sich die Stiftung Aufarbeitung für eine größere Gewichtung und bessere Umsetzung und Vermittlung von DDR-Geschichte im Schulunterricht.
Alle Publikationen der Stiftung hier.
Die Bundesstiftung hat nach dem Errichtungsgesetz vom 5. Juni 1998 im Herbst desselben Jahres ihre Arbeit aufgenommen. Der Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin. Die Stiftung Aufarbeitung ist dem Bundesbeauftragten für Kultur und Medien zugeordnet und verfügt über einen Stiftungsrat, Stiftungsvorstand und drei Fachbeiräte.