Über einestages

1980

Kindheitsillusionen Träum weiter!


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Langfinger aus dem All: Freundlicher Außerirdischer mit ausziehbarem Hals und telepathischen Fähigkeiten bleibt auf der Erde zurück und freundet sich mit einem Zehnjährigen an, der ihn vor bösen Regierungsagenten versteckt. So simpel die Formel von "E.T. - Der Außerirdische" aus dem Jahr 1982 auch ist - mit seiner anrührenden Geschichte schuf Steven Spielberg 1982 ein modernes Science-Fiction-Märchen und einen der erfolgreichsten Filmhelden aller Zeiten. Zweifellos hätte es damals vielen Fans das Herz gebrochen, zu sehen ...

Was waren das für Zeiten als Kind! Fuchur war einfach nur der Glücksdrache aus der "Unendlichen Geschichte", Sindbad gab es wirklich und Batman sowieso. einestages zeigt die bezauberndsten Kinder-Kinoillusionen - und verrät, was sich wirklich dahinter verbirgt. Aber Vorsicht: Nur für Erwachsene! Von Christian Gödecke


Es dauerte fünf Jahre, bis Fuchur endlich über Phantásien schwebte. Bastian saß auf seinem Rücken und versuchte, die Kindliche Kaiserin zu retten. Es dauerte fünf Jahre, bis die Welt aus Millionen Kinderträumen endlich Gestalt angenommen hatte - und ein Erwachsener sehr sauer wurde. 1984 kam die "Unendliche Geschichte" ins Kino, das Werk des Autors Michael Ende. Der Film von Wolfgang Petersen zeigte Millionen Kindern, wie Phantásien aussah und die Stimme des Glücksdrachen Fuchur klang. Michael Ende war damit überhaupt nicht glücklich.

"Die unsägliche Geschichte" nannte der Schriftsteller die Verfilmung seines Welterfolges und bezeichnete die Umsetzung seiner Fabelwelt als "grauenvoll". Die Produktionsfirma habe Phantásien in einen "überdimensionalen Nightclub" verwandelt, zitierte ihn die "Frankfurter Rundschau" im April 1984, aus zwei Sphinxen waren nach Meinung Endes "barbusige Stripperinnen" geworden. Für die Spezialeffekte hatte der Autor nur Spott übrig: Die Tricks seien "von jämmerlicher Qualität".

Michael Ende sah den Film mit den Augen des Weltenerschaffers und die Figuren mit denen eines Erwachsenen. Er wusste, dass die Welt aus seinen Büchern mit Pappmaschee und Elektrotricks in den Bavaria Filmstudios nachgebaut worden war, mühevoll zusammengebastelt und bewegt. Er hatte ja selbst am Drehbuch mitgeschrieben. Trotzdem war Ende so unzufrieden, dass er sich mit Regisseur Petersen zankte und schließlich seinen Namen aus dem Vorspann streichen ließ.

In der Welt eines Kindes gibt es keine Zweifel

Millionen Kinder interessierte der Streit zwischen Ende und Petersen kein bisschen: Wer damals Kind war, sah in Bastian oder seinem Kumpel Atréju keine jugendlichen Schauspieler, sondern die Freunde, die in nächtelangen Vorlesestunden zu seinen eigenen geworden waren. Und das zutrauliche Fellvieh Fuchur war auch kein Spezialeffekt, sondern einfach der Glücksdrache, auf dessen Rücken man mit irrer Geschwindigkeit durch die Wolken sausen konnte.

In der Welt eines Kindes gibt es keine Zweifel - was man sieht, ist echt. In den sechziger Jahren schwebte das Kindermädchen Mary Poppins mit ihrem Schirm über die Dächer von London. In den Siebzigern kämpften Obi-Wan Kenobi und Luke Skywalker mit echten Laserschwertern gegen das Imperium und dessen "Todesstern". E.T. besuchte Elliott und dessen Familie in den achtziger Jahren, drei Millionen Lichtjahre von zu Hause entfernt und über jede Skepsis erhaben.

Zweifel kommen erst später. Über Jahre schleichen sie sich ins Unterbewusstsein. Können Sie sich noch daran erinnern, als zum ersten Mal die Welt der Illusion durchlässig wurde? Vielleicht fing ja alles bei der Sesamstraße an - sicher sind Ihnen auch irgendwann die Stangen an den Stoffhänden aufgefallen, mit denen Ernie und Berts Arme bewegt wurden?

Wer zieht die Fäden bei der Puppenkiste?

Nicht umsonst gibt die Redaktion der Sesamstraße kein Bild zur Veröffentlichung frei, auf dem Samson ohne Kopf (beziehungsweise mit dem Kopf des Schauspielers Klaus Esch) zu sehen ist. Wir geben an dieser Stelle zu: Ja, wir haben angefragt und wir hätten es gezeigt.

Warum? Heute, wo wir älter sind, interessieren uns eben die Geschichten hinter den Träumen. Wir wollen wissen, wer der bemitleidenswerte Schauspieler war, der sich ins Godzilla-Kostüm zwängen musste. Wie das mit Mary Poppins' Schirm wirklich funktioniert hat. Und wer die Fäden zieht bei der Augsburger Puppenkiste.

einestages zeigt einige unserer bezauberndsten Kindheitserinnerungen - und verrät die Geheimnisse hinter der Illusion. Aber Vorsicht: Nur für Erwachsene!


Debatte

insgesamt 10 Beiträge zur Debatte
Hannes Hanke am 11. März 2011, 13:17
Is schon doll: Da werden Filme wie Herr der Ringe verglichen mit einem Streifen, der mittlerweile die 25 Jahre erreicht. Es ist hoffentlich jedem hier klar, das sowohl die Technik...

Volker Altmann am 11. März 2011, 01:32
Herr Ahrens,

mit Ihrer Unterstellung des Amerika-Bashings liegen Sie leider nicht richtig. Sie sagen, dass es bei dieser Geschichte keine Rolle spielt, in welchem Land man sie...


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