Klein, leicht, unverwüstlich: Mit der Geburt des USB-Sticks lernten die Daten laufen - und die smarten Mini-Speicher wurden Kult. Heute verstecken sich die feschen Festplatten in Designer-Schmuck und Taschenmessern. Oder dienen Datendieben als Köder. Von Sönke Jahn
Tobias Wild
25. Mai 2008, 14:06
Der Artikel ist zwar schön geschrieben, strotzt aber leider vor...
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Sie sind klein, leicht, einfach zu handhaben und tatsächlich nahezu unkaputtbar. Sie überstehen jeden Vollwaschgang, falls man sie einmal in der Hemd- oder Hosentasche vergessen hat. Und im März 2008 erfuhr man auf der Webseite tomshardware.com, dass selbst ein kräftiger Magnet keine Daten auf ihnen zerstören kann: die Rede ist von USB-Sticks. Den mobilen Datenträgern, die an jedem Rechner in einen USB-Anschluss gesteckt, als externes Laufwerk erkannt, gelesen und beschrieben werden können.
Schon vor zwei Jahren berichtete die Zeitschrift "c’t" vom dem Versuch, einige USB-Speichersticks "gezielt kaputt zu schreiben", brach diese Versuche dann allerdings nach 16 Millionen Schreibzugriffen (auf stets dieselbe Datei) ergebnislos ab. USB-Speichersticks kennen keinen Verschleiß und keinen Datenverlust - solange sie einem nicht abhanden kommen.
Im Gegensatz zu einem unverwüstlichen USB-Stick machte Dov Morans Notebook-Festplatte vor zehn Jahren plötzlich schlapp, als er wichtigen Investoren eine Powerpoint-Präsentation vorführen musste. Glück für uns. Denn sonst wäre der genervte Geschäftsmann 1998 nicht auf die Idee für den "DriveOnKey" gekommen. Ein Laufwerk am Schlüsselbund, so universell wie eine Diskette, auf das aber eine Kopie seiner sechs Megabyte großen Powerpoint-Datei gepasst hätte. Für das amerikanische Magazin "PCWorld" gehört Morans Erfindung seitdem neben Segnungen wie Taschenrechner und Anrufbeantworter zu den 50 wichtigsten "Gadgets" der letzten 50 Jahre.
Eins und eins gleich Stick
Wie für alle großen Ideen musste Mr. Moran damals im Grunde nur eins und eins zusammen zählen, nämlich die Technologien USB und Flash. Mit Flashspeichern kannte sich der Chef der Firma M-Systems aus. Er stellte längst Geräte mit dieser Technologie her, die bereits 1984 von Dr. Fujio Masuoka für Toshiba entwickelt wurde. Dabei wird für jedes Datenbit in einer Art Gitter je ein Elektron als leitend oder nicht, als digitale 0 oder als 1 plaziert. Diese Elektronen werden nicht einzeln, Bit für Bit, sondern stets blockweise zu mehreren gelöscht. Dieser Vorgang, so wird es jedenfalls in einer Anekdote kolportiert, soll Dr. Masuoka damals irgendwie an einen Kamerablitz erinnert haben. Deshalb nannte er seine Erfindung "Flash".
USB aber war neu. Der Chiphersteller Intel stellte diesen "universellen seriellen Bus" erst 1997 vor. Diese Technologie sollte die diversen unterschiedlichen Hardware-Schnittstellen am Computer ersetzen. Damals brauchten Tastatur und Maus, Drucker und Digitalkameras noch völlig unterschiedliche Anschlüsse. Über USB sollten die Geräte sogar den benötigten Strom vom Rechner beziehen und so weder Netzteil noch Batterie benötigen. Die ideale Voraussetzung für USB-Speichersticks. Sie haben keine beweglichen Teile und brauchen so nur wenig Strom für einen kleinen Chip mit einem Mikrocontroller, der dem PC den Datenträger als externes Laufwerk zu erkennen gibt.
Dieser Chip steckt übrigens auch hinter den "gefälschten" Speichersticks, die Anfang des Jahres für Schlagzeilen sorgten. Denn er kann einem PC durchaus eine höhere Speicherkapazität als die tatsächlich vorhandene vorgaukeln. Er überschreibt einfach wiederholt den vorhandenen Speicherplatz, falls größere Dateien als möglich auf das manipulierte Stöckchen gespeichert werden sollen. Die kopierten Dateien werden so nicht vollständig auf den Stick geschrieben und lassen sich anschließend nicht öffnen.
