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René von Euw
29. Dezember 2010, 15:41
Wenns denn wirklich der Mossad war, der in Dubai einen der mörderischsten Feinde Israels beseitigt hat, dann Hut ab vor der logistischen Leistung der Israelis. Ich wünschte mir, die Geheimdienste der entwickelten Welt würden ähnlich professionell mit den Terroristen, die unsere
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Philipp Stark
27. Dezember 2010, 12:10
Es ist schon bezeichnend: Ein Kachelmann wird wegen "Fluchtgefahr" (der Mann ist Schweizer) monatelang in U-Haft gehalten und ein Mossad Agent wird auf Kaution freigelassen. Der kommt ja sicher zum Prozess zurück. Der zuständige Richter hat sicher nicht auf Druck von "oben" gehandelt als er seine "recht mäßige" Entscheidung getroffen hat. Ein Schuft wer Böses dabei denkt. Und da wundert man sich über Politikverdrossenheit und Zweifel an unserem Rechststaat.
ulf schroeder
27. Dezember 2010, 14:39
Es ist schon bezeichnend, dass ein Mord des israelischen Geheimdienstes von der Staatengemeinschaft scheinbar toleriert wird. Der Vorfall verdeutlicht ein weiteres Mal, dass im UN-Sicherheitsrat mit zweierlei Maß gemessen wird.
Wegen der Ermordung von Rafiq-al-Hariri, bei der vermutlich syrische und libanesische Geheimdienste beteiligt waren, wurden vom UN-Sicherheitsrat umgehend wirtschaftliche Sanktionen gehen alle Personen, Organisationen und Einrichtungen verhängt, die unter Verdacht stehen, an der Ermordung beteiligt gewesen zu sein.
Mit Sanktionen aufgrund der Ermordung von Mahmud al-Mabhuh ist wohl nicht zu rechnen. Dabei ist eine Sanktionierung durch die Staatengemeinschaft wichtig, wenn sie auch in der arabischen Welt ernst genommen werden will.
Stefan Albrecht
27. Dezember 2010, 14:53
Teufel mit Belzebub austreiben.
Auch wenn die Israelis keine Kritik von Deutschen vertragen kann ich dazu nur darauf hinweisen, dass der Holocaust damit angefangen hat, dass Menschen ohne fairen Prozess verurteilt und ermordet wurden.
Ich denke nicht, dass Israel die Welt befrieden kann, wenn es Menschen auf diese Weise aus dem Weg räumt. Vielmehr bringt es Leid in die Welt, das erneut Hass hervorbringt und weitere Opfer.
Es ist nicht so, dass mir Waffenhändler sympatisch wären. Aber genausowenig sind mir dies Leute die meinen, über den Menschenrechten zu stehen und das Recht zu haben, andere zu ermorden, wie es ihnen gerade in den Kram passt.
Der Mossad und auch die Israelische Regierung täten gut daran, sich den Film "Munich" von Stephen Spielberg anzusehen, in dem sehr gut gezeigt wird, was passiert, wenn man versucht, den Teufel mit Belzebub auszutreiben. Man wird selbst zum Terroristen.
Es wäre wünschenswert, wenn in Israel Leute wie Spielberg an die Regierung kommen würden und endlich dem hassmotivierten Treiben ein Ende setzen würden.
Daniel Klein
27. Dezember 2010, 15:22
In der Doktrin des Dschihad ist es eine Erfüllung Allahs Wille, Ungläubige vom Erdboden zu tilgen (vgl. Koran Sure 2 Vers 191-193).
Daraus sowie durch die jüngere Geschichte des Nahen Ostens, in der Israel mehrere Kriege mit vernichtender Wirkung für die Arabischen Angreifer geführt hat, ist in der muslimischen Welt eine antijüdische Dynamik enstanden, die den Juden als die Verkörperung des Bösen auf der Welt identifiziert hat. Original NS-Propaganda, die in Juden Abkömmlinge von Dämonen mit unheiligen Kräften sieht, finden millionenfachen Absatz in der arabischen Welt.
Mittlerweile sind alle Juden weltweit potentielle Zielscheiben für (radikal-) islamischen Terror geworden. Bueos Aires, Istanbul, Dscherba und Mumbai sind nur einige Beispiele aus dem letzten Jahrzent.
Was zu leicht vergessen wird, ist, dass jedes Mossad-Ziel ein mehrfacher Mörder ist.
Es war David Ben-Gurion der nach der Staatsgründung und keine 10 Jahre nach dem Holocaust formulierte, dass derjenige, der unschuldige Juden tötet, sich seines Lebens nie wieder sicher sein soll.
Gezielte Tötungen stehen zweifellos außerhalb der Rechtesystems einer Demokratie und können daher nicht ohne Weiteres für legitim befunden werden.
Gleichwohl werden sie von Regierungen in Auftrag gegeben und nicht von Individuen. Amerikaner, Briten und Franzosen tun es ebenso.
Was vielen westlichen Medien und ergo der Öffentlichkeit abgeht ist das Eingeständnis, dass einige Fallbeispiele keine einfache Beantwortung mit "richtig" oder "falsch" zulassen, jedenfalls schon gar nicht durch Rückgriff auf ein pauschal gültiges Wertesystem, dass immer greift und stets zum bestem Ergebnis führt. Nicht umsonst kommt ein Grünen-Pazifist Ströbele regelmäßig ins Stottern, wenn man ihn dazu befragt, ob die militärische Intervention gegen Nazi-Deutschland gerechtfertigt sei (Antwort: ja) , und nach welchen Grundsätzen denn dann die Linie zu ziehen sei.
Die bedingungslose Forderung nach einem gerechten Prozess für Terrorist ist zwar prinzipienkonform, aber die Erfüllung ist illusorisch, eine Vielzahl von Schuldigen würde ohne Furcht straffrei bleiben. Die kontroverse Praxis der gezielten Tötungen garantiert immerhin zweierlei:
1) Mörder gehen nicht straffrei aus .
2) Die Abschreckungswirkung und Einengung der Bewegungsfreiheit verringert die Zahl künftiger Opfer (Es entbehrt jeder Grundlage zu behaupten, für jeden getöteten Terroristen kommen zehn neue nach).
Um letzteres zu verdeutlichen: Es wurde endlos im Zeichen von Menschenrechten gegen gezielte Tötungen und die israelische Sicherheitsmauer seitens westlicher Medien gewettert.
"Gewalt erzeugt nur Gegengewalt", "Mehr Menschen werden auf beiden Seiten sterben" und "Terror lässt sich nicht durch eine Mauer aufhalten", so die Schlagzeilen auf spiegel.de etc.
Nun zu den Fakten:
Der geistige Führer der Hamas Sheih Yassin wurde von israelischen Raketen getötet, wenige Wochen später sein Nachfolger. Konsequenz: Öffentliche Beweihräucherung von Terroristenanführern sind seither passé, alle Anführer operieren seither nur noch von buchstäblich unter der Erde und stellen für Gewaltbereite keine öffentliche Identifikationsfiguren mehr dar.
Die Sicherheitsmauer, die richtigerweise nicht endlos bestehen kann und darf, hat den Terror fast vollständig erstickt, es gibt seit einigen Jahren kaum noch Opfer auf israelischer Seite.
Ich hege Respekt, mehr noch aufrechte Leidenschaft für Menschenrechte und Demokratie, diese Prinzipien sollten uns stets leiten.
Sie dürfen jedoch nicht zum Selbstzweck mutieren und jedweden Pragmatismus per se unterbinden.
So muss man zumindest die Möglichkeit einräumen, dass bei der Abwägung bestimmter Aktionen der Nutzen die Kosten bei Weitem überwiegen kann, auch wenn diese zuweil im Widerspruch zu unserem Wertesystem stehen.
Besonders leicht ist es natürlich, solche Vorgänge zu verurteilen, solange die eigenen Sorgen aus begrenztem Wirtschaftswachstum, einer virtuellen Integrationsproblematik und der Fußball-WM 2014 bestehen.
Nur hoffe ich für das edle Deutschland, dass sich an diesem Komfort nicht irgendwann etwas ändert.
Daniel Killy
27. Dezember 2010, 18:18
Was ist das eigentliche Problem? Ein Terrorist erliegt seinem Berufsrisiko, ein demokratischer Staat verteidigt sich und ein eilfertiger Außenminister, der nur bei seinen privaten Präferenzen auf die Einhaltung von Menschenrechten und Liberalität pocht, ereifert sich über einen Verbündeten. Ob dieser westlichen Moral lachen sich Hamas und Co. ins Fäustchen!
Peter Heiss
27. Dezember 2010, 23:59
Ist überhaupt bewiesen, dass das alles Mossad Agenten waren?
Nur dasses breitschultrige Männer waren, was sagt das schon aus?
Und nirgends steht etwas von einem Beweis dass der Mann ermordet wurde. Wurde bei einer Autopsie festgestellt, dass der Mann mit einem Schocker betäubt wurde und anschliessend mit einem Kissen erstickt wurde?
Vielleicht ist dieser Mann einnes natürlichen Todes gestorben. Erst als man feststellte, dass es ein gesuchter Mörder ist hat man auf Mord getippt.
Wenn Mosaad Agenten im Hotel waren kann auch sein, dass sie einen Auftrag hatten der mit diesem Fall nichts zu tun hatte. Vielleicht waren Sie auch in Urlaub.
Ich selber bin früher auch immer mit meinen sieben Mitarbeitern zusammnen in Urlaub gefahren. Niemals ist einer alleine gefahren. Das ist Teamgeist.
Bruno Siegel
28. Dezember 2010, 08:42
Bei Kachelmann besteht der Verdacht einer Vergewaltigung.
In diesem Fall handelt es sich um eine Falschbeurkundung.
Angesiedelt in dem Bereich, als wenn ein Oberschüler die Unterschrift der Mama auf einer Entschuldigung für die Schule.
Und es mag sein, dass der Richter seine Entscheidung auch deswegen getroffen hat, weil er den ganzen Fall aus der Sicht sah, wie ich ihn auch sehe.
Thomas Rostock
28. Dezember 2010, 10:50
Ich glaube, dass keiner einen Mörder - egal von welcher Seite - frei rumlaufen lassen will.
In diesem Fall sind ja alle genannten Mörder, der von der Hamas und die vom Mossad.
Oder gibt es einen gerechten Mörder? Genau das ist das Problem. Jede Seite meint, dass ihre Mörder die gerechten sind. Die Nazis waren auf der Meinung, dass ihr Mord an - nicht nur den Juden- andersartigen gerecht ist.
Mörder ist Mörder und es gibt nur die Möglichkeit dass diese in einem gerechten Prozess zu ihrer Strafe verurteilt werden.
Ja, ich bin Deutscher und ja, gerade wegen den was die Nazis gemacht haben müssen wir den Finger heben, damit sowas nicht wieder - egal wo passiert.
Wenn das was die israelische Regierung macht so erfolgreich ist, durch das Töten und die Politik kein neuer Hass entsteht, dann frag ich mich, warum noch kein Friede ist. Für mich hat es mehr den Eindruck, dass es von allen Seiten ein gewisser Selbstzweck ist. Was würde man machen wenn dort Frieden ist? Wem nützt das Ganze? Beiden Seiten!
Diese Aktion war sicher günstig. So ist es aber immer, wenn man die Folgekosten ausser acht lässt. 80% der Folgekosten entstehen immer erst nach dem Start einer Aktion. Die meisten sind nicht kalkulierbar, deshalb macht sich kaum einer Gedanken.
Man darf nicht vergessen, dass ein kurzfristiger Erfolg nicht zu einem langfristig optimalen Ergebnis kommt. Gerade die radikalen Moslems zeigen uns immer wieder, dass sie einen langen Atem haben und dann zuschlagen, wenn keiner daran denkt.
Wir werden nicht Gewalt mit Gegengewalt besiegen können.
Jörn Erbguth
28. Dezember 2010, 16:06
Wenn ein Staat morden lässt, ist dies Terrorismus - im konkreten Fall Staatsterrorismus. Von diesem Staatsterrorismus wird nur die Spitze des Eisbergs bekannt. Es gibt ebenso einen konkreten Verdacht, dass Uwe Barschel ebenso vom Mossad umgebracht worden ist. Auch der Verfassungsschutz ist im Bereich Terrorismus nicht untätig: Das Celler Loch geht auf sein Konto. Auf der Achse des Bösen fehlt auch Frankreich nicht. Mit der Versenkung der Rainbow Warrior ist es ebenfalls mit dabei. Die Morde des CIA füllen ebenfalls lange Listen - ob klassisch oder per Drohne (ausserhalb von Kriegsgebieten).
Staaten morden also nicht nur um Massenmörder habhaft zu werden, die in Staaten geflüchtet sind, die Massenmörder trotz vorliegenden internationalen Haftbefehlen nicht festnehmen.
Staaten morden um politische Ziele zu erreichen. Israel ist hierbei besonders aktiv - aber auch kein Sonderfall. Daher ist es vielleicht unpassend als Deutscher nur die Israelis zu kritisieren ohne vor der eigenen Haustür zu kehren.
Im Westen wird Staatsterrorismus mit dem "Kampf gegen den Terrorismus" begründet. Dies ist umso bedenklicher als Staaten häufig terroristische Anschläge verüben um diese dann politischen Gegenern in die Schuhe zu schieben.
Ein echter Kampf gegen den Terrorismus führt daher über Offenheit und konsequente Strafverfolgung. Gerade hier hat Deutschland erheblichen Nachholbedarf. Staatsterroristen befreundeter Staaten werden meistens nicht verfolgt. Wikileaks ist bei den Staaten auch deshalb so unbeliebt, weil es ihre Terrorismus-Scharade ein wenig weiter entlarvt.
René von Euw
29. Dezember 2010, 15:41
Wenns denn wirklich der Mossad war, der in Dubai einen der mörderischsten Feinde Israels beseitigt hat, dann Hut ab vor der logistischen Leistung der Israelis. Ich wünschte mir, die Geheimdienste der entwickelten Welt würden ähnlich professionell mit den Terroristen, die unsere aufgeklärte Kultur bedrohen, umspringen.
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