Was ist mit Norman Bates' Mutter los? Und wer zum Henker ist dieser Rosebud? Es gibt Filme, die bis zum Schluss Rätsel aufgeben - und fiese Spoiler, die alles schon vorher verraten. einestages stellt die größten Überraschungen der Kinogeschichte vor. Und verrät die Auflösungen. Wenn Sie wollen. Von Benjamin Maack
Es gibt Heckspoiler, Frontspoiler - und Filmspoiler. Während die beiden ersten dazu dienen, ein Auto sicherer auf der Straße zu halten, sorgt letzterer mitunter dafür, dass Filmfans vor Wut in die Luft gehen. "To spoil" bedeutet übersetzt "stören" oder gar "verderben" und meint, dass jemand das Ende oder eine besonders spannende Wendung eines Films verrät. Manchmal ist das nicht ungefährlich.
Auch wenn es den Begriff damals noch nicht gab, führte etwa 1961 ein Spoiler in Deutschland zu einer regelrechten Massenhysterie. Damals lief im WDR "Das Halstuch". Der Fernsehsechsteiler entstand nach einem Krimi des britischen Autors Francis Durbridge. Schon die beiden ersten Durbridge-Sechsteiler "Der Andere" und "Es ist soweit" waren gigantische Erfolge - bereits die erste Filmreihe prägte den Begriff "Straßenfeger", weil sich Bundesdeutschland damals nahezu kollektiv vor den Fernsehgeräten versammelte. Trotzdem sprengte die Produktion "Das Halstuch" noch einmal alle Rekorde.
Zwischen dem 3. und 17. Januar wurden die sechs Teile gesendet - und die gesamte Republik befand sich im Ausnahmezustand. Die Einschaltquote lag bei 89 Prozent, wer selbst keinen Fernseher hatte, schaute bei den Nachbarn. Kinos, Theater, Volkshochschulen und Wahlkampfveranstaltungen blieben leer. Der Programmbeirat des Fernsehens stellte in trockenem Amtsdeutsch fest: "Das deutsche Kulturleben ist zum Erliegen gebracht worden." Zwei Wochen lang beherrschte nur ein Thema die Gespräche: Wer ist der Halstuchmörder?
Dann kam Wolfgang Neuss.
Zwei Tage vor der letzten Folge von "Das Halstuch" veröffentlichte der Berliner Kabarettist in einer Zeitungsannonce für seinen Kinofilm "Genosse Münchhausen" die Identität des Mörders. Eigentlich wollte er nur mehr Leute in seinen Film bewegen. Stattdessen brachte er ganz Deutschland gegen sich auf. Neuss erhielt Morddrohungen, die "Bild-Zeitung" beschimpfte ihn als Vaterlandsverräter. Doch wie war der Kabarettist an die hochbrisante Information gekommen? Er hatte einfach seine Mutter angerufen - und die hatte tatsächlich den richtigen kriminalistischen Riecher gehabt.
"Seien Sie nicht teuflisch"
Im Internet gibt es heute diverse Foren und Websites, die das Spoilen zum Sport gemacht haben. Auf Seiten wie Spollywood.com oder Ruinedendings.com werden lustvoll die Auflösungen von tausenden Filmen gesammelt. Zwei Web-Comedians haben es sogar geschafft, in einem You-Tube-Video hundert Filmplots in nur fünf Minuten zu verraten.
Der Begriff "spoilen" ist aber keine Erfindung des Internet. Bereits 1971 machte sich das US-Satire-Magazin "National Lampoon" einen Heidenspaß daraus, die Enden diverser Filme zu verraten und nannte den Artikel "Spoilers". Vermutlich war dies das erste Mal, dass dieses Wort in dem Zusammenhang in einem Magazin verwendet wurde. Die Angst vor dem Filmspoiler ist allerdings viel älter.
Warum brennt im Film bei Flugzeugen immer das linke...
Ungeplante Explosionen, Schauspieler auf Drogen und ein...
Am Anfang war ein Acker: Die Pioniertage der...