| Hand in Hand gegen Raketen: Am 22. Oktober 1983 protestierten Bundesbürger mit einer mehr als 100 Kilometer langen Menschenkette zwischen Neu-Ulm in bayern und Stuttgart in Baden-Württemberg gegen die Stationierung von US-Raketen in Deutschland. Teilweise standen die Teilnehmer, wie hier im bayerischen Amstetten, zweireihig auf der Straße. Zu dem eindrucksvollen Aktionstag, den die Friedensbewegung organisiert hatte, gehörten auch Großkundgebungen in verschiedenen deutschen Städten. |
Protest vom Ländle bis nach Bayern: Zwischen Stuttgart und Neu-Ulm bildeten Demonstranten am 22. Oktober 1983 eine über 100 Kilometer lange Menschenkette. Die Botschaft: Ein lautes "Nein" zur Stationierung amerikanischer Atomraketen in der Bundesrepublik.
"Gegen diese Bedrohung, direkt vor unserer Haustür, mussten wir einfach auf die Straße gehen - der Kalte Krieg auf der Schwäbischen Alb. Da mussten die Menschen zusammen stehen und solidarisch gegen das Wettrüsten demonstrieren. Zeichen setzen", erinnert sich ein Zeitzeuge.
Ein neuer Höhepunkt des Ost-West-Konflikts hatte sich schon seit den 1970er-Jahren über die Frage der Stationierung nuklearer Mittelstreckenraketen abgezeichnet. Die UdSSR rüstete mit SS 20-Raketen auf - Europa lag damit in ihrem Angriffsfeld.
Die Menschen fühlten sich bedroht und in Europa formierte sich eine neue Friedensbewegung. Gegen die Stationierung von US-amerikanischen Atomraketen in der Bundesrepublik Deutschland bildeten Bürgerinnen und Bürger eine Menschenkette - von Stuttgart bis Neu-Ulm. Im gesamten Bundesgebiet nahmen insgesamt 1,3 Mio. Menschen an den Protesten gegen die geplante Stationierung teil. Vergeblich blockierten Mitglieder der Friedensbewegung - darunter viele Prominente - monatelang das US-amerikanische Raketenlager in Mutlangen in Baden-Württemberg.
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