Diese Drombuschs! Vor einem Vierteljahrhundert als harmlose Vorabendserie gestartet, wuchs die Familiensaga Episode für Episode über sich hinaus. Melanie Brandenburg ist sich sicher: So viel moralische Fingerzeige in Serie gab's seither nie wieder.
Anfangs waren nur 45 Minuten geplant. So kurz sollten die Folgen von "Diese Drombuschs" sein, als die Familienserie 1983 im ZDF startete. Das war auch gut so, denn Staffel eins war Langweile pur: Klein Tommy, der am Sylvesterabend die Knaller im Kamin versteckte; Tochter Marion, die gegen die elterlichen Zwänge rebellierte; Vater Siggi, der sich für die Familie in Job und Politik abstrampelte und schließlich: Vera!
Vera (Witta Pohl) verkörperte alles, was wir Deutschen mit einer guten Mutter in Verbindung brachten: Sie regelte einfach alles - für ihren Mann, ihre Kinder und die Oma. Zwischendurch kochte sie und arbeitete noch im Antiquitätengeschäft. Ach ja, die Vera!
Ab Staffel 2 wurde es komplizierter: Die Sorgen der Familie wuchsen und ein Retter taucht auf - Onkel Ludwig! Unübertroffen verkörperte Günter Strack die Figur des kauzigen Onkels. Man wusste nie so recht, ob man ihn lieben sollte - oder nicht.
Im schönsten Hessisch babbelte er alle anderen an die Wand.
Unvergessen bleibt die große Sterbeszene von Siggi Drombusch (Hans-Peter Korff), in der er erst von Leiter fällt, sich dann noch einmal dreht und schließlich auf der Auslegware des neu gebauten Hauses der Drombuschs liegenbleibt. Harald Schmidt hat diese Sterbeszene einmal als eine der "schönsten" in der Fernsehgeschichte bezeichnet. Und immer, wenn die Familie Drombusch solche Schicksalsschläge ereilten, tauchte unverhofft Ludwig auf.
Ludwig erschien auch, als die schöne alte Mühle abbrannte, weil die demenzkranke Oma sie in Brand gesteckt hatte. Und ungeachtet der Tatsache, dass Vera ihn nie wirklich nett behandelt hatte, sagte er die berühmten Worte: "Vera, wir bauen sie einfach wieder auf!"
1994, nach 39 Episoden, endete die Serie. Noch heute warten ihre Fans darauf, dass sie weitergeführt wird. Aber danach sieht es wohl eher nicht aus. Was sollte auch daraus werden - ohne Günter Strack?
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