1. Juni 2008, 15:41
Bravo, Herr Stolzfus, fuer ihre wichtige Forschungsarbeit! Es ist Zeit das da einige Dinge richtig gestellt werden! Ich finde es bedauerlich, dass so wenig ueber die Proteste von Frauen waehrend der Nazi-Zeit geschrieben wird. Gerade waehrend der Jahre nach dem 1. Weltkrieg, der Zeit der Grossen
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Ralf Bülow 28. Februar 2008, 20:14
Zwar keine Demo, aber Tumultd gab es am 13. Januar 1943 bei der 470-Jahr-Feier der Münchner Universität, als Gauleiter Giesler die Studentinnen im Saal aufforderte, "dem Führer ein Kind zu schenken". Protestierende Frauen wurde festgenommen, doch weitere Strafmaßnahmen unterblieben auf Anweisung Heinrich Himmlers.
Im April 1945 demonstrierten in Waiblingen und Ludwigsburg viele Frauen - bitte danach googeln - für ein Ende der militärischen Aktionen und die Kapitulation ihrer Städte.
Schließlich belegen die "Meldungen aus dem Reich" des SD, dass 1943ff. Jugendliche in Konzerten von belgischen oder holländischen Tanzorchestern öfter auf "heiße Musik" drängten und diesem Wunsch auch stattgegeben wirde.
Michael Krispin 29. Februar 2008, 04:10
Als ein viel später Geborener (1960) versuche ich mich trotzdem dem Thema zu stellen: Wie hätte ich mich verhalten? Das es doch Leute gab, die genügend Mut aufbrachten, macht mich zumindest moralisch auch stärker. Dieses Thema sollte weiter veröffentlicht werden, und vor allem in den Schulen auch deutlicher bearbeitet werden. In meinem Geschichtsunterricht fand der Dreißig-Jährige Krieg und alle Napoleon-Feldzüge sehr sehr breiten Raum, wohin die Nazi-Zeit, und das ist viel wichtiger für einen jungen Menschen um ihn stark für die Demokratie zu machen, gerade mal ein paar Wochenstunden beanspruchte.
Michael Krispin, Duisburg
Sophie-D. Fleisch 29. Februar 2008, 09:50
Mein Ur-Großvater Ernst Hahn, Berlin, war meines Wissens nach in der Rosenstraße inhaftiert und wurde wieder freigelassen. Gibt es Listen, Zeitzeugen o.ä., die das verifizieren könnten? Für einen Hinweis wäre ich sehr dankbar! Wer sich für das Schicksal der jüdischen Familie Hahn interessiert, kann meine Bücher lesen (siehe http://www.sdfleisch.de) oder auch die "Stolpersteine" an vier Berliner Adressen besuchen (in Wannsee: Hohenzollernstraße 6; in Berlin: Tauentziehnstraße 13a; Aschaffenburger Straße 22; Württembergische Straße 31-32).
Kate Kaiser 1. Juni 2008, 15:41
Bravo, Herr Stolzfus, fuer ihre wichtige Forschungsarbeit! Es ist Zeit das da einige Dinge richtig gestellt werden! Ich finde es bedauerlich, dass so wenig ueber die Proteste von Frauen waehrend der Nazi-Zeit geschrieben wird. Gerade waehrend der Jahre nach dem 1. Weltkrieg, der Zeit der Grossen Depression, und bis zum Anfang der 50er Jahre kam den Frauen in Deutschland gezwungenermassen - durch den kriegsbedingten Mangel an Maennern - eine Vormachtstellung zu. Der Rueckschritt zur "die Frau gehoert an den Herd Mentalitaet" kam Mitte der 50er Jahre im ehemaligen Westdeutschland, wo dann von verheirateten Muettern eine Bescheinigung des Ehemannes verlangt wurde, damit sie ausserhalb des Hauses berufstaetig sein konnte. Und das nachdem diese mutigen Generationen von deutschen Frauen nach den Protesten, den Grausamkeiten des Krieges, oft dem schlimmen Fluechtlingsdasein ausgesetzt, das Land mit blossen Haenden (wiederum ohne Maenner) wieder aufgebaut hatten. Ich kann das lange Schweigen der Historiker und Politiker zum Protest der Frauen waehrend des Dritten Reiches nur damit begruenden, dass die Stellung der Frau sich im Nachkriegs-Deutschland zurueckentwickelte und dadurch natuerlich kein Interesse daran bestand (bei Maennern) auch nur irgendwelche glorreichen Taten von Frauen hervorzuheben, die den neuen Status Quo in Frage stellen koennten. Gut, dass jetzt das Schweigen gebrochen wird!
Katja von Schuttenbach
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