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2010

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Sommer, Sonne, sauviel Arbeit - was war Ihr irrster Ferienjob?



17 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Torsten Michels

3. Juni 2011, 23:47
Meinen ersten Beruf hatte ich in der Nähe meiner damaligen Freundin, um mir die Übernachtung in einer dortigen Pension zu finanzieren - es handelte sich um einen Job in einer Papierfabrik.

Ich muss zugeben, und ich habe mich durch viele durchschlagen müssen, auch mieseste Jobs in mehr...

Udo Lubich
30. Juli 2010, 20:06
Ziemlich heisser Sommer 1976!

Und dann Ferienarbeit in einer Ziegelei. Sechs Wochen die warmen bis heißen Steine aus dem Ofen pallettenfertig stapeln. Es war eine Tortur für den ganzen Körper (die Hitze - draußen und drinnen) und für die Hände. Sollte man den - primitiven - Schutz anziehen/ausziehen?
Mit Schutz waren die Ziegel (temperaturmäßig) relativ gut zu ertrgen, jedoch nach einiger Zeit hatte man kein Gefühl mehr in den Hände, wegen des Schutzes, also Schutz aus, zumindest ein paar Minuten, und dann doch wieder an, wegen der heißen Steine.

Aber im nachhinein ... ich möchts nicht missen, ich könnts aber kein ganzen Leben lang wie die ständigen Mitarbeiter dort ... und es war dort keiner unter 10 Jahren dabei ...

Grüße
Udo
Mathias Völlinger
30. Juli 2010, 21:11
höhö, ich hatte ein "Ferienabo" bei Daimler-Benz in meiner badischen Heimat. Zweimal im Jahr, jeweils 2 Monate. Selbsteinrichter an div. Maschinen. Dauernachtschichten. ca 20.000 DM p.A. Ich war daher ein ziemlich "reicher" (Physik-)Student und konnte diverse "Urlaubssemester" machen. Rucksacktechnisch in Asien, Afrika. lol. Bei einer der Reisen hatte ich glatt die deutsche Wiedervereinigung verpasst. 1989/90. Da war ich von Pakistan bis Indonesien unterwegs. Das ist allerdings schon lange her und sowas ist wohl heutzutage nicht mehr möglich, und ich bedauere die heutige Studentengeneration, welche mit 7,50 € oder so abgespeist werden beim kellnern. Jetzt bin ich als Informatiker in Berlin tätig. Also: Es hat nichts geschadet :)
Peer-Uli May
30. Juli 2010, 21:37
Ich habe als Schüler in St. Tropez in einer Yachtvermietung gejobbt: tagsüber die Yachten der Touristen entgegennehmen, in den Heimathafen fahren und die Dellen reparieren die die Touris reingefahren haben.
Bezahlung immer abends bar auf die Hand, danach in den überteuerten Clubs alles auf den Kopf gehauen.
Waren super Wochen, nur leider kein Geld angespart, das Schuljahr danach war ziemlich trist ;-)
Lina Wohlrab
30. Juli 2010, 22:24
Ich habe als Schülerin in einem Fischgeschäft gejobbt - und damit aufgehört, weil man den Gestank aus Kleidung und vom Körper nur mit viel Schrubben und mit viel Kernseife wieder los wird. Was ich in der Zeit gelernt habe: wie man einen Karpfen mit einem Knüppel erschlägt und dass die Viecher ziemlich glitschig sein können, wenn man sie aus dem Becken fischen will, wie man perfekt einen Lachs filetiert, ohne kostbares Fleisch zu verschwenden, wie man exakt 100 Gramm Krabbensalat abwiegt und dass Langusten noch leben, wenn man sie verkauft, und wieder zu krabbeln anfangen, wenn sie nach Eis-Schockstarre auftauen - auch für mich ein ziemlicher Schock beim ersten Langusten-Verkauf.
Dieter Freund
31. Juli 2010, 08:33
Wie immer in den Semesterferien gings im Juni in die große Chemiefabrik in Ludwigshafen zur Arbeit in einen neuen Betrieb. Diesmal in die Farbenproduktion. Was mich erstaunte - beim Einkleiden gabs lange Unterhosen und lange Unterhemden. Und das im Sommer. Zieh ich nicht an - bin doch nicht verrückt. Am zweiten Tag habe ich die warme Unterwäsche angezogen, aber nicht weil es so kalt war, das produzierte Farbpulver drang ohne die Unterwäsche bis auf die Haut, und je nach Produktion konnte man sich die grüne oder blaue Farbe mit viel Arbeit von der Haut schrubben. Aber die Bezahlung war super, es gab längere Waschzeiten und Zahnpasta und Zahnbürste umsonst (auch die Zähne nahmen die Farbe an). Wir hatten es noch gut, im Nachbarbetrieb mussten sich die Mitarbeiter einlehmen, da die Farbe in die Haut einzog. Für diese Mitarbeiter gabs noch Geld für die Bettwäsche, da im Sommer mit dem Schweiss die Farbe in den Stoff eindrang. Ob das heute noch so ist? Wage ich zu bezweifeln.
O. Weging
31. Juli 2010, 09:19
Meine Ferienjobs in der Studentenzeit war immer "Reiseleiter".
Da habe ich den russischen Touris die DDR gezeigt, die schoenen Sehenswuerdigkeiten, Fuehrungen veranstaltet, bei Kulturveranstaltungen gedolmetscht, die Mahlzeiten in den Restaurants organisiert, bezahlt, im Namen des Reisebueros, und in brenzligen Situationen auch einmal medizinische Hilfen eingeleitet, wenn eine Reiseteilnehmerin etwas erkaeltet war, oder so.
Meine Arbeitsweise war IMMER VORBILDLICH. ALLE Rechnungen haben IMMER GESTIMMT! Als Lohn habe ich jeweils 1.000 DDR-Mark pro Tour bekommen.
Das waraber nur etwa 25-mal in meinem Leben.
Darf ich vielleicht noch erwaehnen, dass fastnach jeder Reise (oder dabei) ein huebsches russisches Maedchen in meinem Zimmer erschienen ist, und wir dann auch SEX hatten ...

Phhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh.
Inge Manley
31. Juli 2010, 14:21
Ich habe in den Sommerferien 1962 und 1963 jeweils 3 Wochenin einer Gurkenfabrik für 1,70 DM die Stunde Gurken in Gläser geschichtet und zwar die geraden unten und die krummen obenauf. Einmal durfte ich auch Mixed Pickles zusammenstellen mit Gurken, Blumenkohl,Karotten und auch Oliven. Die Zutaten waren ja roh und somit nicht genießbar aber die Oliven waren eingelegt in einem großen Holzfaß, so habe ich dann Kiloweise diese mir unbekannte Delikatesse verspeist, es hat mir aber nicht geschadet. Mit dem Verdienst habe ich meinen ersten Plattenspieler (Koffergerät) gekauft und Elvisplatten gehört.Das hat die ganze Plackerei gelohnt. Öfter fahre ich noch an der ehemaligen Firma Essig Kolb in Frankfurt vorbei und denke an die Zeit zurück.
Tobias Mandelartz
31. Juli 2010, 16:38
ich war 16, das ist nun 24 Jahre her.... Ich lebte damals in Schleswig-Holstein und wollte unbedingt in den Ferien auf Sylt jobben, da mir das als die perfekte Kombination aus ein bisschen arbeiten und ganz viel Strandleben erschien. Wohnen würde ich während der Sommerferien auf dem Campingplatz in einem klitzekleinen Billigzelt. Der einzige Ferienjob, den ich - ohne allerdings lange suchen zu wollen - fand, war in einem riesigen Supermarkt in Westerland. Man nahm mich mit Handkuss, was mich hätte irritieren sollen, aber ich war begeistert.
Mein Bereich war die Getränke-Abteilung, und der Sommer war heiss. Sehr heiss.
Die nächsten Wochen habe ich im Eiltempo aus dem Getränkekeller des Marktes palettenweise unfassbare Mengen an Flüssigem nach oben gekarrt, und kaum im Verkaufsbereich angelangt wurde es mir pampig aus den Händen gerissen. Nur im Laufschritt konnte ich halbwegs die Verdurstenden befriedigen, und natürlich passierten Pannen. Einmal kippte eine Palette mit O-Saft (in Glas-Flaschen!) um, es war eine unglaublich klebrige Sauerei, und einmal wurden die teuren Granini-Säfte mit den billigen Preisen der No-Name-Konkurrenz ausgezeichnet. Aber ich bekam einen Spitznamen, der mich gewissermassen adelte: Ich war der SUPER-SAFTI ! Jeder im Markt hatte Mitleid mit dem dünnen Burschen, der sich täglich abrackerte und abends komplett erschöpft in sein Zelt fiel. An Schlaf war nicht zu denken, weil natürlich nebenan die gutgelaunten Strandjungs und - mädels eben jenem Lifestyle frönten, den ich so sehr gesucht hatte.
Nach sechs Wochen war meine Zeit auf Sylt vorbei, mein Rücken desolat, meine Kasse leer, da auch zelten auf der Insel nicht billig ist und ich konnte allen Schulkameraden erzählen:
Ich war den ganzen Sommer auf Sylt !
Udo Egleder
4. August 2010, 15:13
Ich muss damals so 21 Jahre alt gewesen sein, stand noch nicht mit beiden Beinen im Leben und habe in Hessen Müsli in Tüten abgefüllt und gesehen wie es um die Hygiene stand.... 3 Wochen dauerte der Spaß, ich habe seitdem nie wieder Müsli gegessen...
Elmar Weihsmann
9. August 2010, 16:32
Meinen ersten Sommerjob hatte ich 1975. Ich war damals 13 Jahre alt und ich hatte mit meinen Freunden Geld gespart, das wir damals zusammenlegten, um eine mobiles Wanderkino zu kaufen, denn in der Kleinstadt im Süden Österreichs hatte am 24. September 1973 das Kino für immer geschlossen. Ich und meine Freunde waren schon damals große Filmfreunde, wir sind es heute noch. Doch damals im heißen Sommer 1975 ging es richtig los. 2 Jahre hatten wir Kinder vergeblich darauf gewartet, dass irgendein Erwachsener was tun würde, so haben wir in die Hände gespuckt und zur Selbsthilfe gegriffen. Die Projektoren inklusive Tonanlage waren schnell besorgt, ein Filmclub war schnell gegründet. Mein Vater, der Hauptschuldirektor war, übernahm die Rolle des Clubvorsitzenden, der war aber ganz cool und hat gesagt: Macht, was ihr wollt, ich will nur keine Arbeit haben.
Gesagt getan. Die Sache steigt. Okay, den ersten Film hat mein Vater noch ausgesucht, „Menschenfischer“ von Pier Paolo Pasolini, danach regierte die jugendliche Gier nach Action, denn wir wollten ausschließlich Western sehen. Vorzugshalber Italowestern. Aus diesem Grund wurden nur Filme in das Programm aufgenommen, die zwischen 1963 und 1975 in Italien gedreht wurden, der „Italowesternzeit“. Die Filmlisten der Verleiher waren sehr schlecht. Außer dem Titel wurde nur noch das Produktionsjahr, das Produktionsland und der Regisseur bekannt gegeben, keine Laufzeit (!). Je reißerischer der Titel, desto besser. Eines Tages habe ich einen Film mit dem Titel „Der Tod in Venedig“ – „nach der bekannten Novelle von T. Mann hat der ebenso bekannte L. Visconti einen packenden Film gedreht“, so stand es in der Filmliste. Niemand hatte in unserem Ort je von T. Mann noch von L. Visconti gehört. Ich titelte um. „Mord in Venedig“ klingt besser und zieht beim Publikum. Der Film beginnt. In Cinemascope kommt eine Gondel zum Markusplatz hinüber gefahren. Wir waren alle restlos begeistert … Damals hat Kino noch Spaß gemacht. Meine Freunde und ich haben uns ein tolles Taschengeld im heißen Sommer 1975 verdient und dann auch gleich noch die nächsten Jahre den Filmclub weiterbetrieben. Ich hatte immer jede Menge „Kohle“ in der Tasche und tolle Kinoabenteuer im Kopf. Das Kino hat dann noch mein Studium finanziert und ist erst in den neunziger Jahren mit den Multiplexen untergegangen. Doch noch heute bin ich, wenn ich in den kleinen Ort im Süden Österreichs zurück komme – der Mann vom Kino.

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