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Ernst Woll
27. Oktober 2011, 18:54
Mitte der 1960er Jahre waren unsere 4 Kinder zwischen 8 und 14 Jahre alt und wir wohnten in der DDR in Erfurt in einem 3 Familienhaus. In unserer Familie waren Brettspiele sowie die Kartenspiele Rommee und Canasta sehr beliebt, wir spielten sie, seit die Kinder dabei mithalten konnten sehr
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Mario Soschinski
21. Oktober 2011, 12:51
In den 80'ern bekam ein Freund von mir einen Krimi geschenkt, bei dem sich alles um das Spiel GO drehte. Im Anhang war eine Anleitung. Sofort wurde die Rückseite eines großen Schachbrettes mit Millimeterpapier beklebt, dort die GO-Linien mit Bleistift markiert. Seine Mutter besorgte schwarze und weisse Knöpfe.
Dann konnten wir mit dem Spiel von GO anfangen. Es hat lange Zeit Spass gemacht.
Martin Thiele
21. Oktober 2011, 13:39
@ Mario Soschinski
Tolle Geschichte, wenn es Ihnen nichts ausmacht würden wie diese gern auch auf unserem Blog zitieren!? Aber jetzt die entscheidende Frage: Gibt es das Spiel noch?
Michael Stephan
21. Oktober 2011, 14:13
Mich stört der Artikeltext:
"wurden in den volkseigenen Bastelstuben kopiert - und waren oft sogar kreativer als die Originale. "
Etwas seit langem bestehendes verändern und auf einen zeitgemäßeren Stand bringen ist noch lange nicht kreativer.
Hier wird den urpsrünglichen Erfindern doch sehr unrecht getan.
Wer war kreativer: Der, der Schach erfunden hat. Oder der, der Schach für Star Trek in die 3.Dimension führte!?
Erwin Hanger
21. Oktober 2011, 14:16
Also was hier diesmal wieder zusammenkonstruiert wurde, um das System DDR vorzuführen... "Dabei sind Abweichungen vom Üblichen, die Unordnung, die Unsicherheit und die Umkehrfunktion von Spielen oft eine latente Bedrohung von vorherrschender Ordnung" - aha, zur 68er-Bewegung kam es also, weil im Westen Monopoly gespielt werden durfte?
Der Hauptgrund für die Nichtverfügbarkeit von komplexen Spielen in der DDR im Allgemeinen war wie immer der Mangel bzw. die fehlende Möglichkeit, kurzfristig solch aufwendige Produkte (mit unklarer Nachfrage) herzustellen.
Die DDR-Bürger haben sich eben beholfen und selber gebaut - wie auch Skatebords oder BMX-Räder selber gebaut wurden, wenn man an das Original nicht rankam...
Im Speziellen bezogen auf Monopoly dürfte die Tatsache, dass im Kommunismus (im Ideal) Allen alles - also auch Häuser - gehörte, sich nicht mit dem Ziel des Spiels gedeckt haben, wo einem am Ende alles gehören soll.
Jan Wenzel
21. Oktober 2011, 15:06
Stimmt, ein Freund von mir, Jahrgang '79, mit seiner Mutter '84 ausgereist, hat mir mal erzählt, dass bei einem Besuch bei seiner Oma in Leipzig sein Monopoly-Spiel beschlagnahmt wurde.
Dass das Einschleusen "imperialistischen Propagandamaterials" sich später in der Stasi-Akte seiner Mutter auftauchte, verstand sich von selbst - ging aber in der Flut schlimmerer Bespitzelungen und Vertrauensbrüche weitgehend unter.
Zur gleichen Zeit hatte ich meinen Schreibtisch im Westen in einen Flipper verwandelt - die Platte war schon schräg, Tesa, Pappe, Lineale und Stifteständer haben den Rest erledigt. Die Hausaufgaben habe ich auf dem Boden gemacht.
Steffen Hackbarth
21. Oktober 2011, 15:24
Was bitte soll der Unsinn, dass das Kopieren von Westspielen verboten war? Ich selbst habe als Kind jedes interessante Spiel kopiert, das mir unter die Hände kam...darunter Börse, Hase+Igel, Scotland Yard und auch Monopoly. Klar waren manche Spiele offiziell nicht gerade erwünscht, aber die "Geschichte" die hier mal wieder konstruiert wird, ist einfach falsch.
Roland Krause
21. Oktober 2011, 15:43
Na toll!
Habe nie gewußt,das ich selbst beim spielen gegen die obrigkeit in der ddr opponierte!?:
Beim fußballspielen in unserer straße kullerte öfters der ball unterhalb der straßenbahn .wir sind natürlich weggelaufen.
Aber die bahn mußte anhalten!somit haben wir den "ddr -Straßenverkehr" in unsrer straße für kurze zeit lahm gelegt!
Bezogen auf solche artikel kann ich jetzt sagen, daß ich(also wir Kinderfußballer von der straße) den staat widerstanden haben.
Wo bleibt der Orden?
P.S Habe noch mehere Beispiele!
Martin Thiele
21. Oktober 2011, 16:13
@ Steffen Hackbarth
Es stimmt, dass das "Verbot" in diesem Artikel etwas dramatisiert dargestellt wurde. Das Kopieren selbst jedoch wird nicht als solches beschrieben. Es war erlaubt zu kopieren, was man aus Mangel nicht besaß, weil es entweder schwer erhältlich, oder - wie im Hinweis drüber beschrieben - beschlagnahmt worden war.
Gibt es Ihre Spiele denn noch und wären sie bereit diese unserer Sammlung zur Verfügung zu stellen?
Hanno Walde
21. Oktober 2011, 17:16
>@ Steffen Hackbarth
>Es stimmt, dass das "Verbot" in diesem Artikel etwas dramatisiert dargestellt wurde. Das Kopieren selbst jedoch wird nicht als solches beschrieben. Es war erlaubt zu kopieren, was man aus Mangel nicht besaß, weil es entweder schwer erhältlich, oder - wie im Hinweis drüber beschrieben - beschlagnahmt worden war.
>Gibt es Ihre Spiele denn noch und wären sie bereit diese unserer Sammlung zur Verfügung zu stellen?
Markus Dober
21. Oktober 2011, 18:31
Ende der 1980er haben mein Bruder und ich ein Monopoly-Spiel kopiert. Und zwar von einer Monopoly-Kopie. Wir haben so gut es ging versucht, jedes Detail 1:1 zu übernehmen. Sei es vom Layout oder vom Inhalt der Ereigniskarten. Als Brett musste ein ausgedientes Märchenspiel herhalten ... Ich habe das Spiel leider vor wenigen Wochen bei meinen Eltern vorbeigebracht. Wir haben herzlich darüber gelacht, wie wir den "Mangel" bzw. das Einfuhr-"Verbot" damals umgangen haben. Sie haben es dann wohl entsorgt, leider. Es lag ja seit der Wende auch nur im Regal.
Gleich 1990 im Sommer habe ich mir dann ein Original-Monopoly zugelegt. 40 DM kam es damals. Obwohl ich seitdem kaum mehr gespielt habe, habe ich es behalten. Andersrum wäre es wohl besser gewesen, wenn ich mir den SpOn vor Augen halte. Original entsorgen, selbstgemachte Kopie behalten ...
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