Über einestages

1982

Filmklischees, Teil 2

Reden ist Silber, Schießen ist Gold


zurück vor 1  /  28
Großbildansicht
Cinetext
zurück vor
Kein Achselbusch im Paradies: "Wider die Natur, aber filmästhetisch unumgänglich - Frauen wachsen in Filmen niemals Achselhaare. Nicht am 'Morgen danach' und schon gar nicht auf der 'Lost'-Insel."

Von Toni Jost

Bild aus "Stille Tage in Clichy" (1990)

In Russland liegt immer Schnee. Computer werden nie mit einer Maus bedient. Und selbst im Urwald verschollene Frauen haben rasierte Achseln. Vergangene Woche kürte einestages seine liebsten Filmklischees - und hätte nie damit gerechnet, dass die Leser noch viel bessere in Petto haben.


Warum explodieren Hollywood-Raumkreuzer im Weltall eigentlich immer in einem riesigen Feuerball - obwohl es dort gar keinen Sauerstoff gibt, der verbrennen könnte? Und warum steckt in jeder Telefonnummer in amerikanischen Filmen die Ziffernkombination "555"? In dem Artikel "Wer hustet, stirbt" hat die einestages-Redaktion vergangene Woche die besten Filmklischees versammelt - und bereits wenige Minuten nach Erscheinen des Artikels gingen die ersten Hinweise unserer Leser auf weitere, im Artikel nicht genannte Klischees ein.

Sofort entbrannte eine angeregte Debatte zum Thema, etliche Hinweise erreichten die Redaktion außerdem per E-Mail. Toni Jost etwa stellte fest, dass Frauen in Filmen so gut wie nie Achselhaare wachsen - "nicht am 'Morgen danach' und schon gar nicht auf der 'Lost'-Insel". Für besondere Erheiterung bei vielen Lesern sorgte die Darstellung von Computern im Film. Bernd Nixdorf wunderte sich darüber, dass "selbst die geheimsten Geheimdaten" auf einem Computer immer mit einem nachvollziehbaren Passwort geschützt sind. Und Matthias Junge ist aufgefallen, dass auch bei neueren Filmen "eine tolle Erfindung namens Maus" bei der Bedienung von PCs nicht zum Einsatz kommt. Stattdessen werden alle Rechner umständlich per Tastatur gesteuert.

Neben vielen neuen Filmklischee-Entdeckungen entsponn sich auch eine spannende Diskussion über Sinn und Unsinn einiger im Artikel genannter Filmklischees. So wurde die Frage, ob Raumschiffe im All nun explodieren können oder nicht, heiß diskutiert. Dabei reichten die Beiträge von sachlich nüchtern ("Explsionen im Weltall sind durchaus möglich, da durch die Explosion quasi der Sauerstoff erzeugt wird und außerdem welcher im Raumschiff vorhanden ist", von David Dornieden) bis filmästhetisch begründet. Frank Nießen fand: Der Effekt sollte einfach nur zum Film passen. "In '2001 - Odyssee im Weltraum' soll's lautlos sein, in 'Star Wars' muss es krachen."

Was meinen Sie? Viel Spaß mit den besten Filmklischees der einestages-Leser! Und fällt Ihnen noch ein weiteres ein? Dann beteiligen Sie sich an der Debatte zum Thema!




Debatte

insgesamt 43 Beiträge zur Debatte
Anton Schuster am 26. September 2009, 21:27
Bereits vor etwa 10 Jahren gab es eine herrliche Auflistung von Filmklischees, die als Email die Runde machte.
Vor allem die Nummer 12, also dass Autos bei der kleinsten Kollision...

Fabian Kutz am 26. September 2009, 18:08
Auch bei Kriegsfilmen werden sehr gerne Klischees bedient.
Besonders hervorzuheben sei hier die immer gleiche Darstellung der Wehrmachtssoldaten bzw. der Nazis im Allgemeinen....


Kommentare? Fragen? Ergänzungen? Diskutieren Sie mit! Zur Debatte ...

Artikelinfos


versenden


Löschung des Berichts beantragen

Verwandte Artikel

Filmklischees: Wer hustet, stirbt

Warum brennt im Film bei Flugzeugen immer das linke...

Kinogeschichte: Im Bann des Killer-Froschs

Laszive Leichen, schräge Plots: Vor 50 Jahren kam der erste...

Blaxploitation-Kino: Superhelden aus dem Ghetto

"Shaft", "Foxy Brown" und "Cleopatra Jones": Anfang der...


Artikel bewerten

4,0 (121 Bewertungen bisher)


Foto hinzufügen




» Album bearbeiten


» Album-Metadaten bearbeiten


» Produktionsansicht