| "Hit the deck": Eine der wenigen Frauen, die Pin-ups malten, war Zoe Mozart. 1943 zeichnete sie dieses Missgeschick einer Matrosin. Vor allem bei Soldaten waren die Illustrationen der leicht bekleideten Mädchen in sexy Posen beliebt, daher waren die Motive oft angelehnt an Themen aus dem Arbeitsalltag der Soldaten. |
Kess, kokett und knapp gekleidet: In den dreißiger Jahre eroberten gemalte Schönheiten die Titelseiten der Herrenmagazine an Amerikas Zeitungsständen. Manchmal schockten auch nackte Covergirls das prüde Publikum - dabei waren selbst die im Vergleich zu heute die pure Unschuld. Von Ariane Stürmer
Sie kniet vor dem Tannenbaum und hängt eine Weihnachtskugel auf. Sie zwinkert uns zu, den rot geschminkten Mund kess geöffnet und mit eingezogenem Bauch, so dass die Rippen hervortreten. Eine rote Mütze mit weißem Bommel sitzt schräg auf ihren schwarzen Locken - ansonsten ist Bettie Page auf dem Foto, das 1955 in der Januar-Ausgabe des "Playboy" erschien, völlig nackt. Aber das störte das Playmate der ersten Stunde nicht. Schließlich laufe sie ja zu Hause auch herum, wie Gott sie schuf, sagte sie dem "Playboy" im Interview. Denn "Gott hat nichts gegen Nacktheit", so Page, "Adam und Eva waren im Garten Eden ja auch nackt. Und wenn sie sich nicht mit dem Teufel eingelassen hätten, wären sie das auch für alle Zeit geblieben."
Bettie Page wurde in den Fünfzigern von Künstlern und Fotografen gleichermaßen gefeiert. Sie war als Fotomodell so berühmt wie die Filmstars Jayne Mansfield und Marilyn Monroe. Trotzdem markierten Bilder wie dieses das Ende der Unschuld. Fotografie und nackte Tatsachen verdrängten das klassische Pin-up, das seinen Namen der Tatsache verdankte, dass US-Soldaten im Zweiten Weltkrieg ihre Spinde mit den leichtbekleideten Damen schmückten. Rangierten diese gemalten Pin-ups noch kess an der Grenze zwischen Kunst und Erotik, war die neue Pin-up-Generation Ausdruck des immer härter werdenden Konkurrenzkampfs an den Kiosken. 20 Jahre zuvor sah das noch völlig anders aus.
Viele Kurven und noch mehr Bein
Es war 1933, als die Macher eines gänzlich neuen Magazintyps den damals freischaffenden Künstler George Petty engagierten. Er erhielt den Auftrag, ein kleines Cartoon zu zeichnen mit einem überschlanken und für die damalige Zeit ausgesprochen erotischen Mädchen. "Esquire", das erste Männermagazin, schlug im Zeitungsmarkt ein wie eine Bombe und machte Petty weltbekannt.
Bald lieferte der Maler nicht mehr nur Cartoons ab, sondern prägte mit seinen Bildern von leicht bekleideten Mädchen, die unschuldig mit ihren Reizen kokettierten, das klassische Pin-up. Die sogenannten Petty-Girls und fast alle nachfolgenden Pin-ups waren schlank, hatten überlange Beine, eine üppige Oberweite und tendierten zur Wespentaille. Petty malte ihnen anfangs noch einen Hauch von Kleidung auf den makellosen Körper, später hüllte er sie nur noch in Badeanzüge oder knappste Hosen. So räkelten sie sich auf Liegen, telefonierten, tanzten, hockten und zeigten viele Kurven und noch mehr Bein - immer lachend, kokett, nett.
Nur eines, das machten die klassischen Pin-ups der dreißiger bis fünfziger Jahre nie: Mit schleiereulendem Blick und laszivem Schmollmund um die männliche Aufmerksamkeit buhlen. Pin-ups waren kein Porno. Sie waren idealisierte Darstellungen des netten Mädchens von nebenan, das unbeholfen und manchmal ein wenig tollpatschig wirkte und gerade dadurch die Männer bezauberte.

Blanke Busen, nackte Gewalt oder einfach ein Klo: Schon...
Blaue Hasen, Exzess-Maschinen und ein Strip in der...
Pralle Formen, knappe Kleider, freche Sprüche: Mit Pin-ups...