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1897-2009

Legendäre Paare Randale bei der Love Parade


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CORBIS
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Das Playbunny und der Greis: Um ihre drallen Rundungen spannt sich ein weißes Satinkleid, er fährt im Rollstuhl vor den Traualtar. Als am 27. Juni 1994 das Playbunny Anna Nicole Smith den greisen Ölmilliardär J. Howard Marshall heiratet, geht ein Aufschrei durch die Öffentlichkeit. Zwar beteuert die 26-Jährige, sie habe den 57 Jahre älteren Marshall aus Liebe geheiratet - so recht glauben mag ihr jedoch keiner. Nur 14 Monate später stirbt ihr Ehemann, den das Nacktmodell liebevoll "Poppa" nennt. Von den Milliarden sieht Smith trotzdem nie einen Cent. Am 8. Februar 2007 stirbt sie selbst an einem versehentlich überdosierten Medikamenten-Cocktail. Mit ihrem Tod nimmt sie ein Geheimnis endgültig mit ins Grab: War es wirklich Liebe oder kalte Berechnung?

Mehr Drama, Baby! Promi-Paare heute sind glatt und langweilig wie Heidi Klum und Seal - wie anders war das bei Kennedy und Monroe, Callas und Onassis. Da gab es noch Sexskandale, Rosenkriege, echte Geheimnisse. Ein Blick auf die interessantesten Pärchen der vergangenen 100 Jahre.


Was sind das nur für schlappe Paare, an denen sich momentan unsere Gemüter reiben sollen? Traurige Figuren wie Madonna und ihr junger Lover Jesus. Aalglatte Medienprofis wie Heidi Klum und Seal. Abgewrackte Supershopper wie die Beckhams. Keine Woche vergeht, in der uns nicht aus den Hochglanzmagazinen irgendwelche Promi-Paare entgegenschauen, deren Relevanz über ihre Bedeutung als Futter für den Moloch Klatschpresse erkennbar nicht hinausgeht.

Ein Glück, könnte man meinen, dass es auch noch in der Politik das eine oder andere Promi-Pärchen gibt. Die sind wenigstens von Berufs wegen bedeutsam, selbst wenn ihr Charisma eher dünn ist. Etwa Nicolas Sarkozy, Frankreichs Playboy-Präsident mit den hochhackigen Schuhen, und seine Gattin Carla Bruni, die sich nicht recht entscheiden kann, ob sie nun ein singendes Top-Model oder eine Première Dame mit Gravitas sein möchte. Oder Barack Obama, ebenfalls Präsident, und seine Michelle - Mutter, Juristin, muskulöse Macherin -, das neueste dynamische Duo auf dem politischen Pop-Paar-Parkett.

Doch selbst wenn diese Spitzenpaare direkt aufeinandertreffen, wie kürzlich beim Nato-Gipfel in Straßburg, funkt es nicht recht - auch wenn die Medien einen transatlantischen Kampf um die Krone für das perfekte Glamour-Paar des jungen 21. Jahrhunderts herbeizuschreiben versuchen. Die Berichterstattung verliert sich in Bedeutungslosigkeiten: Kann man Ex-Vamp Carla die Rolle der Züchtigen in Kostümchen abnehmen? Taugt die herbe Michelle wirklich zur neuen Stil-Ikone? Am Ende bleibt der einzige Aufreger ein lächerliches Gruppenbild: Auf dem versucht Sarkozy, den Größenunterschied zum Rest des Quartetts mit einem clownesken Balanceakt auf Zehenspitzen zu kaschieren.

Ein Königreich für die Freiheit

Wo sind sie hin, die Paare, die sich nicht recken und strecken müssen, um Größe zu zeigen? Die Duette, die uns bewegen, weil ihre Liebe jedem von uns etwas zu erzählen hat, weil sie von zeitloser Schönheit ist? Wo ist das unbändige Verlangen, wo das ungehemmte Pathos, wo sind die verruchten Geheimnisse? Was ist mit den Paaren, neben denen Geringere verglühten wie durch die Strahlkraft einer sozialen Neutronenbombe?

Wenn wir ganz ehrlich sind: Seit Lady Di, gejagt von Paparazzi, in einer Straßenunterführung endete, gibt es all das nicht mehr. Den prominenten Pärchen von heute fehlt die Klasse, ihr Korsett der Bequemlichkeit abzulegen, und ihnen geht der Mut zur Unvernunft ab, der erst Größe möglich macht. Diana verließ einen Thronfolger, gab ein Königreich für ihre Freiheit auf und wurde so endgültig zur Königin der Herzen. Doch Di ist seit mehr als zehn Jahren tot.

Höchste Zeit, an all die Paare des 20. Jahrhunderts zu erinnern, die unsere Herzen bewegten: Etwa an John F. Kennedy und Marilyn Monroe, die uns mit ihrer Vielleicht-Liaison eines der aufregendsten Geheimnisse des 20. Jahrhunderts geschenkt haben, und mit Sicherheit das erotischste Geburtstagsständchen. Oder an die amour fou der legendären Operndiva Maria Callas und dem Tycoon Aristoteles Onassis, der ein Londoner Hotel in ein einziges Rosenmeer verwandeln ließ, um das Herz der Starsopranistin zu gewinnen. Aber auch das genaue Gegenteil exaltierter Heißblütigkeit, wie sie sich in der eisernen Liebe eines Paares wie der des Altbundeskanzlers Helmut Schmidt und seiner Frau Loki zeigt, die mittlerweile 57 Jahre verheiratet sind und die in stiller, tiefer Zuneigung so viel mehr Glück fanden, als die meisten anderen - einestages hat sie versammelt, die zwanzig glamourösesten, aufregendsten und tragischsten Paare des 20. Jahrhunderts.

zib/bma/hmk



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